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# Neue deutsche Medienmacher*innen (NdM) > NdM is a nationwide network of journalists with and without migration background. The organization advocates for greater diversity and inclusion in the German media. ## Glossary A professional glossary for journalists providing precise, non-discriminatory terminology around migration, religion, ethnicity, and diversity. - [russländisch / russisch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/russländisch-russisch): Russländisch:„Russländisch“ wird als Bezeichnung verwendet, um klar zwischen der Zugehörigkeit zu einem Staat und der Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe und ihrer Kultur zu unterscheiden. Der Begriff „russländisch“ (russisch: российский/-ая/-ое) leitet sich vom Wort „Russland“ (russisch: Россия) ab und bezieht sich auf alles, was den Staat Russland betrifft – etwa Staatsangehörigkeit, staatliche Institutionen, Territorium oder Wirtschaft. Er beschreibt somit eine staatsbürgerliche oder territoriale Zugehörigkeit. Russisch:Der Begriff „russisch“ (russisch: русский/-ая/-ое) hingegen bezieht sich auf die russische Identität sowie den russischen Kulturkreis (inkl. Sprache, Folklore, Tradition etc.). Er wird verwendet, um Menschen zu beschreiben, die ethnische Russ*innen sind oder als solche wahrgenommen werden, und hebt deren tatsächliche oder zugeschriebene ethnische und kulturelle Zugehörigkeit hervor. - [kaukasisch / caucasian](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kaukasisch-caucasian): ist eine imperialistische bzw. koloniale Bezeichnung für Menschen aus dem Kaukasus. Sie suggeriert eine Homogenität in Bezug auf Sprache, Kultur und Religion, die so nicht existiert. Stattdessen sollten konkrete Bezeichnungen wie tschetschenisch, dagestanisch, armenisch, georgisch oder aserbaidschanisch usw. verwendet werden.In den USA wird „caucasian” teils noch als Synonym für weiß bzw. für weiße, europäischstämmige Menschen verwendet – eine Praxis, die kritisiert wird. Der Begriff geht auf rassistische Klassifikationen aus dem 18. Jahrhundert zurück, in denen Menschen willkürlich in „Rassen“ eingeteilt und weiße Europäer*innen als vermeintlich überlegen dargestellt wurden. - [Russischer Imperialismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/russischer-imperialismus): Russischer Imperialismus beschreibt die territoriale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Expansion Russlands auf Kosten benachbarter Kulturen und Völker – durch Okkupation, Kontrolle, Ausbeutung und Unterdrückung.Der Begriff umfasst sowohl den Imperialismus des zaristischen Russlands als auch die imperiale Politik der Sowjetunion und wird heute im Zusammenhang mit der Politik des russischen Staates unter Wladimir Putin verwendet, etwa im Kontext des Angriffskriegs gegen die Ukraine.Nach dem Zerfall der UdSSR begann eine Phase, in der viele ehemalige Sowjetrepubliken formal ihre Unabhängigkeit erlangten. Dennoch setzte Russland weiterhin seinen Einfluss in der Region durch geopolitische Maßnahmen und kulturelle Dominanz, etwa durch die Verdrängung lokaler Sprachen, Narrative und Identitäten, fort.123 - [Post-Ost](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/post-ost): ist eine Selbstbezeichnung von Menschen mit Migrationsgeschichte aus dem südost- zentral- und osteuropäischen Raum und/oder aus Regionen ehemalig unter sowjetischer Besatzung. Der Begriff entstand 2019 im Feld zivilgesellschaftlichen Engagements und wurde ursprünglich etabliert, um eine links-progressive Position zu beschreiben.Er entstand aus dem Wunsch nach neuen Bezeichnungen, die die Gruppen in ihrer Verschiedenartigkeit berücksichtigen. Menschen, die aus den jeweiligen Regionen zugewandert sind, haben diverse multiethnische und -religiöse Identitäten. Fremdbezeichnungen wie „postsowjetisch“ oder „aus dem Ostblock“ empfehlen viele als verallgemeinernd und deswegen als nicht korrekt oder diskriminierend.Gleichzeitig reproduzieren diese historisch belasteten Begriffe die Dominanz Russlands und damit Repression und Russifizierung während der sowjetischen Besatzung. Auch vor dem Hintergrund von Kriegshandlungen und Machtbestrebungen Russlands klingen Begriffe wie „postsowjetisch“ daher für viele nicht neutral.Mit seiner schnellen Verbreitung über Social Media entwickelte sich die Bedeutung von Post-Ost weiter und löste sich zunehmend vom ursprünglichen linken Bezugsrahmen. In breiteren Diskursen wurde der Begriff teils unscharf oder synonym zu Bezeichnungen wie „postsowjetisch“ oder „russlanddeutsch“ verwendet. Die Bedeutung des Begriffs bleibt dynamisch und wird in Kunst, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kontinuierlich ausgehandelt. - [Zionismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/zionismus): (von Zion, dem Namen des Tempelbergs in Jerusalem) bezeichnet zum einen die historische jüdisch-nationalistische Bewegung, die einen jüdischen Staat gründen wollte, und zum anderen gegenwärtige politische Strömungen. Entstanden ist der Zionismus als Teil des europäischen Nationalismus des 19. Jh. Er war gleichzeitig die Gegenbewegung zum Antisemitismus, der sich damals immer weiter verbreitete. Mit der Gründung Israels 1948 wurde das zionistische Ziel erreicht. Heute wird Zionismus als Ideologie in Israel sehr unterschiedlich ausgelegt, so gibt es z.B. liberal-sozialdemokratischen, rechtsnationalen oder nationalreligiösen Zionismus. Zionismus wird teils undifferenziert als Kampfbegriff gegen Israels Haltung im Nahost-Konflikt benutzt. - [Z***](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/z): ist eine Fremdbezeichnung und wird von Angehörigen der Roma-Minderheiten abgelehnt. Die verunglimpfende Bezeichnung ist Jahrtausende alt und hält sich bis heute hartnäckig im öffentlichen Sprachgebrauch. Der Begriff schreibt der diversen Minderheit negative, teilweise romantisierende und in jedem Fall rassistische Stereotype zu. Sogar Soßen und Schnitzel werden noch nach dem Schimpfwort benannt. Und das, obwohl hunderttausende Sinti*zze und Rom*nja im Nationalsozialismus mit „Z“ markiert und in Konzentrationslagern umgebracht wurden. Das ist auch der Grund, warum viele Angehörige der Minderheit die Abkürzung „Z-Wort“ (analog zu N-Wort) ablehnen. Übrigens sind Sinti*zze und Rom*nja schon seit Jahrhunderten in Deutschland zuhause, viele Angehörige der Minderheit sind autochthone Deutsche und keine Menschen mit Migrationshintergrund. - [Xoraxaia / Horahane](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/xoraxaiahorahane): ist ein Religionym, also eine auf der Religion beruhende Benennung eines Volkes, und bezeichnet Rom*nja muslimischen Glaubens. - [Xenophilie](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/xenophilie): ist das Gegenteil von Xenophobie und beschreibt eine Neigung zu fremden Dingen oder Menschen. Beides ist allerdings eine Kategorisierung in „fremd“ und „nicht fremd“. - [Willkommenskultur](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/willkommenskultur): ist zur Standardvokabel in der Asyldebatte geworden. Gemeint ist meistens das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die sich für Geflüchtete einsetzen und damit eine Willkommenskultur schaffen. Vorher war Willkommenskultur eher ein politisches Leitbild für die multikulturelle Aufnahmegesellschaft in der Integrationspolitik. So wurden z. B. in Hamburg oder Stuttgart städtische „Welcome-Center“ für Einwander*innen eröffnet. - [White Tears](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/white-tears): (engl. weiße Tränen) Wenn weiße Menschen mit Rassismus und ihrem Weißsein konfrontiert werden, fühlen sie sich oft ungerecht behandelt und lenken mit den eigenen Emotionen von den Betroffenen ab. Dieses Verhalten wird als White Tears beschrieben. - [White Supremacy](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/white-supremacy): Die Idee der White Supremacy (dt. weiße Vorherrschaft) wird von extremen Rechten vertreten, die titulieren, sie hätten qua ihres Weißseins das Recht auf Macht und Herrschaft und seien BIPoC überlegen. In der Critical Race Theory ist White Supremacy nicht nur eine Ideologie, sondern beschreibt das gesellschaftliche System, in dem weiße Menschen Privilegien haben und Macht ausüben und BIPoC strukturell unterdrückt sind1. - [White Savior](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/white-savior): (engl. weiße*r Retter*in) wird eine weiße Person genannt, die nicht-weißen Menschen auf eigennützige Weise Hilfe leistet, um sich selbst aufzuwerten. Ein*e White Savior ist somit von einem*einer Ally zu unterscheiden. Die oft unbeabsichtigte, aber reale Folge ist eine Abwertung armer, nicht-weißer Menschen. Beispielhaft dafür sind Fotos oder Reiseberichte von Weißen und ihren Begegnungen mit Kindern in Armut. White Saviorism wird häufig bei internationalen Charity-Projekten kritisiert. - [Weiße Fragilität](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/weisse-fragilitaet): (engl. „White Fragility“) beschreibt die Reaktion vieler weißer Menschen, wenn Rassismus, ihr Weißsein und die damit verbundenen weißen Privilegien zur Sprache kommen. Dass weiße Menschen in der Gesellschaft besonderen Schutz und Sicherheit genießen, führt laut der Soziologin Robin Di Angelo1 zu einer fehlenden Notwendigkeit und Fähigkeit, sich (selbst-)kritisch mit Rassismus auseinanderzusetzen. Das wiederum hat typische Abwehrmechanismen zur Folge, wie Wut, Angst oder Schuld und Scham, die sich in solchen Situationen äußern. - [Völkisch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/voelkisch): ist ein belasteter historischer Begriff und begründet die Zugehörigkeit zum deutschen Volk durch Rassentheorien (NS-Sprache: „Volksgemeinschaft“). Er wurde während der Nazi-Zeit oft als Synonym für nationalsozialistisch verwendet. Versuche von Rechtsradikalen, die Begriffe „völkisch“ und „Volksgemeinschaft“ positiv zu besetzen, sind bislang gescheitert. - [Verschwörungsideologien, antisemitische](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/verschwoerungsideologien-antisemitische): haben eine lange Tradition und sind heute vor allem in sozialen Netzwerken im Umlauf. Schon aus dem 12. Jh. sind Verschwörungsmythen bekannt, wie Legenden von Ritualmorden oder Brunnenvergiftungen, die immer wieder die Verfolgung von Juden*Jüdinnen auslösten. Mindestens seit dem Beginn des 19. Jh. existiert der Verschwörungsglaube von dem Streben der Juden*Jüdinnen nach der Weltherrschaft, welche auf den gefälschten „Protokollen der Weisen von Zion“ beruht. Noch heute berufen sich Antisemit*innen auf diese Protokolle, an die bereits Adolf Hitler glaubte – sie gelten als Schlüsseldokument einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung. - [v.d.Z. / vor der Zeitrechnung / Zeitwende](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/v-d-z-vor-der-zeitrechnungzeitwende): ist eine Formulierung, die der Jahreszählung mit Bezug auf die Geburt Jesu Christi dient, ohne den christlichen Bezug auszudrücken. Diese Bezeichnung ist nicht nur im Judentum gebräuchlich, sondern war zum Beispiel auch in der DDR üblich. - [Traveller](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/traveller): So benannte Gruppen in Irland, Großbritannien und den USA wählen als Selbstbezeichnung meist den Begriff Pavee. Sie haben eine andere Herkunft, Siedlungsgeschichte und Sprache als die europäischen Rom*nja und sprechen nicht Romanes, sondern Shelta. Dies weist zwar Merkmale des Romanes auf, beruht aber auf der irischen (gälischen) Sprache und dem Englischen. Ihre Diskriminierungsgeschichte ist der der europäischen Rom*nja sehr ähnlich. - [Tokenism](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/token): Tokenism beschreibt die Praxis, eine*n Vertreter*in einer diskriminierten Gruppe zu benutzen, um nach außen Vielfalt vorzutäuschen oder diskriminierende Haltungen zu legitimieren. Muss also zum Beispiel auf der Firmenwebsite die einzige Schwarze Mitarbeiterin ganz vorn aufs Teamfoto oder werden Schwarze Schauspieler*innen in Filmen ausschließlich auf Nebenrollen reduziert, fungieren sie als Tokens. In ähnlichen Zusammenhängen ist Deutschland manchmal von „Quotenmigranten“, „-Schwarzen“ oder „-frauen“ die Rede. - [Tanach / Tenach](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/tanachtenach): ist die Heilige Schrift des Judentums. Er entstand in einem 1.200 Jahre andauernden, komplexen Prozess als Sammlung unterschiedlicher religiöser und profaner jüdischer Schriften. Der Tanach wurde etwa 100 n. d. Z. in 24 Bücher eingeteilt und kanonisiert. Er erzählt die Geschichte der Schöpfung und des Volkes Israel über einen Zeitraum von 1.300 Jahren. Das Christentum hat alle Bücher des Tanach, in etwas anderer Anordnung, als Altes Testament übernommen. - [Talmud](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/talmud): ist ein Gesetzeskodex und nach dem Tanach das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Im Talmud steht, wie die Thora von den ersten Rabbis verstanden und ausgelegt wurde. Er liegt in zwei Ausgaben vor, dem Jerusalemer Talmud und dem babylonischen Talmud. Wenn einfach vom Talmud gesprochen wird, ist in der Regel der babylonische gemeint. - [Talahon](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/talahon): Der Begriff “Talahon” (arabisch “Ta’al La’hon” = “Komm her”; feminin: Talahina) wurde ursprünglich durch TikTok bekannt und wird zunehmend als rassistische und klassistische Beleidigung benutzt. Als Fremdbezeichnung wertet der Begriff arabisch oder muslimisch gelesene junge Menschen ab und fördert das rassistische Stereotyp des “gefährlichen muslimischen Mannes”. 2024 landete “Talahon” unter den Top 3 für das Jugendwort des Jahres, Rechtsextreme haben zum Voting aufgerufen. - [Tag der Menschenrechte](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/tag-der-menschenrechte): Am 10. Dezember ist Tag der Menschenrechte. Er geht auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen im Jahr 1948 zurück. Die Menschenrechte stehen jedem Menschen von Geburt an bedingungslos zu. Da sie jedoch vielfach verletzt werden, ist der Tag vor allem eine Erinnerung daran, sich gegen die Verletzung von Menschenrechten einzusetzen. - [Sunnit*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sunniten): stellen mit rund 85 bis 90 Prozent weltweit die Mehrheit der Muslim*innen1. Bei der Frage der rechtmäßigen Führung der Gemeinschaft der Muslim*innen nach dem Tod des Propheten Mohammed, erkennen Sunnit*innen die vier Kalifen in der Nachfolge Mohammeds als rechtgeleitete Führer der Umma, der Gemeinde, an. Salafismus ist eine antimodernistische Auslegung der Religion des sunnitischen Islams. - [Stamm](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/stamm): Im Kolonialismus orientierten Europäer*innen sich oft an Begriffen, die in Zusammenhang mit der Antike und dem Frühmittelalter standen. In Anlehnung an germanische Völker wurden Gruppen auf dem afrikanischen und amerikanischen Kontinent einfach als „Stämme“ pauschalisiert. Die Diversität Afrikas und Amerikas blieb unsichtbar und dies wirkt bis heute nach. Sinnvoller ist es, die zahlreichen Selbstbezeichnungen zu benutzen, wie zum Beispiel für die Gruppe der Fulbe aus Westafrika oder die Kayapó aus dem Amazonasbecken. - [Staatsfunk](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/staatsfunk): ist eine diffamierende und faktisch falsche Bezeichnung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. In Deutschland wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach dem Solidarprinzip durch Rundfunkgebühren finanziert, um seinen Informationsauftrag unabhängig von Staat und Regierung zu erfüllen. - [Sozialtourismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sozialtourismus): ist ein abwertendes Wort für Migration und Asylsuche. Der Begriff suggeriert, Geflüchtete machten lediglich eine Reise, um in Deutschland von Sozialleistungen zu profitieren. Er ist verharmlosend und verzerrt die Realität. Der Begriff ist bereits 2013 zum Unwort des Jahres1 erklärt worden und war 2022 wegen des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz erneut in den Medien, als dieser ukrainischen Kriegsgeflüchteten fälschlicherweise vorwarf, Sozialtourismus zu betreiben2. - [Sichere Herkunftsländer](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sichere-herkunftslaender): sind Länder, bei denen aufgrund der allgemeinen politischen Verhältnisse angenommen wird, „dass dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet“ (Art. 16a GG). Die Einstufung erfolgt nicht einheitlich durch die EU, sondern nur durch die jeweiligen Regierungen der EU-Staaten und fällt unterschiedlich aus. Deshalb wäre durch die Bundesregierung als sicher eingestufte Herkunftsländer eine zwar lange, aber treffendere Bezeichnung. Asylgesuche von Geflüchteten aus Ländern, die als sicher gelten, werden schneller bearbeitet und in der Regel abgelehnt. Asylsuchende haben nur eine Woche Zeit, Widerspruch einzulegen und können innerhalb von vier Wochen ab Antragstellung abgeschoben werden. - [Sekundärmigration](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sekundaermigration): beschreibt die Bewegung von Geflüchteten von einem Mitgliedsstaat der EU zu einem anderen. Im Europäischen Parlament wird der Terminus „Secondary Migration / Movement“ benutzt, im Deutschen ist Binnenmigration verständlicher. Der Gegenbegriff von Sekundärmigration ist Primärmigration, also eine Fluchtmigration in Länder an der europäischen Außengrenze. - [Secondos / Secondas](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/secondos): (f: Secondas) ist in der deutschsprachigen Schweiz die gängige Selbstbezeichnung von Menschen aus eingewanderten Familien, die ab der zweiten Generation in der Schweiz leben. Singular: Secondo (m), Seconda (f). - [Schwarzafrikaner*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schwarzafrikanerin): ist eine rassistische Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen. Bezeichnungen wie „Afrikaner*in“ sind geografisch ungenau. Es empfiehlt sich, konkrete Herkunftsländer zu benennen – sofern die Nationalität inhaltlich relevant ist. In Beiträgen über Südafrika kann von Schwarzen Südafrikaner*innen und weißen Südafrikaner*innen gesprochen werden. - [Schwarzafrika](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schwarzafrika): wird als Synonym für afrikanische Länder südlich der Sahara genutzt. Darin schwingt eine koloniale Vorstellung von Nordafrika als dem hochentwickelten weißeren Teil des afrikanischen Kontinents mit (ehemals „Weißafrika“) und der vermeintlich unterentwickelten, von Schwarzen Menschen bewohnten Region. Präziser ist es, die Länder zu benennen, die gemeint sind, oder die Region als südliches Afrika zu bezeichnen. - [Schutzquote](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schutzquote): bezeichnet den Anteil aller Asylanerkennungen, Gewährungen von Flüchtlingsschutz und Feststellungen eines Abschiebungsverbotes innerhalb eines Zeitraums, bezogen auf die Gesamtzahl dieser Entscheidungen im betreffenden Zeitraum. Außerdem gibt es den Fachbegriff Gesamtschutzquote. Damit wird der prozentuale Anteil solcher Entscheidungen über Personen aus einem bestimmten Herkunftsland in einem festgelegten Zeitraum beschriebene. In den Medien ist oft nur von einer „Schutzquote“ die Rede. Dieser Begriff ist aber unscharf, weil er sich sowohl auf die Gesamtschutzquote, als auch auf die Asylanerkennungsquote beziehen kann. - [Schlepper*innen / Schleuser*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schlepper-und-schleuser): Fluchthelfer*innen werden in der Berichterstattung oft mit Schlepper*innen oder Schleuser*innen gleichgesetzt, obwohl die Begriffe unterschiedliche Bedeutungen haben: Fluchthelfer*in ist die wertfreie Bezeichnung für jemanden, der*die anderen zur Flucht verhilft. Geht es allerdings nicht um Hilfe, sondern vor allem um Profit, sind Schlepper*in oder Schleuser*in die angemessenen Bezeichnungen, da sie laut Duden jemanden beschreiben, der*die andere „gegen Bezahlung illegal von einem Land in ein anderes bringt“. Der juristisch korrekte Begriff dafür lautet Menschenschmuggel. - [Säkulare Muslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/saekulare-muslime): ist eine differenzierte Beschreibung von Muslim*innen, die für eine Trennung von Staat und Religion sind. Präzise Beschreibungen sind oft mehrdeutig: So kann eine praktizierende Muslimin auch ohne Kopftuch auskommen oder eine Frau, die ein Kopftuch trägt, durchaus säkular sein. Im Diskurs der Deutschen Islamkonferenz (DIK) gelten nicht-organisierte muslimische Teilnehmer*innen als säkulare Muslim*innen, was allerdings suggeriert, dass in Verbänden organisierte Muslim*innen automatisch nicht säkular seien. - [Sabbat / Schabbat / Schabbes](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sabbatschabbatschabbes): ist der siebte Wochentag, an dem, durch die Thora vorgeschrieben, keine Arbeit verrichtet werden soll. Er beginnt am Freitagabend bei Sonnenuntergang und endet am Samstagabend nach Eintritt der Dunkelheit. - [Rumänien](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rumaenien): In Rumänien bilden die Rom*nja nach den Ungar*innen die zweitgrößte Minderheit. Zwar gibt es keine konkreten Zahlen, schätzungsweise leben dort aber zwischen zwei und fünf Millionen Rom*nja. Sie erfahren seit vielen Jahren schwere Repressionen, so waren Rom*nja bis ins 19. Jahrhundert in Rumänien versklavt. Bis heute sind sie betroffen von Übergriffen und körperlicher Gewalt sowie auch einer generellen Ausgrenzung aus den Sozialsystemen – die ohnehin kaum vorhanden sind. Weiterführende Begriffe: Bulgarien - [Romanes](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/romanes): (Alternativbezeichnung: Roman, Romani) ist die Sprache der Rom*nja. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich in den jeweiligen Heimatländern unterschiedliche Romanes-Sprachen entwickelt. In Deutschland ist die Minderheitensprache Romanes neben Deutsch häufig die zweite Muttersprache der Angehörigen der Minderheit und ein wesentlicher Teil ihrer kulturellen Identität. Das Romanes ist mit der altindischen Hochsprache Sanskrit verwandt. Durch die Verfolgung im Nationalsozialismus, durch Zwangsassimilierung in anderen Ländern und die fortgesetzte Diskriminierung nach 1945 ist das Romanes heute in seinem Fortbestand gefährdet. - [Roma Day / Weltromatag](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/roma-day-8-april): (8. April) ist ein internationaler Aktionstag, der ein Bewusstsein für die Belange der Sinti*zze und Rom*nja schaffen sowie auf deren anhaltende Verfolgung und Diskriminierung aufmerksam machen will. Der Weltromatag erinnert darüber hinaus an die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung, die am 8. April 1971 in London bei einem Treffen internationaler Vertreter*innen der Roma-Minderheiten ihren Lauf nahm. Auf dem Kongress haben sich die Teilnehmer*innen nicht nur für die Eigenbezeichnung Rom*nja entschieden, sondern auch eine gemeinsame Flagge und Hymne als Symbole der Bewegung gewählt. - [Residenzpflicht](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/residenzpflicht): bezeichnet die Verpflichtung von Asylsuchenden und Geduldeten, ihren Wohnsitz in der Stadt, dem Landkreis oder dem Bundesland zu nehmen, in dem sich die für sie zuständige Ausländerbehörde befindet. Wollen sie diesen Bereich verlassen, müssen sie zuvor schriftlich um Erlaubnis bitten. Diese Restriktion mit dem positiv konnotierten Verb „residieren“ zu umschreiben, ist beschönigend. Zudem steht eine solche Pflicht in Widerspruch zum Grundsatz der Freizügigkeit gemäß Artikel 26 der Genfer Flüchtlingskonvention. Anfang 2015 wurde die Residenzpflicht (§ 56 Asylgesetz) gelockert: Seitdem dürfen sich Schutzsuchende in der Regel, nach Ablauf von drei Monaten, frei im Bundesgebiet bewegen. Asylbewerber*innen und Geduldete, deren Lebensunterhalt nicht gesichert ist, wird der Wohnsitz weiter durch eine Auflage (Wohnsitzauflage) eingeschränkt. Im Integrationsgesetz wurde Mitte 2016 zudem der § 12a AufenthG eingeführt, der unter bestimmten Bedingungen eine Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge festlegt. - [Remigration](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/remigration): meint als populistische Parole die Ausweisung oder Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund oder Geflüchteten aus Deutschland. Die Forderung wird von Rechtsradikalen und Rechtsextremen erhoben, als Mittel gegen die pluralistische Einwanderungsgesellschaft. Dahinter steht oftmals die Verschwörungstheorie, es sei ein geplanter „Bevölkerungsaustausch“ oder eine „Umvolkung“ im Gange, die umgekehrt werden müsste. Der Begriff hat 2024 neue Bekanntheit erlangt, nachdem durch eine Correctiv-Recherche an die Öffentlichkeit gelangt war, dass im November ein geheimes Treffen Rechtsextremer in Potsdam stattgefunden hat1. Bei diesem Treffen wurden Deportationspläne für migrantische Menschen und Andersdenkende besprochen und unter dem Schlagwort „Remigration“ geführt. Das Bekanntwerden des Treffens hat zu den größten Demonstrationen und Bürger*innen-Protesten seit dem Mauerfall geführt. Der Begriff wurde von Medien oft unkritisch übernommen. - [Ramadan](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ramadan): ist der islamische Fastenmonat. Er berechnet sich nach dem islamischen Mondkalender und verschiebt sich jedes Jahr. Dabei verzichten Muslim*innen 29 bis 30 Tage lang, von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang, unter anderem auf Essen und Trinken. Zum Ende des Fastenmonats wird drei Tage lang das Ramadan-Fest gefeiert – auch bekannt als Zuckerfest. - [Racial Profiling](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/racial-profiling): ist die Praxis, Menschen allein aufgrund von rassistischen oder anderen diskriminierenden Vorurteilen polizeilich zu kontrollieren. Obwohl Racial Profiling gesetzlich verboten ist, belegen wissenschaftliche Studien1, dass weiterhin solche „anlass- und verdachtsunabhängigen Personenkontrollen“ praktiziert werden. Häufig übt auch Sicherheitspersonal Racial Profiling aus, wenn Schwarzen Menschen oder BIPoC Zugänge verwehrt werden, wie zu Diskotheken. - [Race](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/race): wird oft fälschlich mit Rasse übersetzt. Der Begriff race hat im englischsprachigen Raum, besonders durch die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung, einen Bedeutungswandel vollzogen. Er beinhaltet das Wissen, dass es zwar keine Menschenrassen gibt, aber sehr wohl Rassismus aufgrund einer Kategorisierung in vermeintliche „Rassen“. Im Deutschen verweist der Begriff hingegen auf angeblich biologische Unterschiede, z. B. zwischen weißen und Schwarzen Menschen. Je nach Zusammenhang könnte von (Menschen mit) Rassismuserfahrungen, von Schwarzer Diaspora oder vom Schwarzsein die Rede sein. - [Rabbiner*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rabbiner): (hebr.: Meister, Lehrer) ist ein religiöser Titel, der jüdischen Gelehrten verliehen wird. Sie werden von ihrer Gemeinde gewählt und bezahlt. Zu ihren Aufgaben geören Seelsorge, interkonfessioneller Dialog, Predigen und Lehren. In liberalen jüdischen Gemeinden gibt es eine wachsende Zahl von Rabbinerinnen. Als Rabbi werden seit dem Altertum jüdische Gelehrte bezeichnet, die die Thora auslegen. Heute werden die Begriffe Rabbiner und Rabbi oft synonym verwendet. - [Postmigrantisch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/postmigrantisch): wurde von der Berliner Theaterintendantin Shermin Langhoff geprägt und setzt sich zunehmend durch1. Postmigrantisch steht für den Prozess, die Gesellschaft nach erfolgter Einwanderung mitzugestalten. Wird Deutschland als Einwanderungsgesellschaft akzeptiert, werden Kategorien wie deutsch / nicht-deutsch bedeutungslos. Es gilt, die herrschenden (Miss-)Verhältnisse gemeinsam neu zu verhandeln. - [Pogrom](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/pogrom): (russ.: Verwüstung) benennt gewaltsame Ausschreitungen gegen religiöse, politische, ethnische Gruppen oder andere Minderheiten. Geprägt wurde der Begriff vor allem durch die Novemberpogrome 1938, als die Nazis die organisierte Zerstörung von jüdischen Geschäften, Häusern, Synagogen und die Verfolgung von Juden*Jüdinnen anordneten. Während die vom NS-Regime gelenkten Medien von der „Judenaktion“ oder „Novemberaktion“ schrieben, bezeichnete der Volksmund die Novemberpogrome, die den Beginn der staatlich organisierten Judenverfolgung markierten, als „Reichskristallnacht“ – eine verharmlosende Anspielung auf die unzähligen Glasscherben zerstörter jüdischer Geschäfte und Synagogen, die nach den Pogromen auf den Straßen lagen. - [Philosemitismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/philosemitismus): bezeichnet die positive Neigung zu Juden*Jüdinnen und jüdischer Kultur, die teils wie bei Antisemitismus von einem homogenen Kollektiv ausgeht, dem bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Ein Motiv können zum Beispiel Schuldgefühle aufgrund der NS-Verbrechen sein. Der Begriff wurde erstmals im 19. Jh. verwendet, um projüdische Linksliberale abzuwerten. - [Orthodoxes Judentum](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/orthodoxes-judentum): ist eine der großen Strömungen, neben dem konservativen und dem liberalen Judentum. Sowohl in Deutschland als auch in Israel ist sie die einflussreichste. Zentrales Merkmal ist die strikte Einhaltung der Vorschriften (hebr.: Mizwot), also der Gebote und Verbote, die in der Thora festgelegt sind. Wenn eine Gemeinde sich als orthodox bezeichnet, bedeutet es jedoch nicht, dass alle ihre Mitglieder streng orthodox leben. Innerhalb der Orthodoxie existieren verschiedene Richtungen wie Neo-Orthodoxie, Ultraorthodoxie und Chassidismus. - [Opferfest](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/opferfest): Das Opferfest zählt zu den wichtigsten islamischen Ereignissen. Es dauert vier Tage, der Zeitpunkt berechnet sich nach dem islamischen Mondkalender und verschiebt sich jedes Jahr. Wer es sich leisten kann, soll laut Brauch ein Tier opfern bzw. schlachten (lassen) und das Fleisch unter den Armen verteilen. Üblich ist es, das Fleisch im eigenen Umfeld zu verteilen und zum Opferfest zu gratulieren. - [Opfer](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/opfer): ist in der Kriminaliätsberichterstattung gängig als Bezeichnung für Betroffene von Gewalt oder Diskriminierung. Mit dem Begriff werden allerdings Eigenschaften wie Hilflosigkeit oder Versagen assoziiert. Eine mögliche Alternative ist: Betroffene. - [Obergrenze](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/obergrenze): ist eine politisches Schlagwort. Es suggeriert, das Recht auf Asyl in Deutschland könne auf eine bestimmte Anzahl von Personen beschränkt werden. Anfang 2018 einigte sich die Regierungskoalition auf die Formulierung: künftig könne eine „Spanne von jährlich 180.000 bis 220.000“ nicht überstiegen werden. Der Begriff Obergrenze wurde dabei vermieden, weil eine solche Begrenzung rechtlich nicht zulässig ist. Das Recht auf Asyl ist ein Grundrecht und hat Verfassungsrang. - [Nomad*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/nomaden): oder auch „Fahrendes Volk“ beruhen wie alle Begriffe, die Sinti*zze und Rom*nja als permanent in Bewegung lebende Gruppen darstellen, auf jahrhundertealten Klischees und werden von vielen Gruppenangehörigen als verletzend empfunden. Historisch gesehen diente das Bild umherziehender Außenseiter*innen dazu, Diskriminierung und gesetzliche Restriktionen zu legitimieren. Migrationsbewegungen durch Sinti*zze und Rom*nja beruhten in der Vergangenheit oft weniger auf einem selbstgewählten Lebenswandel als auf ökonomischen Zwängen und politischer Verfolgung. Zudem gab es jahrhundertelang Niederlassungsverbote für sie. Aktuelle Studien belegen, dass über 90 Prozent der europäischen Rom*nja sesshaft sind. 1 - [Niqab](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/niqab): ist ein Gesichtsschleier, der nur die Augen freilässt. Ein Niqab wird teils in Verbindung mit einem langen, meist schwarzen mantelähnlichen Umhang getragen (z.B. in Saudi-Arabien, Jemen, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Katar). In anderen arabischen Ländern heißt dieser Mantel oder Umhang Abaya, im Iran Tschador. - [Neue Rechte](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neue-rechte): beschreibt ein loses Netzwerk Rechtsextremer, die sich seit den 1970er Jahren gegen Ideen der Aufklärung und der Gleichheit der Menschen richten und (im Gegensatz zu Neonazis) auf die Idee der Konservativen Revolution der Weimarer Republik berufen1. Sie beabsichtigen eine Intellektualisierung des Rechtsextremismus, mit dem Ziel, das politische System in Deutschland grundlegend zu verändern. Wissenschaftlich betrachtet zählen die AfD und die Identitäre Bewegung nicht dazu, da die AfD sich nicht auf die Konservative Revolution bezieht und die Identitäre Bewegung keinen intellektuellen Ansatz verfolgt2. Im öffentlichen Diskurs hingegen werden Organisationen wie die AfD oder die Identitäre Bewegung immer wieder der Neuen Rechten zugeordnet. Auch der Verfassungsschutz zählt die Identitäre Bewegung offiziell zum Spektrum der Neuen Rechten3. - [Rechtsradikal](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rechtsradikal): beschreibt eine zum Extremen neigende politisch-ideologische Einstellung, weit rechts der Mitte des politischen Spektrums. Oft verfolgen radikale Rechte nationalistische und anti-liberale Ziele, um echte oder angebliche Probleme zu beseitigen und gesellschaftliche Verhältnisse grundlegend zu ändern.1 Dabei stellen Rechtsradikale die Grundwerte unserer freiheitlichen Demokratie nicht generell in Frage – im Gegensatz zu Rechtsextremen, die klar verfassungsfeindlich sind (vgl. Radikalismus, Extremismus). - [Neo-Orthodoxie](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neo-orthodoxie): ist hauptsächlich in Westeuropa, vor allem in England, Frankreich und Deutschland, als eine Strömung der Orthodoxie verbreitet. Sie wurde im 19. Jh. in Frankfurt am Main gegründet. Wie beim orthodoxen Judentum entspringen ihre Grundideen dem traditionellen Judentum, allerdings findet eine Öffnung zur westlichen Kultur statt, indem z.B. am öffentlichen Leben teilgenommen wird. - [Neo-Muslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neo-muslime): beschreibt eine in Deutschland sozialisierte und selbstbewusste muslimische Generation, in die auch Konvertit*innen inbegriffen sind. Nach Eren Güvercin beziehen sich „Neo-Moslems“ auf die fünf Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, Fasten, tägliches Gebet, Pilgerfahrt nach Mekka, Abgabe an Bedürftige und Arme) und sind gesellschaftlich, kulturell oder politisch engagiert1. Neo-Muslim*innen ist mehr ein spielerischer Begriff als eine feste Kategorie. - [Nationale Minderheit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/nationale-minderheit): beschreibt jene Gruppen der Bevölkerung, die in Deutschland durch Bund und Länder einen besonderen Schutz und eine spezifische Förderung erhalten. Neben den deutschen Sinti*zze und Rom*nja sind auch die Lausitzer Sorb*innen, die dänische Minderheit und die friesische Volksgruppe als nationale Minderheit anerkannt. Angehörige der nationalen Minderheiten sind deutsche Staatsangehörige, unterscheiden sich aber von der Mehrheitsbevölkerung durch eine eigene Sprache, Kultur, Geschichte und Identität, die sie bewahren. Im Gegensatz zu den anderen Gruppen leben die deutschen Sinti*zze und Rom*nja nicht in angestammten Siedlungsgebieten, sondern im ganzen Bundesgebiet. - [n. d. Z. / nach der Zeitrechnung / Zeitwende bzw. v. d. Z. / vor der Zeitrechnung / Zeitwende](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/n-d-z-nach-der-zeitrechnung-zeitwende): ist eine Formulierung, die der Jahreszählung mit Bezug auf die Geburt Jesu Christi dient, ohne den christlichen Bezug auszudrücken. Diese Bezeichnung ist nicht nur im Judentum gebräuchlich, sondern war zum Beispiel auch in der DDR üblich. - [Mutmaßlicher Islamist](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mutmasslicher-islamist): taucht in Medienberichten häufig auf und ist irreführend: Islamist*in zu sein ist nicht verboten, d. h. die Gesinnung ist nicht strafbar. Ungesetzlich sind dagegen islamistisch motivierte Gewalt und Propaganda für verbotene Organisationen wie den IS. Meist sind also nicht Islamist*innen gemeint, sondern Terrorverdächtige. Zutreffend könnte zum Beispiel sein: „Die Polizei nahm einen Terrorverdächtigen fest. Die Behörden vermuten, er habe aus islamistischen / religiös begründeten Motiven gehandelt.“ - [Muslimisch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/muslimisch): wird als als Adjektiv in Bezug auf Menschen verwendet z.B. muslimische Frau, muslimischer Schüler oder muslimische Bevölkerung, nicht aber muslimische Religion, sondern islamische. Richtig ist auch islamische Länder, nicht muslimische. - [Moslem*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/moslem-moslemin): ist eine etwas altmodisch klingende und daher seltener gebräuchliche Bezeichnung für Muslim*innen. - [Mohammedaner](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mohammedaner): ist ein veralteter Begriff und als Synonym für Muslim*innen unpassend, weil sie Mohammed nicht als Gott verehren. In der Regel findet der Begriff auf einschlägig islamfeindlichen Blogs Verwendung und ist abfällig gemeint. - [Misrachim](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/misrachim): ist eine Fremdbezeichnung für nicht aschkenasische Juden*Jüdinnen, also auch für Sephardim, die vor allem von aschkenasischen Juden*Jüdinnen in Israel verwendet wird. Sie folgen dem sephardischen Judentum und bezeichnen sich selbst als Sephard*innen. - [Mischling](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mischling): ist als Bezeichnung dem Tierreich entlehnt und beruht auf der Rassentheorie. Der rassistische Begriff sollte nicht auf Menschen übertragen werden. Ist die Information relevant, kann die Herkunft der Eltern konkret benannt werden. „Mischling“ ist nicht gleichbedeutend mit mixed. - [Mischehe](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mischehe): beruht als Begriff auf der Rassentheorie und wurde vor allem im Zuge der „Rassenhygiene“ zur Zeit des Nationalsozialismus verwendet. Gute Alternativen sind binationale oder ggf. interreligiöse Ehe. - [Minderheitensekretariat](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/minderheitensekretariat): wurde 2005 für die Verbände der nationalen Minderheiten in Deutschland eingerichtet. Das Minderheitensekretariat unterstützt die Arbeit des Minderheitenrates inhaltlich und organisatorisch, als eine Verbindungsstelle zwischen den Verbänden der anerkannten Minderheiten und Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat. - [Mikroaggressionen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mikroaggressionen): Die regelmäßigen, vermeintlich kleinen diskriminierenden Übergriffe, die Menschen in ihrem Alltag machen. Eine alltagsrassistische, angeblich harmlos gemeinte Frage wie „Wo kommst Du wirklich her?“ mag in ihrer Singularität nicht so schlimm erscheinen, jedoch summiert sie sich mit den anderen rassistischen oder diskriminierenden Interaktionen, die marginalisierte Menschen erfahren, auf. Alice Hasters beschreibt sie als „Mückenstiche“ – ein einzelner kann harmlos wirken, aber in Summe werden sie sehr schmerzhaft 1. - [Messereinwanderung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/messereinwanderung): ist ein propagandistischer Begriff, den die AfD-Bundestagsfraktion 2018 aufgebracht hat und der von einigen Boulevard-Medien („Messer-Angst!“1) aufgenommen wurde2. Für die Behauptung, Gewalttaten von Migrant*innen mit Messern seien bundesweit stark angestiegen seien, gibt es keine seriösen statistischen Belege, u. a. weil Landesbehörden solche Straftaten auf sehr unterschiedliche Weise erfassen. - [Menschenschmuggel](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/menschenschmuggel): Viele Schutzsuchende sind auf Menschenschmuggler*innen angewiesen, wenn sie nach Europa gelangen wollen (andere Bezeichnungen sind Schlepper*innen oder Schleuser*innen). In der Debatte wird Menschenschmuggel oft fälschlicherweise mit Menschenhandel gleichgesetzt. Menschenhandel ist jedoch eine andere Straftat. Menschenhändler*innen verdienen nicht in erster Linie am Transport der Betroffenen, sondern an der anschließenden Ausbeutung. - [Migrationsvordergrund](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/migrationsvordergrund): eine meist augenzwinkernd gemeinte Selbstbezeichnung von Menschen, deren Migrationshintergrund sichtbar ist. - [Mauscheln](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mauscheln): Mauschel war vom 17. Jahrhundert an der antijüdische Spottname für eine*n Juden*Jüdin (abgeleitet vom Namen Moische = Moses). Mauscheln bedeutete zuerst abfällig die undeutliche Art, wie ein*e Mauschel*in spricht – gemeint war die jiddische Sprache. Aus der antisemitischen Ideologie heraus entwickelte sich als zweite Bedeutung für Mauscheln das Betrügen, das angeblich unsaubere Geschäft “nach Judenart„ nannte man dann Mauschelei. Die Begriffe haben also einen antisemitischen Ursprung. - [Maghreb-Staaten](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/maghreb-staaten): (arabisch: Westen, wörtlich: Ort, wo die Sonne untergeht) ist die zusammenfassende Bezeichnung für die drei nordafrikanischen Staaten Tunesien, Algerien und Marokko. Teilweise werden auch Libyen und Mauretanien dazugezählt. Im Mai 2016 wurden Tunesien, Algerien und Marokko per Bundestagsabstimmung zu sicheren Herkunftsländern erklärt, was die Abschiebung von Geflüchteten aus diesen Ländern erleichtert. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass dies für keines der drei Länder zutrifft. - [Lügenpresse](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/luegenpresse): ist ein politisches Schlagwort zur Diffamierung der Medien. Ab den 2000er Jahren nutzten es vor allem Neonazis und Rechtsextreme, es wurde bei Pegida-Demos häufig skandiert, heute hetzen auch rechtsradikale und -extreme Politiker*innen mit diesem oder ähnlichen Begriffen gegen journalistische Medien. Dahinter steht die Verschwörungstheorie, dass in den Medien, vermeintlich planmäßig und gesteuert, Desinformation betrieben würde. Entsprechend werden verächtlich gemeinte Chiffren, wie Staatsfunk, „System-“ oder „Mainstream-Medien“, benutzt. „Lügenpresse“ war 2014 das Unwort des Jahres.1 - [Mixed](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mixed): ist eine Selbstbezeichnung für Menschen, die weiße und Schwarze Eltern oder Großeltern haben. Der Begriff mixed beschreibt Personen, die von weißen Privilegien der Eltern oder eigenen light-skinned Privilegien profitieren können, beispielsweise der deutschen Staatsangehörigkeit. Es ist falsch, mixed mit Mischling zu übersetzen. Die Debatte um die Bezeichnung von Menschen mit weißen und Schwarzen Eltern ist in Deutschland allerdings noch im Gange. - [Liberale Muslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/liberale-muslime): wurde 2010 durch die Gründung des Liberal-Islamischen Bunds (LIB)1 als Begriff etabliert und ist die Selbstbezeichnung einer Gruppe von Muslim*innen, die zeitgemäße Zugänge zum Koran proklamieren und eine pluralistisch-freiheitliche Auffassung des Islam vertreten. Der LIB grenzt sich bewusst von den Säkularmuslim*innen und den islamischen Verbänden (wie Ditib, Zentralrat der Muslime usw.) ab. - [Leitkultur](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/leitkultur): wurde als Begriff vom Göttinger Politologen Bassam Tibi geprägt, dem zufolge sich Menschen mit Migrationshintergrund in heterogenen Einwanderungsgesellschaften den herrschenden kulturellen Normen anzupassen hätten, ohne die eigene Kultur aufgeben zu müssen1. Der Begriff wurde 2000 vom damaligen CDU-Generalsekretär Friedrich Merz übernommen, der bemängelte, es gebe keine deutsche Leitkultur mehr2. Dabei ging es nicht um gemeinsame Werte, sondern um einen Katalog dessen, was Eingewanderte sich zu eigen machen sollten, wollten sie in Deutschland leben. 2024 wurde der Begriff in das Grundsatzprogramm der CDU aufgenommen3. Im Zuge der Asyldebatte wird Leitkultur als Schlagwort in der bürgerlichen Mitte benutzt, kursiert aber auch unter Rechtsradikalen und -extremen. - [Kulturbereicherer](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kulturbereicherer-2): ist zynisch gemeint und stammt aus der rechtsextremen Szene. Der Begriff bezeichnet männliche Geflüchtete. Er soll die radikale Ablehnung von Menschen mit internationaler Geschichte ausdrücken und ist die zynische Auslegung eines Zitats von Sigmar Gabriel (SPD), der 2015 von einer kulturellen Bereicherung durch Geflüchtete sprach. - [Xenophobie](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/xenophobie): (griech. xeno, fremd) bezeichnet die ablehnende Haltung gegenüber einer Gruppe, die als fremd wahrgenommen wird, aber nicht automatisch fremd sein muss, wie zum Beispiel Afrodeutsche oder Muslim*innen. Xenophobie ist eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Der Begriff wird kritisiert, weil „Phobie“ wörtlich übersetzt Angst bedeutet, es bei Xenophobie aber nicht um eine natürliche Angst geht, sondern um Feindlichkeit und Hass. - [Thora / Tora / Torah](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/thoratoratorah): ist der erste Teil der Heiligen Schrift des Judentums (Tanach) und besteht aus fünf Büchern. Sie ist der Grundstein jüdischen Glaubens und eine Quelle für jüdisches Recht, Ethik und Lebensweise. Daneben wurde die mündlich überlieferte Lehre später im Talmud festgehalten. - [Konservatives Judentum](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/konservatives-judentum): ist eine in den USA entstandene Bewegung, deren Ursprünge allerdings in Deutschland liegen. In den Vereinigten Staaten bildet das konservative Judentum, neben dem liberalen Judentum, heute die größte Gruppe. Konservative Juden*Jüdinnen legen mehr Wert auf Traditionen als liberale, sie passen die Religionsgesetze jedoch auch zeitgemäß an. Ähnlich wie im orthodoxen Judentum werden Gesetze wie bspw. die Speisevorschriften eingehalten, sie werden aber weniger streng ausgelegt. Zudem können Frauen im religiösen Ritus des konservativen Judentums – je nach Gemeinde – mehr Rechte haben als in der Orthodoxie. Die Begriffe „konservativ“, „liberal“ oder „orthodox“ dürfen also keineswegs mit politischen Richtungsbezeichnungen verwechselt werden. - [Königsteiner Schlüssel](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/2098): ist ein Verteilungsschlüssel, der die Aufteilung von Flüchtlingen in die Bundesländer regelt. Mit ihm wird jährlich neu festgelegt, wie viele Schutzsuchende ein Bundesland aufnimmt. Die Verteilung richtet sich nach den Steuereinnahmen (2/3 Anteil bei der Bewertung) und der Bevölkerungszahl (1/3 Anteil bei der Bewertung). - [Maafa](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/maafa): ist Kiswahili und bedeutet „Katastrophe, große Tragödie, schreckliches Ereignis“. Maafa bezeichnet die jahrhundertelange Ausbeutung, Unterdrückung und Versklavung der Schwarzen Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent durch weiße Menschen sowie die Widerstandsfähigkeit Schwarzer Menschen. Als Begriff einer afrikanischen Sprache ist Maafa eine selbstbestimmtere Alternative zum Begriff “Afrikanischer Holocaust”.1 - [Kaschrut](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kaschrut): beschreibt die jüdischen Speisegesetze. In ihnen ist festgelegt, welche Lebensmittel erlaubt (koscher) und welche verboten („treif“/ „trefe“/ „treife“) sind. - [Kartoffel](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kartoffel): ist ein ironischer, umgangssprachlicher Begriff für Deutsche ohne Migrationshintergrund und ist aus der Annahme entstanden, in Deutschland würden besonders viele Kartoffeln verzehrt, was nur bedingt stimmt. Populär wurde „Kartoffel“ als Zuschreibung in der Jugendsprache und Popkultur seit den frühen 00er Jahren. Mittlerweile haben sich vor allem deutsche Rapper*innen den Begriff als ironische Selbstbezeichnung angeeignet. Kartoffel ist im öffentlichen Diskurs meist humorvoll konnotiert. Trotzdem wird der Begriff von manchen als Beleidigung abgelehnt. Deutsche ohne Einwanderungsgeschichte, die sich als Ally gegen Rassismus einsetzen, werden außerdem liebevoll „Süßkartoffel“ genannt 1. - [Kabbala](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kabbala): ist eine mystische Tradition im Judentum, bei der spirituelle Erlebnisse im Mittelpunkt stehen. Verschiedene kabbalistische Schulen sind weltweit seit dem 13. Jh. entstanden. Heute werden kabbalistische Konzepte vor allem in chassidischen Gemeinden in den USA und Israel, aber auch in nicht-jüdischen Kreisen fortgeführt. So wurde in den 1970ern das Kabbalah Center in den USA gegründet, das durch Prominente wie Madonna bekannt wurde. - [Sephardim](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sephardim): sind ursprünglich die Nachkommen von Juden*Jüdinnen aus West- und Südeuropa bzw. den Mittelmeerländern, die im 15. Jahrhundert von dort vertrieben wurden. Heute bezeichnen sich alle nicht-aschkenasischen Juden*Jüdinnen als Sephardim. - [Jahrestag des Terroranschlags in Halle](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/jahrestag-des-terroranschlags-in-halle): Bei einem antisemitischen Anschlag am 09. Oktober 2019 versuchte ein Rechtsextremist, in eine Synagoge in Halle zu gelangen und Juden*Jüdinnen zu töten. Es war der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur. Die Sicherheitstür der Synagoge verhinderte sein Eindringen und er erschoss daraufhin willkürlich eine Passantin und einen Besucher eines Imbisses1. Am 09. Oktober wird seitdem jährlich an diesen Anschlag erinnert. - [Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/jahrestag-des-rassistischen-anschlags-in-hanau): Am 19. Februar 2020 tötete in Hanau ein Mann aus rassistischen Motiven neun Menschen mit Einwanderungsgeschichte, seine Mutter und sich selbst. Jährlich gedenken seitdem viele Menschen und Initiativen (allen voran die Initiative 19. Februar Hanau1) der Opfer, fordern die vollständige Aufklärung der Tat und setzen sich für den Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus ein. - [Islamophobie](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamophobie-2): ist der wissenschaftliche Begriff für die generelle Ablehnung des Islam und von tatsächlichen oder mutmaßlichen Muslim*innen. Daneben beschreibt Islamophobie auch die stereotypisierende Darstellung von Muslim*innen (u. a. auf islamfeindlichen Blogs) sowie diskriminierendes Verhalten gegenüber muslimischen Menschen bzw. solchen, die dafür gehalten werden. Der Begriff steht in der Kritik, weil er durch die Endung -phobie auf eine Angst und somit auf eine Emotionalisierung des Themas fokussiert. Dabei lässt er außer Acht, dass es um Motive der Ausgrenzung und Abwertung geht1. Bessere Alternativen sind Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus. - [Islamisierung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamisierung): ist ursprünglich ein historischer Begriff (analog zur Christianisierung). Re-Islamisierung ist der Fachbegriff für eine wachsende Bedeutung islamischer Religionen in der heutigen Zeit. Als politisches Schlagwort verwendet, wird „Islamisierung“ mit Radikalisierung assoziiert. Dabei wird Muslim*innen unterstellt, den Islam generell radikal auszulegen oder extremistisch zu agieren. Nicht nur in rechtspopulistischen Kreisen ist der Begriff verbreitet, um vor einer vermeintlichen Überfremdung durch den Islam und seinen (mutmaßlichen) Anhänger*innen zu warnen. Der alarmistische Begriff sollte in der Berichterstattung nicht unreflektiert benutzt werden. Auf Deutschland bezogen wäre eine solche Gefahr durch die rund 6%1 2Muslim*innen, die hier leben, vollkommen unrealistisch. - [Islamisch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamisch): bezieht sich als Adjektiv nicht auf Menschen, sondern nur auf Objekte mit Islambezug und auf den Glauben selbst, z.B. islamische Theologie (nicht muslimische), islamischer Feiertag, islamischer Verein oder islamische Länder. - [Internationaler Tag gegen Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/internationaler-tag-gegen-rassismus): Der Internationale Tag gegen Rassismus gilt dem Kampf gegen Rassismus und der Solidarität mit den Opfern von Rassismus. Er findet am 21. März statt und wird von den Internationalen Wochen gegen Rassismus begleitet, während derer viele Organisationen und Initiativen Informationsveranstaltungen, Workshops, Aktionen und Demonstrationen anbieten. Das Datum geht auf den 21. März 1960 zurück, an dem bei einer Demonstration gegen die Apartheidsgesetze in Südafrika 69 Menschen durch rassistische Polizeigewalt starben. - [Internationaler Holocaust-Gedenktag](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/internationaler-holocaust-gedenktag): Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau befreit. Es war das größte Vernichtungslager des NS-Regimes. Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland Gedenktag, 2005 wurde er von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. - [Integrationsverweiger*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/integrationsverweigerer): steht für die diffuse Vorstellung, dass Eingewanderte die deutsche Gesellschaft, ihre Werte und Gesetze ablehnen würden. War früher noch die Rede von Menschen mit „Integrationsbedarf“ und „Integrationsproblemen“, wurden daraus später „Integrationsunfähige“ oder „Integrationsunwillige“ und danach „Integrationsverweiger*innen“. Daran wird deutlich, dass Menschen aus eingewanderten Familien oft eine willentliche und aktive Abgrenzung unterstellt wird, was jedoch sehr selten der Fall ist. Studien verweisen dagegen auf einen Mangel an Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und fehlende oder erschwerte Möglichkeiten zur Partizipation. - [Integration](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/integration): ist ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit Migrant*innen fällt und als Bringschuld der Einwander*innen gemeint ist. Wissenschaftler*innen dagegen verwenden ihn, um Sachverhalte zu beschreiben, wie Teilhabe und Zugang zu Arbeit oder Bildung. In diesem Sinn ist bspw. von Integrationspolitik oder Integrationsprojekten die Rede. In Politik und Berichterstattung kommen oft Formulierungen wie gescheiterte oder „gelungene Integration“ vor; ebenso wie bei der Übertragung auf Personen (Integrationsverweiger*in) werden gesellschaftliche Probleme dadurch individualisiert und kulturalisiert. Alternativen: Teilhabe, Chancengleichheit, Inklusion. - [Internationaler Tag der indigenen Bevölkerungen der Welt](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/internationaler-tag-der-indigenen-bevoelkerungen-der-welt): Der Internationale Tag der indigenen Bevölkerungen der Welt wird jährlich am 9. August begangen und wurde 1994 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Das Datum geht auf die Eröffnungssitzung der UN-Arbeitsgruppe zu indigenen Bevölkerungen im Jahr 1982 zurück.1 - [Imam*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/imam): ist das arabische Wort für die Person, die vorne steht/vorsteht. In deutschen Medien ist damit meist die religiöse Führung islamischer Gemeinden oder ein*e Vorbeter*in gemeint, obwohl die Vorbeter*innen in türkischen Gemeinden i.d.R. Hoca heißen. Zu den Aufgaben von Imam*innen in Deutschland gehören, neben dem Vorbeten und Predigen, die religiöse Unterweisung für Kinder und Erwachsene, die Seelsorge und der interreligiöse Dialog. Andere Begriffe für dieses Amt sind Scheikh und Murshid. Frauen können z. B. als weibliche Hoca, Murshida, Weize oder Sheika einer islamischen Gemeinde vorstehen oder Funktionen religiöser Autoritäten ausüben (Koraninterpretation, Erstellung von Rechtsgutachten); Imaminnen beten meistens nur weiblichen Gläubigen vor. - [Identitätspolitik](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/identitaetspolitik): Identitätspolitik beschreibt ursprünglich die Selbstermächtigung marginalisierter Gruppen, die für ihre Interessen einstehen. Der Begriff wurde in den 1970er Jahren vom Combahee River Collective, einem Kollektiv von Schwarzen, lesbischen Frauen, geprägt. Sie sahen sich in Politik und Aktivismus weder von weißen Frauen noch von Schwarzen Männern vertreten und nutzten den Begriff, um die Selbstermächtigung Schwarzer, lesbischer Frauen zu beschreiben1 (s. a. Intersektionalität). Im Sinne progressiver Identitätspolitik soll sich Politik an den Bedürfnissen der marginalisierten, unterdrückten und prekär lebenden Mitglieder der Gesellschaft orientieren und damit Chancengleichheit für alle erreichen2. Der Begriff ist in den letzten Jahren öffentlich viel diskutiert und rechtsradikal vereinnahmt worden. Progressiver Identitätspolitik wird vorgeworfen, sie ginge mit den Forderungen nach Gerechtigkeit zu weit und spalte die Gesellschaft3. - [Holocaust](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/holocaust): (griech. vollständig verbrannt) bezeichnet die systematische, massenhafte Ermordung von Juden*Jüdinnen und anderen Minderheiten durch die Nationalsozialist*innen. Eingeführt wurde der Begriff 1979 als Titel der amerikanischen Fernsehserie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß“, die auch in Deutschland sehr populär war. Manche Juden*Jüdinnen lehnen das Wort allerdings ab, weil das Brandopfer in der Thora die Obhut Gottes verspricht, und bevorzugen deswegen den hebräischen Begriff Shoa (auch Shoah, Schoa oder Schoah), der für „große Katastrophe“ steht. Bis heute gibt es keinen eigenen deutschen Begriff für diesen historischen Massenmord. - [Heimatschutz](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/heimatschutz): bezieht sich heute teils auf den Denkmalschutz (Schweiz) und ist ebenso ein militärischer Begriff. Er ist belastet, weil Neonazis ihn häufig nutzen (aus der neonazistischen Vereinigung „Thüringer Heimatschutz“ ist der NSU entstanden). Zudem wird Heimatschutz von Rechtsradikalen und Rechtsextremen auch als Argument für mehr Umweltschutz und daraus folgend gegen Einwanderung vorgebracht, um die „deutsche Natur“ zu erhalten. - [Weiß gelesen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/weiss-gelesen): (engl. White Passing) ist eine Person mit meistens sehr heller Haut (light-skinned) und/oder wenig gelockten Haaren, die Schwarze Eltern oder Großeltern hat, und als weiß, also ohne afrodiasporische Migrationsgeschichte wahrgenommen wird. In ähnlichen Fällen können auch People of Color als weiß gelesen werden. Historisch konnte es große Vorteile bringen, für weiß gehalten zu werden und auch heute noch sind damit Privilegien verbunden (weiße Privilegien). Aber auch Weißgelesene können beispielsweise aufgrund ihrer Schwarzen Familie Rassismus erleben. Teilweise bezeichnen sie sich deshalb ebenfalls als Schwarz, PoC oder nicht-weiß. - [Hate Speech](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/hate-speech): Hate Speech (dt. Hassrede) ist ein Phänomen, das sich zunehmend im Internet ausgebreitet hat. Es bezeichnet sprachliche Handlungen gegen Einzelpersonen und/oder Gruppen mit dem Ziel der Abwertung oder Bedrohung 1. Oft handelt es sich um menschenfeindliche (z. B. rassistische) Äußerungen. Betroffene sind i. d. R. Gruppen, die ohnehin schon gesellschaftlich unterdrückt sind, und Menschen, die sich mit ihnen solidarisieren. Hasskommentare kommen laut dem BKA mehrheitlich aus dem rechtsextremen Spektrum 2. Hate Speech selbst ist kein juristischer Straftatbestand, es hängt von der jeweiligen Aussage ab, ob es sich z. B. um Volksverhetzung, Beleidigung o. ä. handelt, oder “lediglich” eine abwertende und verletzende Meinungsäußerung 3. - [Trolle](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/trolle): ist eine Bezeichnung für Menschen, die strategisch im Netz Hass verbreiten. Im Gegensatz zu automatisierten, softwaregestützten Bots stehen hinter Trollen echte Menschen. Oft sind es nur wenige gut vernetzte Personen, die eine Vielzahl von Fake-Profilen bedienen und so, z. B. mit einem Shitstorm, den Eindruck erwecken, sie wären viel mehr Menschen, als sie wirklich sind. Durch die Dominanz und Überrepräsentation rechter Inhalte entsteht so ein verzerrtes Meinungsbild. Ein prominenter Fall für ein solches Trollnetzwerk ist “Reconquista Germania”1. - [Halal und Haram](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/halal-und-haram): sind aus dem Arabischen stammende Begriffe aus dem Koran, wobei Halal „erlaubte“ Verhaltensweisen bezeichnet, während Haram „Unerlaubtes“ festlegt. Bei Lebensmitteln sind bspw. Schweinefleisch und Alkohol haram, wobei viele Muslim*innen mit den Nahrungsmittelgeboten eher individuell umgehen. Auch für die Herstellung der Lebensmittel gibt es Regeln, weshalb viele Hersteller mittlerweile mit Halal-Zertifikaten werben (siehe auch Koscher im Kapitel „Juden*Jüdinnen“). - [Koscher](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/koscher): (hebr. rein, geeignet) ist alles, das religiösen jüdischen Gesetzen entsprechend hergestellt oder zubereitet wurde. Welche Speisen koscher sind bzw. trefe, also nicht koscher, wird durch die Kaschrut-Vorschriften bestimmt. Teilweise gelten die Regeln auch für Materialien, wie Stoffe oder Geschirr (Halal und Haram im Kapitel „Musliminnen und Muslime“). - [Gypsy](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gypsy): leitet sich vom englischen Wort „Egyptian“ ab und ist eine englische Fremdbezeichnung, mit der nomadische Gruppen beschrieben werden. Ähnlich wie das deutsche Z*** ist auch dieser Begriff negativ konnotiert. Er wird in englischsprachigen Ländern noch häufig verwendet. In Deutschland hält der Begriff in der Popkultur Einzug. Dabei wird ein romantisierendes Bild von Angehörigen der Roma-Minderheiten propagiert. - [Grenze des Sagbaren](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/grenze-des-sagbaren): wird in der Berichterstattung oft im Kontext von gezielten sprachlichen Tabubrüchen durch Rechtsradikale und Rechtsextreme erwähnt. Meist geht es um die Frage, ob sich eine Grenze dahin verschoben hat, dass menschenfeindliche und verhetzende Aussagen nun sagbar seien. Allein die Frage kommt einem Zugeständnis an diejenigen gleich, die versuchen, solche Aussagen in die Mitte des gesellschaftlichen und medialen Diskurses zu holen. - [Zensur](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/zensur): wäre im Sinne des Grundgesetzes eine staatliche Kontrolle von Medien vor ihrer Veröffentlichung (Vorzensur) und ist in Deutschland verboten (Art. 5 GG). Die Meinungsfreiheit hat dort ihre Grenzen, wo andere Rechte verletzt werden, z. B. durch Volksverhetzung. Werden strafbare Inhalte im Internet nachträglich gelöscht, geschieht das im Rahmen der Strafverfolgung und / oder des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes, NetzDG. Teilweise wird eine „Zensur“ beklagt, wenn gegen rassistische Äußerungen und für zivile Umgangsformen appelliert wird. Tatsächlich ist das lediglich ein Ausdruck guter Manieren und einer Meinungsvielfalt im demokratischen Diskurs. - [Sprachpolizei](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sprachpolizei): ist ein Begriff, der in rechten Kreisen oft verwendet wird, wenn Betroffene sich kritisch über herabwürdigende Bezeichnungen äußern, wie z. B. dem N-Wort1. Da in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht (Art. 5 GG), ist es beiden Seiten unbenommen, Kritik zu äußern. Ausgenommen von der Meinungsfreiheit sind allerdings Handlungen wie Volksverhetzung, Aufruf zu Straftaten, Verleumdung oder Beleidigungen2. - [Political Correctness](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/political-correctness-engl-politische-korrektheit): (engl. politische Korrektheit) kurz: PC, entstand in den 1970er Jahren in den USA und bezeichnete die Forderung nach diskriminierungsfreier Sprache1. Seit den 1990er Jahren wird der Begriff von Rechtsextremen, Rechtsradikalen und Rechtspopulist*innen strategisch umgedeutet und dient als politischer Kampfbegriff, um öffentlichkeitswirksam eine angebliche Meinungsdiktatur und Zensur zu behaupten. Ziel ist es, das Bestreben um diskriminierungskritische Sprache und Handlungen sowie differenzierte Berichterstattung zu diffamieren. - [Meinungsdiktatur](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/meinungsdiktatur): herrscht in Deutschland zwar nicht (Art. 5 GG Meinungsfreiheit), in rechten Kreisen wird trotzdem oft behauptet, man könne seine Meinung nicht mehr äußern. Dahinter steckt meistens die Strategie, rassistische Aussagen zu relativieren und Fortschritte in Sachen sensibler Sprache zu diskreditieren. - [Gescheiterte Integration](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gescheiterte-integration): wird häufig als Ursache für Jugendkriminalität und andere Probleme genannt. Dabei wird oft unterstellt, dass zum Beispiel Verstöße gegen Gesetze und Normen begangen werden, weil die deutsche Gesellschaftsordnung abgelehnt und stattdessen einer vermeintlich archaischen Einwandererkultur mit eigenen Regeln gefolgt wird. Meist sind jedoch andere Ursachen zu finden, wie mangelnde Chancengleichheit oder Bildungsgerechtigkeit, soziale Benachteiligung etc. - [Gedenktag an Oury Jalloh](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gedenktag-an-oury-jalloh): Am 07. Januar 2005 starb der aus Sierra Leone geflüchtete Oury Jalloh in Polizeigewahrsam. Laut amtlicher Aussage soll er sich selbst angezündet haben, die Initiative „In Gedenken an Oury Jalloh“ zweifelt das allerdings aufgrund eigener Untersuchungen stark an und setzt sich dafür ein, dass Jallohs Tod als Mord aufgeklärt und anerkannt wird 1. Die Initiative hält jährlich zu seinem Todestag eine Gedenkdemonstration ab und kämpft gegen rassistische Polizeigewalt 2. - [Fundamentalist*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fundamentalist): stammt aus der Geschichte der christlichen Kirchen und bezeichnete Angehörige einer Strömung im Protestantismus der USA Anfang des 20. Jh. Inzwischen wird der Begriff auch im politischen Kontext benutzt. Es ist aber umstritten, ob er auf bestimmte Strömungen im Islam anwendbar ist. Alternativ kann man auf Formulierungen zurückgreifen wie rückwärtsgewandte oder konservative Muslim*innen oder altherkömmlich gläubige Muslim*innen. Handelt es sich bei den zu Bezeichnenden um militante Fundamentalist*innen (jedes Glaubens), kann man von Terrorist*innen sprechen. - [Fremdarbeiter*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fremdarbeiter): ist eine Bezeichnung für Arbeitsmigrant*innen, die immer noch hin und wieder in Boulevard-Medien auftaucht – dann allerdings ohne Genderstern. Sie ist seit der NS-Zeit historisch belastet und sollte nur mit einer entsprechenden geschichtlichen Einordnung verwendet werden. Als Alternative eignen sich Arbeitseinwander*in, migrantische*r Arbeiter*in oder arbeitsmarktbezogene Einwander*innen / Zuwander*innen (Fachsprache). - [Freiwillige Ausreise / Rückkehr](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/freiwillige-ausreiserueckkehr): ist ein beschönigender Begriff für die Ausreise bzw. Rückkehr, die Asylsuchenden nahe gelegt wird, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Lehnen sie ab, muss nach spätestens 30 Tagen die Abschiebung erfolgen. - [Flüchtlingsschutz](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fluechtlingsschutz): wird nach der Genfer Flüchtlingskonvention gewährt. Darüber hinaus gibt es subsidiären Schutz und Abschiebungsverbote für Geflüchtete. Einen Rechtsanspruch auf Asyl in Deutschland haben nur politisch Verfolgte, so wäre z. B. ein Bürgerkrieg allein kein Asylgrund, aber ein Grund für subsidiären Schutz. - [Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/unbegleitete-minderjaehrige-fluechtlinge): (umF) Bezeichnung für Schutzsuchende, die noch nicht volljährig sind und ohne sorgeberechtigte Begleitung aus ihrem Heimatland fliehen. Von den weltweit knapp 60 Millionen Geflüchteten, die es 2015 weltweit gab, sind laut UN-Flüchtlingshilfe etwa 50 Prozent unter 18 Jahre alt. Europäisches Recht schreibt vor, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge besonders geschützt werden, wozu etwa der gesetzlich garantierte sofortige Zugang zu Schule und Ausbildung gehört. In der Praxis wird allerdings Kindern in Erstaufnahmeeinrichtungen der Schulbesuch teils monatelang verwehrt. Seit Ende 2015 werden allein geflüchtete Kinder und Jugendliche – wie Erwachsene – über eine Quotenregelung bundesweit verteilt. Grundlage dafür ist das „Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher“, in dem bspw. die umstrittenen medizinischen Verfahren zur Alterseinschätzung weiterhin als Möglichkeit zur Schätzung des Alters vorgesehen sind. - [Kontingentflüchtlinge](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kontingentfluechtlinge): sind Geflüchtete aus Krisenregionen, die im Rahmen nationaler oder internationaler Hilfsaktionen staatlich aufgenommen werden. Kontingentflüchtlinge durchlaufen nicht das Asylverfahren und erhalten vorübergehend Schutz in Deutschland. Als Kontingentflüchtlinge wurden zum Beispiel auch jüdische Emigrant*innen aus der ehemaligen UdSSR bezeichnet. Oft wird heutzutage von Flüchtlingen gesprochen, die in festgelegter Anzahl aus humanitären Gründen aufgenommen werden (das galt z.B. für Menschen aus Syrien). - [Flüchtlingskrise](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fluechtlingskrise): ist ein häufig benutztes Schlagwort in der Asyldebatte. Es sagt aus, dass es eine Krise wegen geflüchteten Menschen gebe und weist die Verantwortung den Schutzsuchenden zu, anstatt die Ursachen für Probleme z.B. im Versagen deutscher Politik oder Strukturen zu suchen. Entsprechend kann stattdessen auch von einer Krise der Asylpolitik oder neutraler von Fluchtmigration oder Fluchtbewegung die Rede sein. - [Genfer Flüchtlingskonvention (GFK)](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/genfer-fluechtlingskonvention-gfk): ist die wichtigste völkerrechtliche Vereinbarung darüber, wer als Flüchtling anerkannt wird und damit internationalen Schutz genießt. Das „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“, wie die GFK eigentlich heißt, wurde 1951 verabschiedet. Mittlerweile haben über 100 Staaten die GFK unterzeichnet, darunter auch Deutschland. Im deutschen Aufenthaltsrecht ist festgelegt, dass nicht abgeschoben werden darf, wer die Flüchtlingsdefinition der GFK erfüllt. - [Flüchtlingsstrom, -zustrom, -welle](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fluechtlingsstrom-zustrom-fluechtlingswelle): sind Metaphern, mit denen die Einreise von Geflüchteten beschrieben wird. Sie vermitteln das Bild eines Naturphänomens, das sich seinen Weg nach Deutschland bahnt oder das Land überschwemmt. Der Begriff suggeriert, dass die Politik machtlos einer Naturgewalt ausgesetzt ist und weist damit den Schutzsuchenden selbst die Verantwortung für asylpolitische oder strukturelle Probleme bei ihrer Aufnahme in Deutschland zu. Journalistisch angemessener ist es, konkrete Zahlen zu nennen oder neutral von Fluchtmigration zu sprechen. - [Subsidiärer Schutz](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/subsidiaerer-schutz): kann von Geflüchteten nach der Europäischen Menschenrechtskonvention in Anspruch genommen werden, wenn ihr Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt wurde. Sie werden als subsidiär Schutzberechtigte anerkannt, wenn sie den Behörden stichhaltige Gründe dafür vorbringen können, dass ihnen im Herkunftsland ein ernsthafter Schaden droht. Dann wird ein einjähriger Schutz gewährt, mit Möglichkeit zur Verlängerung auf drei Jahre. - [Fatwa](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fatwa): (arabisch) ist eine Rechtsauskunft von einer muslimischen Autorität, die auf Anfrage ein religiöses oder rechtliches Problem klärt. Anders als ein Gerichtsurteil beruht die Fatwa auf der persönlichen Interpretation und der jeweiligen islamischen Rechtsschule ihres Verfassers. Somit können Muslim*innen zur gleichen Frage widersprüchliche Fatwas erhalten. Oftmals werden Fatwas als praktische Lebensberatung zu Alltagsfragen erlassen. - [Koran/Qur’an](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/koran): (arab. Lesung, Rezitation) ist die Heilige Schrift des Islams. Er ist in Reimprosa abgefasst und enthält gemäß dem Glauben von Muslim*innen die wörtliche Offenbarung Gottes, die an den Propheten Mohammed, durch den Engel Gabriel herabgesandt wurde. Der Koran ist die wichtigste Quelle für islamische Theologie und islamisches Recht, sowie Ethik und Glaubenspraxis. Dennoch umfasst er nicht alle Belange und Fragestellungen von Muslim*innen. Eine weitere bedeutende Quelle ist die Sunna (überlieferte Norm) des Propheten, in der mündlich überlieferte Aussprüche und Taten Mohammeds in den Hadith / pl. Ahadith festgehalten wurden. - [Hadith / pl. Ahadith](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/hadith): (arab. Bericht, Erzählung) In den Ahadith wurde das Reden, Handeln oder billigende Schweigen des Propheten festgehalten. Die Gesamtheit der Ahadith bildet die Sunna; neben dem Koran ist sie die zweite zentrale Quelle für islamische Theologie und islamisches Recht sowie Ethik und Glaubenspraxis. - [Farbig / Farbige](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/farbige): ist eine koloniale Fremdbezeichnung, die Schwarze Menschen und People of Color als Abweichung von der weißen „Norm“ betrachtet und eine vermeintliche Hautfarbe beschreibt. Als rassistische Bezeichnung wird sie von vielen deshalb ebenso abgelehnt, wie der Begriff Dunkelhäutige. Zudem meint „Farbige“ im Deutschen nicht das Gleiche, wie mit den englischen Selbstbezeichnungen Black, Indigenous and People of Color (BIPoC) ausgesagt wird, und ist deshalb nicht synonym verwendbar. - [Latinx](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/latinx): (sprich: La-tí-nex) ist eine Selbstbezeichnung von Menschen lateinamerikanischer Herkunft. Der Begriff hat sich als inklusive und geschlechtergerechte Alternative für Latino / Latina im englischsprachigen Raum entwickelt. - [Familiennachzug](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/familiennachzug): ist ein feststehender Begriff im Asylverfahren. Er besagt, dass anerkannte Flüchtlinge (Geschützte Personen) ihre Ehepartner*innen und Kinder nach Deutschland holen können und diese dann ebenfalls ein Aufenthaltsrecht bekommen. Voraussetzungen dafür sind z.B. ausreichender Wohnraum und die Möglichkeit, den Lebensunterhalt für die Familie sichern zu können. Nachziehende Ehepartner*innen müssen in der Regel einfache Deutschkenntnisse nachweisen. Mit dem sog. Asylpaket II, das Anfang 2016 in Kraft trat, wurde der Familiennachzug allerdings stark eingeschränkt. - [Extremismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/extremismus): bezeichnet laut Polizei und Verfassungsschutz extreme politische Haltungen, mit dem Ziel, sie gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung durchzusetzen. Extremist*innen handeln verfassungsfeindlich, oft auch gewaltsam. Der Begriff ist umstritten, weil er undifferenziert ist und voraussetzt, dass es nur einen extremen linken und rechten Rand gibt. Ideologien der Ungleichwertigkeit und die Ablehnung der Demokratie finden sich jedoch auch in der Mitte der Gesellschaft. Umgangssprachlich wird Extremismus oft irrtümlich mit Radikalismus gleichgesetzt. - [Rechtspopulismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rechtspopulist): dient oft als Beschreibung für die Politik rassistischer Protestparteien. In der Forschung ist umstritten, ob es sich bei Rechtspopulismus um eine Ideologie handelt oder um einen Politikstil von Parteien der radikalen Rechten1 (vgl. rechtsradikal). Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer kritisiert den Begriff „Rechtspopulismus“ als verharmlosend und spricht von einem autoritären Nationalradikalimus.2 Fest steht: Rechtspopulist*innen arbeiten mit Gegensätzen, die von einem „reinen Volk“ sowie einer „korrupten (politischen) Elite“ ausgehen und mit einem Nationalismus, bei dem Eingewanderte, insbesondere Geflüchtete, als Eindringlinge und Bedrohung dargestellt werden. Vertreter*innen des Rechtspopulismus bzw. Rechtsradikale treten oft als angebliche Hüter*innen der demokratischen Ordnung auf. - [Rechtsextremismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rechtsextremismus): benennt lt. Verfassungsschutz Bestrebungen, die sich gegen die im Grundgesetz verankerte Gleichheit der Menschen richten und universelle Menschenrechte ablehnen. Die ethnische Zugehörigkeit von Menschen wird in einem verfassungsfeindlichen, rechtsextremen Weltbild höher bewertet und individuelle Rechte treten zugunsten „volksgemeinschaftlicher“ Konstrukte zurück. Weitere wesentliche Bestandteile sind neben Rassismus auch Antisemitismus und ein autoritäres Staatsverständnis.1 Oft wird damit lediglich das veraltete Bild typischer Neonazis der 1990er Jahre (Glatze, Stiefel, Bomberjacke) verbunden. Es gibt aber auch in der Mitte der Gesellschaft Menschen mit rechtsextremer und/oder neonazistischer Gesinnung. So können mit dem verallgemeinernden Begriff Rechtsextreme auch Asylgegner*innen gemeint sein. Ebenfalls können manche Aussagen von Politiker*innen als rechtsextrem eingeschätzt werden. Die AfD wird vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall geführt, einige Landesverbände sind gesichert rechtsextremistisch2 3. - [Neonazi](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neonazi): Kurzform von Neo-Nationalsozialist*in. Neonazis beziehen sich geistig, politisch sowie in der Symbolik und den Aktionsformen auf den Nationalsozialismus. Die neonazistische Szene pflegt das NS-Erbe sowie Traditionen von SA- und SS-Verbänden. Neonazismus ist die radikalste und aggressivste Variante des heutigen Rechtsextremismus. Jeder Neonazi ist rechtsextrem, aber nicht jeder Rechtsextreme ist Neonazi. Viele Rechtsextreme beziehen sich nicht mehr auf den Nationalsozialismus und sind auch nicht mehr an den typischen Symbolen der 1990er Jahre zu erkennen (Glatze, Stiefel, Bomberjacke). Rassistische oder rechtsextreme Ideologien können in allen Spektren der Gesellschaft herrschen, z. B. bei selbsternannten Asylgegner*innen. - [Hasskriminalität, Hassverbrechen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/hassverbrechen-hasskriminalitaet): deutsch für Hate-Crime, bezeichnet Gewalt- und Straftaten, die z.B. durch Rassismus, religiöse Intoleranz, Trans- oder Homofeindlichkeit und Ähnlichem motiviert sind. Hasskriminalität ist sinnvoll zur Benennung von Straftaten, wenn die Betroffenen von den Täter*innen als „anders“ und nicht als gleichwertige Menschen angesehen werden. In der Kriminologie werden die Fachbegriffe Vorurteilskriminalität und Vorurteilsverbrechen benutzt. Wissenschaftlich formuliert wäre das Motiv gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. - [Exotismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/exotismus): Wenn Schwarze Menschen und BIPoC oder andere Menschen, die nicht der weißen „Norm“ entsprechen, wegen ihrer „Andersartigkeit“ zur Schau gestellt oder beäugt werden, ist das Exotismus. So fanden zwischen 1870 und 1940 „Völkerschauen“ in deutschen Zoos statt. Exotismus beruht auf einer rassistischen Sichtweise auf das „Fremde“ aus einer eurozentrischen weißen Position. Dabei schwingt oft der Wunsch des Besitzenwollens oder ein sexuelles Begehren mit. - [Exilierte](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/exilierte): kann als alternative Bezeichnung für Flüchtlinge oder Schutzsuchende benutzt werden. Der Begriff Exilierte betont, dass geflüchtete Menschen sich dazu gezwungen sehen, ihre Heimat aufgrund von lebensbedrohlichen oder menschenunwürdigen Verhältnissen zu verlassen, auch wenn sie nicht von staatlicher Seite des Landes verwiesen werden. - [Euro-Muslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/euro-muslime): geht auf den Begriff des Euro-Islam zurück, den der Islamwissenschaftler Bassam Tibi 1991 in die wissenschaftliche Diskussion eingebracht hat. Der Begriff beschreibt eine bestimmte säkularisierte Form des Islam, die sich dadurch herausbilden soll, dass in Europa lebende Muslim*innen Pflichten und Prinzipien des Islam mit Werten der modernen europäischen Kultur kombinieren. Mittlerweile gibt es aber auch konservativere Auslegungen eines Euro-Islam, weshalb der Begriff wissenschaftlich umstritten ist. In der Berichterstattung kommt Euro-Muslim*in vor allem als Selbstbezeichnung vor. - [Ethnie](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ethnie): wurde eingeführt als wissenschaftlicher Sammelbegriff für Gruppen, denen unter anderem eine gemeinsame Abstammung zugeschrieben wird. Häufig geht es um die Beschreibung von außereuropäischen Gruppen. Der Begriff fungiert umgangssprachlich als Ersatz für veraltete rassistische Begriffe wie Stamm oder Rasse, meint aber dasselbe Konzept. Korrekter ist es, konkret zu beschreiben, welche Gruppe gemeint ist, zum Beispiel die Hausa aus Westafrika. Je nach Kontext kann es auch um Communitys gehen oder beispielsweise die ghanaische Diaspora. - [Semit*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/semiten): ist ein sprachwissenschaftlicher Begriff für alle, die eine semitische Sprache sprechen, wie hebräisch, aramäisch oder arabisch, und steht nicht für eine ethnische Gruppe. Ende des 19. Jh. benutzten Rassentheoretiker*innen den Begriff „Semiten“ synonym und abwertend für Juden*Jüdinnen, woraus die Bezeichnung Antisemitismus für deren Ideologie entstand. Ansonsten ist heute nur noch in der Sprachwissenschaft von Semit*innen die Rede. - [Ethnopluralismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ethnopluralismus): ist eine rassistische Theorie der Neuen Rechten, die davon ausgeht, es gäbe unveränderte kulturelle Identitäten verschiedener Völker und Kulturkreise, die vor Fremden zu schützen seien, um eine „Reinhaltung“ der Kulturen zu erreichen. Ein solches Apartheids-System ist in einer globalisierten Welt nicht realistisch. Darüber hinaus wurde die Weiterentwicklung aller Kulturen der Welt vor allem durch Austausch befördert. - [Mehrheitsgesellschaft](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mehrheitsgesellschaft-2): ist ein gängiger Begriff, der missverständlich ist. Eigentlich müsste es heißen: Mehrheitsbevölkerung, also die von gut 61 Millionen1 Deutschen ohne Migrationshintergrund. In einem faktischen Einwanderungsland funktionieren Bezeichnungen wie „die deutsche Gesellschaft“ oder „die Gesellschaft in Deutschland“ nicht als Synonym für Deutsche ohne Einwanderungsbezug , sondern müssen die plurale deutsche Gesellschaft adressieren. Da es inzwischen nicht mehr nur um Mehrheitsverhältnisse, sondern viel mehr um Machtverhältnisse geht, spricht man heute auch von Dominanzgesellschaft. - [Wurzeln, mit griechischen etc.](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/wurzeln-mit-griechischen-etc): wird oft verwendet, um die Herkunft von Menschen mit internationaler Geschichte zu beschreiben. Weil damit keine Verortung in Deutschland, sondern vielmehr eine Entwurzelung von Eingewanderten und ihren Nachkommen mitschwingt, wird die Beschreibung teilweise kritisch gesehen. Alternativ kann z.B. die (ehemalige) Nationalität der Eltern genannt werden, sofern es wirklich nötig ist. - [Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kinder-nichtdeutscher-herkunftssprache): („ndH“) ist ein abstrakter Fachbegriff, der vor allem im Bildungsbereich für Schüler*innen verwendet wird. Er ist der Versuch, bestimmte Förderbedürfnisse zu benennen, ohne Kinder einer Herkunftsgruppe zuzuordnen. Leider verbirgt sich dahinter ein defizitorientierter Blick: In der Schuleingangsuntersuchung wird allein der Frage nachgegangen, ob das Kind als erste Sprache Deutsch gelernt hat. Genauso geeignet und weniger abstrakt: Mehrsprachige Kinder oder Kinder mit internationaler Geschichte. - [Optionspflicht](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/optionspflicht): Seit 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder von Ausländer*innen neben der ausländischen Staatsangehörigkeit in der Regel auch die deutsche. Bis 2024 galt dabei für die Kinder von Drittstaatsangehörigen die Optionspflicht: Zwischen dem 18. und dem 23. Geburtstag mussten sie sich für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden. Mit einem neuen Gesetz von 2024 ist die doppelte Staatsangehörigkeit generell ermöglicht und die Optionspflicht abgeschafft worden1. - [Dunkelhäutig](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dunkelhaeutig): ist eine deutsche Fremdbeschreibung für Schwarze Menschen und PoC, die von den so Bezeichneten häufig abgelehnt wird (vgl. farbig). Der Begriff ist nicht gleichbedeutend mit der englischen Selbstbezeichnung dark-skinned. - [Light-skinned](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/light-skinned): beschreibt eine Schwarze Person mit vergleichsweise hellem Hautton. Light-skinned Schwarze Menschen sind im Gegensatz zu dark-skinned Personen strukturell weniger stark benachteiligt. Sie profitieren von Colorism, trotzdem erleben auch sie Rassismus. - [Sichere Drittstaaten](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sichere-drittstaaten): sind die EU-Staaten sowie Norwegen und die Schweiz, in denen Asylsuchenden „nach den verfassungsrechtlichen Vorgaben“ alle Rechte auf Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention zugestanden werden. Haben Schutzsuchende sichere Drittstaaten erreicht, wird ihnen die Einreise nach Deutschland an der Grenze verweigert; wer aus einem „sicheren Drittstaat“ einreise, kann sich lt. § 26a Asylgesetz nicht mehr auf das Grundrecht auf Asyl berufen. Die gleiche Regel gilt auch im Dublin-Verfahren für die oben genannten Länder sowie Island und Liechtenstein. - [Dschihad](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dschihad): wird meist mit „Heiliger Krieg“ assoziiert, bedeutet zunächst „Anstrengung“, „Mühe“ und kann sich auch auf einen inneren Auftrag beziehen, z.B. beim Kampf gegen „das Böse“ im Herzen (großer Dschihad). Der kleine oder äußere Dschihad hingegen besteht in jeder Form der zulässigen Verteidigung von Muslim*innen. - [Pop-Dschihadismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/pop-dschihadismus): bezeichnet eine radikale Jugendsubkultur des Dschihadismus in Einwanderungsländern wie Deutschland. Charakteristisch sind moderne Elemente der Popkultur, die für eine eher weltliche und politische Propaganda genutzt werden, im Unterschied zu den stärker theologisch fundierten Argumentationsmustern, etwa im politischen Salafismus. Instrumente dieser Propaganda sind neue Medien, Filmclips im Stil von Musikvideos oder T-Shirts mit entsprechenden Insignien. Meist männliche Vorbilder vermitteln orientierungslosen Jugendlichen einen neuen Lebenssinn, in dem Gruppenzugehörigkeit, ähnlich wie bei Neonazi-Kameradschaften, wichtig ist.1 Religiöse Inhalte dienen im Pop-Dschihadismus nur als Begründungsmuster, vor allem haben das Paradies-Versprechen und ein vermeintlich sündenloses Leben große Bedeutung. Anhänger*innen des Pop-Dschihadismus sind Jugendliche aller Schichten und Nationalitäten. Sie werden teils schnell militant und zu Kämpfer*innen des IS. - [Islamismus, Islamist, politischer Islam](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamismus-islamist-politischer-islam) - [Islamischer Staat (IS)](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamischer-staat-is): ist die derzeit gängige Bezeichnung für eine seit 2003 aktive dschihadistisch-salafistische Terrororganisation. Zuvor nannte sie sich ISI (Islamischer Staat im Irak), änderte ihren Namen 2013 in „al-Dawlah al-Islamiyah fi al-Iraq wa al-Sham“ (arabisch: Islamischer Staat im Irak und der Levante1), dessen Abkürzung ISIL von der US-amerikanischen und der britischen Regierung verwendet wird. Die im Deutschen auch gebräuchliche Bezeichnung ISIS (Islamischer Staat in Irak und Syrien bzw. Großsyrien) vernachlässigt, dass der Machtanspruch der Gruppe über die beiden Länder hinausreicht. 2014 änderte die terroristische Organisation sich namentlich erneut um in IS (Islamischer Staat), um Staatsgrenzen für bedeutungslos zu erklären. Manche Politiker*innen benutzen offiziell die Bezeichnung Daesh (Frankreich) oder DEAS/DAES (Türkei), die sich aus den arabischen Initialen der Gruppe zusammensetzten. Die Terrorist*innen selbst lehnen diese Namen ab, weil sie im Arabischen negative Bedeutungen haben. - [Drittstaatsangehörige](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/drittstaatsangehoerige): wird in der Fachsprache verwendet, um Menschen zu beschreiben, die keine Staatsangehörigkeit eines EU-Landes haben. Solange es rechtliche Unterscheidungen für diese Gruppen gibt, ist der Begriff unvermeidbar. Beispiel: Deutsche haben allgemeines Wahlrecht, EU- Bürger*innen können in Deutschland bei Kommunalwahlen abstimmen, Drittstaatsangehörige dürfen in keinem Fall mitwählen. - [Postkolonialismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/postkolonialismus): (engl. Postcolonial Studies) ist eine Forschungsrichtung, die davon ausgeht, dass die Geschichte des Kolonialismus mit den historischen Unabhängigkeitserklärungen nicht vorbei ist. Untersucht werden die Folgen von bis heute fortbestehenden kolonialen Denk- und Handlungsmustern. Ebenso stellt Postkolonialismus die Frage nach Reparationen, beispielsweise in Debatten um die Rückgabe kolonialer Raubgüter in deutschen Museen. - [Neokolonialismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neokolonialismus): bezeichnet fortwirkende oder neue Formen von Abhängigkeit und Ausbeutung nach dem Ende des formalen Kolonialismus. Demnach werden ehemals kolonisierte Gebiete heute mit neokolonialistischen Mitteln indirekt von ehemaligen Kolonialmächten beherrscht, u.a. durch finanzielle (z.B. durch Kredite), aber auch politische, technologische, militärische oder kulturelle Abhängigkeiten. - [Doppelte Staatsangehörigkeit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/doppelte-staatsangehoerigkeit): Das Fachwort dafür ist Mehrstaatigkeit und beschreibt den Besitz von zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten. Dazu kommt es z. B., wenn ein Kind nach dem Abstammungsprinzip automatisch die unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten beider Elternteile erhält. Bis 2024 sollte bei Einbürgerungen in Deutschland Mehrstaatigkeit vermieden werden, es gab allerdings viele Ausnahmen: z. B. für EU-Bürger*innen, Schweizer*innen, US-Amerikaner*innen, Argentinier*innen etc. Von 2000 bis 2024 erhielten auch in Deutschland geborene Kinder von Ausländer*innen neben der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern die deutsche, allerdings galt die Optionspflicht. Mit einem neuen Gesetz vom 27.06.2024 ist die doppelte Staatsangehörigkeit generell ermöglicht worden1. Bei der Beschreibung von Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft ist es sinnvoll, ihren Lebensmittelpunkt zu betonen, also z. B. Türkei-Deutsche statt Deutsch-Türk*innen etc., ähnlich wie bei Russlanddeutschen. - [Einbürgerung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/einbuergerung): ist der Prozess zur Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft. Unterschieden wird zwischen Anspruchseinbürgerung und Ermessenseinbürgerung. Anspruch auf eine Einbürgerung hat, wer die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt (z.B. mindestens fünfJahre Aufenthalt, Lebensunterhaltssicherung ohne Sozialhilfe und Bürgergeld, seit 2024 auch das „Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung“).1 Sind nicht alle Voraussetzungen gegeben, kann eine Einbürgerungsbehörde trotzdem die deutsche Staatsbürgerschaft vergeben, wenn z. B. ein öffentliches Interesse an der Einbürgerung besteht (bspw. bei Profi-Sportler*innen) und einige Mindestanforderungen erfüllt sind. - [Heimatlose Flüchtlinge](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/heimatlose-fluechtlinge): auf Englisch Displaced persons (DPs) genannt, sind Menschen und ihre Nachkommen, die während des Zweiten Weltkriegs verschleppt wurden, nach 1945 aber nicht mehr in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, zum Beispiel aufgrund veränderter Landesgrenzen. Die meisten von ihnen sind ehemalige Zwangsarbeiter*innen aus Ost- und Südosteuropa, die während des Zweiten Weltkriegs in deutschen Industriebetrieben arbeiten mussten. - [Digitale Gewalt](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/digitale-gewalt): Digitale Gewalt bezeichnet gewaltvolle Handlungen, die online ausgeübt werden. Darunter fallen z. B. Hate Speech, Bedrohung, digitale Überwachung, Cybermobbing, Cyberstalking, Daten- und Identitätsdiebstahl. Digitale Gewalt darf nicht unterschätzt werden: Analoge Gewalt kann Gewalt im digitalen Raum verstärken, umgekehrt kann aber auch digitale Gewalt analoge auslösen, z. B. indem durch öffentliche verbale Entgleisungen der Eindruck erweckt wird, dass Gewalt gegen bestimmte Personen(gruppen) legitimiert wird1. Digitale Gewalt hat häufig eine hohe psychische Belastung bei Betroffenen zur Folge und führt dazu, dass sie sich aus dem digitalen Raum zurückziehen2. - [Silencing(-Effekt)](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/silencing-effekt): Mehr als die Hälfte der Online-Nutzer*innen äußern ihre politische Meinung aus Angst vor Hass und digitaler Gewalt nicht mehr online1 2. Das nennt man Silencing. Silencing hat zur Folge, dass ein verzerrtes Bild der Meinungsverteilung entsteht, weil extreme Positionen überproportional vertreten sind und so suggeriert wird, sie entsprächen der Mehrheitsmeinung. - [Deutscher Diversity-Tag](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutscher-diversity-tag): ist ein Aktionstag zur Förderung von Diversität und Chancengleichheit in der Arbeitswelt. Er wurde 2012 von der Charta der Vielfalt initiiert und macht seitdem jährlich im Mai mit Aktionen, Workshops und Veranstaltungen auf Themen der vielfältigen Arbeitswelt aufmerksam.1 - [Diversity Management](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/diversity-management): Die aktive Gestaltung einer diversitätsorientierten Organisationsstruktur, v. a. im wirtschaftlichen Bereich. Diversity Management versucht Diversität am Arbeitsplatz umzusetzen. Mittel dafür sind z. B. eine diversitätsorientierte Personalpolitik, Antidiskriminierungsmaßnahmen am Arbeitsplatz oder Auseinandersetzung mit verschiedenen Arbeitsweisen. Bisweilen wird Diversity Management allerdings als reines Modewort zu Marketingzwecken übernommen und eine Diversität behauptet, die nicht über Tokenism hinausgeht 1. - [Diversity](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/diversity): Diversity bzw. Diversität bedeutet Vielfalt und beschreibt die Tatsache, dass Menschen unterschiedliche Merkmale hinsichtlich verschiedener Kategorien (wie z. B. Herkunft, Ethnizität, Sexualität, Behinderung etc.) haben. Auf diesen vielfältigen Merkmalen basieren strukturelle Ungleichheit und Diskriminierung. Diversitätsorientierte Arbeit erkennt die Vielfalt der Gesellschaft an und strebt danach, Diskriminierungen abzubauen und Chancengleichheit zu fördern. Diversitätsorientierung reagiert nicht nur auf die faktische Diversität unserer Gesellschaft, sondern gestaltet sie aktiv und nimmt ihr Potenzial wahr. Der Ansatz entstand in der US-amerikanischen Schwarzen Bürgerbewegung der 1960er Jahre1. - [Deutschenfeindlichkeit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutschenfeindlichkeit): wird in rechtsradikalen und -extremen Kreisen benutzt, um zu behaupten, weiße Deutsche seien von Rassismus durch eingewanderte Menschen, insbesondere Muslim*innen betroffen. Da diesen Minderheiten strukturelle Macht in Deutschland fehlt, trifft der Vorwurf nicht zu, wenn es etwa zu Beleidigungen oder Mobbing kommt. Der ideologisch aufgeladene Begriff relativiert tatsächlich existierenden Rassismus, es findet eine Täter-Opfer-Umkehr statt. Trotzdem taucht der umstrittene Begriff seit 2020 als eigene Kategorie „deutschfeindliche Straftaten“ in der Statistik des Innenministeriums über politisch motivierte Kriminalität auf1. - [Kartoffel-Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kartoffel-rassismus): ist ein Begriff, den die BILD-Zeitung 2021 nach einer Kontroverse um den Begriff „Süßkartoffel“ prägte1. Er impliziert, das Wort Kartoffel sei ein Ausdruck von Rassismus gegen weiße Deutsche, ähnlich wie Deutschenfeindlichkeit. Tatsächlich kann „Kartoffel“ durchaus als Beleidigung verwendet und empfunden werden, dennoch ist der Begriff nicht rassistisch. Er hat keinen Bezug zu strukturell verankerter Benachteiligung und weist nicht auf eine historisch gewachsene, diskriminierend verwendete Eigenschaft hin. Weiße Menschen wurden zu keiner Zeit aufgrund der Tatsache unterdrückt, dass sie weiß sind. - [Displaced Persons](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/displaced-persons-dps): (DPs) engl. für Vertriebene. Die UN bezeichnen Personen als displaced people, die wegen bewaffneter Auseinandersetzungen, Menschenrechtsverletzungen, natürlicher oder menschlich verursachter Katastrophen gezwungen wurden, ihren Heimatort zu verlassen, aber keine international anerkannte Staatsgrenze überschritten haben; im Sinne der UN sind DPs Binnenflüchtlinge. Als historischer Begriff in der deutschen Geschichte bezieht er sich vor allem auf ehemalige KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter*innen nach dem Zweiten Weltkrieg. - [Deutsche Staatsangehörigkeit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutsche-staatsangehoerigkeit-2): erwerben Menschen mit der Geburt entweder nach dem Abstammungsprinzip, wenn sie also als Kind deutscher Eltern geboren werden, oder seit 2000 auch nach dem Geburtsortprinzip. Das heißt, auch Kinder, deren Eltern keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, erhalten seither in der Regel die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn sie in Deutschland geboren sind (siehe doppelte Staatsangehörigkeit). Unter bestimmten Voraussetzungen (u.a. fünfjähriger Aufenthalt) kann man durch Einbürgerung deutsche*r Staatsbürger*in werden. - [Deutsche Sinti*zze und Rom*nja](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutsche-sinti-und-roma-2): sind eine nationale Minderheit. Sprachforscher*innen verorten ihre ursprüngliche Herkunft in Indien und dem heutigen Pakistan. Laut Minderheitensekretariat leben ca. 60.000 Sinti*zze und 10.000 Rom*nja in Deutschland.1 Neben Deutsch sprechen sie als zweite Muttersprache häufig Romanes. Oft werden in der aktuellen Diskussion Einwander*innen aus Rumänien, Bulgarien oder Serbien irrtümlicherweise als „Sinti und Roma“ bezeichnet. Auf sie würde gegebenenfalls nur die Bezeichnung Rom*nja zutreffen. Bei der Einwanderung nach Deutschland wird jedoch nur die Staatsangehörigkeit erfasst – es ist also nicht bekannt, welche Eingewanderten Angehörige der Minderheit sind2. - [Othering](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/othering): Othering beschreibt die Handlung, eine Gruppe oder Einzelperson als andersartig und fremd zu markieren und damit sich selbst oder die eigene Gruppe aufzuwerten. Der Begriff wird im Deutschen mit Veranderung übersetzt, in der deutschen Form aber kaum verwendet. Wissenschaftlich ist der Begriff vor allem von Gayatra C. Spivak geprägt worden1. Othering bildet oft eine Grundlage für Rassismus und andere Diskriminierungsformen. - [Türkischstämmige](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/tuerkischstaemmige-2): (Bürger*innen) ersetzt oftmals die früher gängige Bezeichnung „Türken“ und berücksichtigt, dass fast die Hälfte davon inzwischen deutsche Staatsbürger*innen sind. Die Alternative Türkeistämmige drückt aus, dass viele Eingewanderte aus der Türkei Kurd*innen oder Angehörige anderer Minderheiten sind und sich nicht als „türkisch“ verstehen. Einige von ihnen lehnen diese verbale Verbindung mit der Türkei jedoch gänzlich ab. - [Südländer*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/suedlaender): ist ein aus der Mode gekommener Begriff, aber in der Beschreibung „südländisches Aussehen“ in manchen Medien noch zu finden. Hier stellt sich die Frage: Was genau ist gemeint? Geografisch ist der Begriff unspezifisch und verortet Menschen außerhalb von Deutschland, obwohl sie hier geboren und aufgewachsen sein könnten. Der Begriff wird auch von rechtsradikalen und rechtsextremen Medien verwendet. - [Kanak*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kanaken): (polynesisch „Kanaka“ = Mensch) ist ein Schimpfwort, wird jedoch manchmal (mit sarkastischem Unterton) als Selbstzuschreibung verwendet. Wenn Protagonist*innen sie für sich selbst verwenden, kann die Selbstbezeichnung in Medienberichten übernommen werden, sollte aber als solche erkennbar sein. - [Gastarbeiter](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gastarbeiter): wurden männliche wie weibliche Arbeitseinwander*innen genannt, die seit den 1950er Jahren durch bilaterale Verträge zur Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland kamen. Im Wort „Gast“ schwang mit, dass die Eingewanderten nicht bleiben sollten. Der Begriff ist inzwischen veraltet, wird manchmal aber noch zur Selbstbezeichnung gebraucht, z.B. als „Gastarbeiterkind“. Die wissenschaftliche Literatur ist dazu übergegangen, ihn mit dem Zusatz „sogenannte Gastarbeiter“ zu versehen. - [Desinformation](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/desinformation): Desinformationen sind Falschinformationen, die bewusst verbreitet werden mit dem Ziel, Meinungen zu beeinflussen und Schaden zu verursachen1. Dabei werden z. B. wahre Inhalte in einen falschen Kontext gesetzt, falsche Inhalte seriös dargestellt, Inhalte mit nicht-seriösen Quellen belegt oder falschen Quellen zugeordnet. Desinformation ist von der Fehlinformation zu unterscheiden: Fehlinformationen passieren aus Versehen, ohne eine destruktive Absicht2. - [Der Kölner Behrouz F.](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/der-koelner-behrouz-f): Bei der Nennung von Namen oder Alias-Namen in Berichten ist eine Verbindung mit dem Wohnort zu empfehlen. Auch eine Nennung des Wohnbezirks kann sinnvoll sein. Vor allem in ausführlichen Berichten ist es meist aufschlussreicher zu erfahren, ob Behrouz F. in einem Arbeiterkiez oder Nobelviertel wohnt. Verweise auf die (vermeintliche) Migrationsherkunft wie „der Iraner Behrouz F. aus Köln“ oder „der iranischstämmige Behrouz F.“ hingegen machen eher deutlich, dass Behrouz F. weder „echter“ Kölner noch Deutscher ist oder sein kann. - [Der türkischstämmige Tatverdächtige](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/der-tuerkischstaemmige-tatverdaechtige-besser-tuerkeistaemmige): (siehe auch: türkischstämmig) Grundsätzlich sollte die Herkunft von Straftäter*innen oder Verdächtigen nur dann genannt werden, wenn ein Bezug zur Tat besteht und die Information zum Verständnis notwendig ist. Das wäre etwa der Fall, wenn z.B. ein kultureller oder religiöser Hintergrund bei der Entscheidung in einem Gerichtsverfahren berücksichtigt wird. Gibt es keinen sachlichen Bezug zum Tathergang, wird durch die explizite Nennung der ethnischen Herkunft von Straftäter*innen oder Verdächtigen in der Nachricht ein vermeintlich ursächlicher Zusammenhang hergestellt. Zum Vergleich: Es ist auch nicht üblich, von deutschstämmigen Täter*innen zu sprechen. - [Osteuropäischer Herkunft, arabischstämmig](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/osteuropaeischer-herkunft-arabischstaemmig): etc. sind meist mutmaßliche Beschreibungen und sollten mit Bedacht verwendet werden. Grundsätzlich sind in Fahndungshilfen nur Formulierungen zu empfehlen, die auf Tatsachen beruhen und wirklich hilfreich sind. Die Zuordnung eines Menschen zu großen Regionen, wie Arabien, Osteuropa, Asien etc. sind kaum nützlich für die Fahndung, dafür aber stark verallgemeinernd. - [Der*die Gesuchte spricht Deutsch mit türkischem Akzent](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/der-gesuchte-spricht-deutsch-mit-tuerkischem-akzent): ist in fast allen Fällen eine vage Vermutung. Es ist schwer unterscheidbar, ob ein Mensch einen türkischen, kurdischen, persischen, berberischen oder anderen Akzent hat. Entsprechend kann in Meldungen zur Fahndungshilfe wahrheitsgemäß formuliert werden spricht Deutsch mit Akzent oder sprach Deutsch mit einem Akzent, der vom Zeugen als türkisch eingeschätzt wurde. - [Debunking](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/debunking): Debunking bedeutet ursprünglich Entlarven. Der Begriff wird in der Netzwelt verwendet, um Strategien zu beschreiben, mit denen Falschinformation aufgedeckt und auf Fakten überprüft werden kann, z. B. durch Quellen-Checks, Abgleich mit anderen Quellen oder Bildüberprüfung 1. - [De-facto-Flüchtlinge](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/de-facto-fluechtlinge): haben entweder keinen Antrag auf Asyl gestellt oder ihr Asylantrag wurde abgelehnt. Die Bezeichnung de-facto-Flüchtling ist kein Rechtsbegriff, taucht aber hin und wieder auf, meistens für Personen, denen aus humanitären Gründen die Rückkehr in ihr Heimatland nicht zumutbar ist (z.B. wegen drohender Todesstrafe oder Folter im Herkunftsland). - [Davidstern](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/davidstern): ist ein sechszackiger Stern aus zwei übereinandergelegten, gleichseitigen Dreiecken und benannt nach dem jüdischen König David, der etwa 1.000 v. d. Z. lebte. Ungefähr seit dem 18. Jh. ist der Davidstern ein Symbol für das Judentum und schmückt seit 1948 auch die Flagge des Staates Israel, nachdem er vorher von den Nationalsozialist*innen als gelber „Judenstern“ missbraucht wurde, um Juden*Jüdinnen zu kennzeichnen. - [Kippa / Kippah](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kippakippah): bezeichnet die Kopfbedeckung, die insbesondere während des Gebets und Studiums der Heiligen Schriften von männlichen Juden getragen wird, in liberalen Gemeinden manchmal auch von Frauen. Manche tragen die Kippa auch im Alltag als öffentliches Bekenntnis zum Judentum oder aus Demut und Ehrfurcht vor Gott. - [Dark-skinned](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dark-skinned): beschreibt eine Schwarze Person mit dunklem Hautton. Der englische Begriff ist nicht gleichbedeutend mit der deutschen Übersetzung dunkelhäutig (siehe dazu farbig). Dark-skinned Schwarze Menschen sind laut Studien 1 häufiger betroffen von rassistischer Gewalt und strukturellem Rassismus als light-skinned Personen. - [Hautfarbe](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/hautfarbe): unterscheidet sich je nach Melaningehalt. In Farben von Buntstiften oder Feinstrumpfhosen findet sich in der Regel jedoch nur die Hautfarbe weißer Menschen wieder. Eine Beschreibung von Hautfarben ist inhaltlich selten nötig, vor allem sollte auf die Verbindung mit Lebensmitteln oder Gegenständen verzichtet werden („kohlrabenschwarz“, „schokobraun“). Geht es im Bericht um Rassismus oder Colorism, kann benannt werden, dass Betroffene Schwarz sind. In keinem Fall wird eine Person zum Beispiel „wegen ihrer*seiner Hautfarbe“ angegriffen oder „weil sie*er Schwarz ist“, sondern ein Angriff geschieht aus rassistischen Gründen und die betroffene Person ist Schwarz. Bei rassistischen Erfahrungen spielen Featurism oder Texturism ebenfalls eine Rolle. Gleichzeitig können light-skinned Personen oder Weißgelesene auch Rassismus erleben. - [Colorism](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/colorism): beschreibt eine spezifische Diskriminierungsform, die Schwarze mit dunklem Hautton (dark-skinned) abwertet. Colorism folgt einer kolonialen Farbhierarchie von dunkel nach hell, also von dark-skinned über light-skinned bis weißgelesen. Dark-skinned Schwarze sind stärker von Rassismus betroffen und medial weit weniger sichtbar. Colorism gibt es ebenso bei Menschen mit dunkleren oder helleren Hauttönen in Südasien oder in arabischen Ländern. - [Christlich-jüdisch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/christlich-juedisch): Als solche Leitkultur oder solches Abendland wird oft eine in Deutschland vorherrschende kulturelle Ordnung bezeichnet. Die Verbindung dieser beiden Begriffe ist historisch falsch (siehe Antijudaismus) und dient häufig der Abgrenzung gegenüber Muslim*innen. Alternativ können z. B. verfassungsgemäße Werte genannt werden, zu denen sich Gläubige aller Religionen, wie auch nicht gläubige Menschen in Deutschland bekennen sollten. - [Volk](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/volk): meint im politischen Sinn die gesamte Bevölkerung eines Landes. Heute wird der Begriff von Rechtsradikalen und Rechtsextremen meistens darüber definiert, wer nicht dazu gehört – i.d.R. sind es BIPoC (auch die deutschen) , Muslim*innen und Ausländer*innen. Bundeskanzlerin Merkel drückte es 2016 dagegen sehr simpel aus, sie befand: „Alle sind das Volk.“1 - [Überfremdung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ueberfremdung): ist ein politisches Schlagwort, das von Rechtsextremen und teils auch in der Politik verwendet wird. Es dient meist als Argument gegen die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland, z. B. in Debatten um den Bau von Moscheen. Dahinter steckt häufig eine völkisch-nationalistische Vorstellung, in der als nicht deutsch empfundene Menschen und ihre Kultur eine Gefahr für die „deutsche Identität“, das „Volk“ oder die innere Sicherheit Deutschlands sind. Dass die Bundesrepublik bspw. wirtschaftlich von Einwanderung profitiert und sie sich demografisch positiv auswirkt, wird dabei ausgeblendet. „Überfremdung“ wurde bereits 1993 zum Unwort des Jahres gewählt.1 - [Kulturkreis](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kulturkreis): stammt aus der Völkerkunde (19. Jh.) und war eine rassistische Vorstellung homogener Ethnien, die in sich abgeschlossen in bestimmten Regionen leben (siehe auch Ethnopluralismus). Diese Lehre ist längst widerlegt. In einer globalisierten Welt kann von geschlossenen Kulturkreisen nicht ausgegangen werden. Anstatt bspw. von einem unbestimmten „islamischen Kulturkreis“ zu sprechen, bietet es sich an, präziser zu formulieren und stattdessen z. B. Muslim*innen arabischer Länder zu benennen.1 - [Heimat](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/heimat): beschreibt, als persönlich definierter Begriff, den Ort, an dem Menschen sich heimisch fühlen, egal ob sie dort geboren sind oder nicht. Entsprechend können Menschen mit internationaler Geschichte eine Verbundenheit zu mehreren Heimaten empfinden. Politisch wird der Heimatbegriff teils weiterhin nationalistisch interpretiert (vgl. Volk). Eine der wenigen Äußerungen des ersten Bundesheimatministers Seehofer (CSU) dazu lautete „Heimatpolitik ist stets eine Politik der Vielfalt“.1 - [Chassidismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/chassidismus): ist eine religiösmystische Bewegung, innerhalb des orthodoxen Judentums, die besonders im 19. Jh. in Osteuropa verbreitet war. Bedeutend dabei sind kabbalistische Konzepte und spirituelle Erlebnisse. Heute gibt es nur noch einige hunderttausend chassidische Juden*Jüdinnen, vor allem in Israel, Argentinien und den USA. - [Juden*Jüdinnen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/juden): sind dem rabbinischen Religionsgesetz nach alle, deren Mutter Jüdin ist. Weil es immer mehr gemischtkonfessionelle Ehen gibt, gilt z. B. bei progressiven Strömungen in den USA auch als jüdisch, wer einen jüdischen Vater hat und jüdisch erzogen wird. Ebenso ist es möglich, zum jüdischen Glauben zu konvertieren. Wer von Geburt an jüdisch ist, ist nicht automatisch religiös; viele Juden*Jüdinnen sind nicht gläubig, sehen sich aber als Teil der jüdischen Gemeinschaft – teilweise benennen sie das Judentum als ihre kulturelle Identität statt als ihre Religion. Einige gläubige Juden*Jüdinnen bezeichnen sich als Volk Israel. Es ist aber ein Irrtum, Juden*Jüdinnen, die in vielen Teilen der Welt leben, mit Israel*innen, also den Bürger*innen des multiethnischen Staates Israel, gleichzusetzen. „Jude“ wird übrigens aus historischen Gründen nicht mit der Form „Jüd*innen“ gegendert, sondern „Juden*Jüdinnen“1. - [Ultraorthodoxe Juden*Jüdinnen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ultra-orthodoxe-juden): ist eine Fremdbezeichnung für all jene orthodoxen Juden*Jüdinnen, die in geschlossenen Gemeinschaften, geschlechtergetrennt und nach strengen Regeln leben. Sie sind nicht berufstätig. Die Männer studieren lebenslang die Thora und werden meistens von Spenden oder in Israel durch den Staat finanziert. Die meisten von ihnen leben in den USA und in Israel. - [Liberales Judentum](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/liberales-judentum): bezeichnet eine Strömung, die im 19. Jh. in Deutschland in Abgrenzung zur Orthodoxie entstand. Im Gegensatz zum orthodoxen Judentum sind die Geschlechter im liberalen Judentum meistens in allen religiösen Angelegenheiten gleichberechtigt: Dies umfasst in vielen Gemeinden auch die Ordination von Frauen zu Rabbinerinnen bzw. Rabba. Durch Auswanderung gelangten die Kernideen des liberalen Judentums im 19. Jh. in die USA, wo sie als Reformjudentum eine andere Entwicklung nahmen als in Deutschland. In Israel ist die liberale jüdische Gemeinde recht klein. Auch in Deutschland verstehen sich die meisten Gemeinden als orthodox, in jüngster Zeit entstehen allerdings auch hier wieder mehr liberale Gemeinden. Das liberale Judentum wird in Europa auch progressives Judentum genannt. - [Burka](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/burka): verhüllt den ganzen Körper, den Kopf und das Gesicht; die Augen sind von einem Stoffgitter verdeckt; vor allem typisch in Afghanistan und teils in Pakistan. Burka wird oft falsch verwendet, wenn eigentlich ein Gesichtsschleier gemeint ist, der die Augen freilässt, also ein Niqab. - [Tschador](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/tschador): bedeutet auf Persisch „Zelt“ und ist ein den ganzen Körper bedeckender Umhang. Er wird vor allem von Frauen im Iran getragen. - [Scharia](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/scharia): ist keine Gesetzessammlung aus dem Koran, sondern ein Regelwerk, das auf Interpretationen des Koran basiert. Neben radikalen Scharia-Forderungen gibt es auch verfassungskonforme, alternative Scharia-Konzepte, die Muslim*innen im Alltag als Richtlinie religiösen Lebens dienen können. - [Kopftuchträgerin](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kopftuchtraegerin): wird oft synonym für praktizierende Musliminnen verwendet. Grundsätzlich ist die Reduzierung einer Person auf ein äußeres Merkmal problematisch, vor allem bei den mitunter abfällig gemeinten Begriffen „Kopftuchfrau“ oder „Kopftuchmädchen“. Diese Zuschreibungen sagen wenig über die vielfältigen Gründe, Weltanschauungen, Auslegungen und Glaubenspraktiken von Musliminnen aus. - [Kopftuch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kopftuch): kann im Gegensatz zum eher eng anliegenden Hijab auch ein locker um den Kopf geschlungenes Tuch sein. Je nach Auslegung des Korans, politischer Lage und persönlicher Einstellung, ist es Musliminnen freigestellt, sich zu verhüllen, oder es gibt eine Pflicht, die Haare zu verdecken. Laut einer Umfrage unter Musliminnen in Deutschland trägt von den stark Gläubigen unter ihnen jede Zweite nie ein Kopftuch.1 In Ländern wie Iran, Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Frauen gesetztlich verpflichtet, sich zu bedecken, wenn sie von nicht verwandten Männern gesehen werden könnten. - [Hijab / Hidschab](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/hijabhidschab): bedeutet Verhüllung und wird in Deutschland oft wie Kopftuch verwendet. Gemeint ist ein Tuch, das den Kopf, meist auch den Hals und teils die Schultern bedeckt, das Gesicht aber freilässt. Inspiriert durch Tradition oder Mode gibt es viele verschiedene Trageweisen des Hijab, meist liegt das Tuch relativ eng an. - [Radikalismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/radikalismus): beschreibt radikale politisch-ideologische Positionen, die die Grundwerte unserer freiheitlichen Demokratie nicht generell in Frage stellen. Man kann Radikalismus als eine Art legale Vorstufe zum Extremismus betrachten. Radikale haben zum Ziel unsere Gesellschaftsordnung grundlegend zu verändern, bewegen sich dabei aber noch innerhalb der Grenzen der Verfassung. „In einem lebendigen demokratischen Diskurs haben auch radikale Ansichten ihren Platz“, heißt es laut Verfassungsschutz.1 - [Bundesrepublikaner*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bundesrepublikaner): kann als Bezeichnung für alle Bürger*innen in der Bundesrepublik Deutschland verwendet werden, denn auch diejenigen ohne deutsche Staatsangehörigkeit haben sich für ein Leben in der Bundesrepublik entschieden. - [Eingewanderte und ihre (direkten) Nachkommen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/eingewanderte-und-ihre-nachkommen): wurde von der Fachkommission Integrationsfähigkeit1der Bundesregierung eingebracht, um den recht weit gefassten und inzwischen stigmatisierenden Begriff „Migrationshintergrund“ abzulösen. 2022 übernahm das Statistische Bundesamt den Begriff als zusätzliche Kategorie 2. Eingewanderte und ihre Nachkommen sind dem Vorschlag der Fachkommission nach nur Personen, die selbst nach Deutschland eingewandert sind und ihre Kinder, wenn beide Elternteile eigene Einwanderungserfahrungen haben. Wie in anderen Einwanderungsländern üblich, soll ausschlaggebend sein, ob die Menschen tatsächlich eingewandert sind. Ihre Nationalität ist dabei nachrangig (anders als bei Menschen mit Migrationshintergrund). - [Bulgarien](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bulgarien): Hier sind die Rom*nja (wie in Rumänien) nach Türk*innen die zweitgrößte Minderheit. Neben Rumänien, der Slowakei, Ungarn und der Tschechischen Republik gehört Bulgarien zu den fünf Ländern, die von der Europäischen Kommission 2013 länderspezifische Empfehlungen zur Umsetzung nationaler Roma-Integrationsstrategien erhielten. Sie sind Teil des von den EU-Staats- und Regierungschefs 2011 unterzeichneten EU-Rahmens (IP/11/789) zur Integration der Rom*nja in den Mitgliedsstaaten. Roma-Selbstorganisationen kritisieren, dass die Verteilung der Gelder nicht ausreichend kontrolliert werde. - [Boko Haram](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/boko-haram): ist eine radikal-islamistische Terrormiliz, die 2009 im Nordosten Nigerias gegründet wurde. Offiziell trägt die Terrorgruppe seit 2009 den Namen „Jama‘atu Ahlis Sunna Lidda‘awati wal-Jihad“, der im Deutschen „Vereinigung der Sunniten für den Ruf zum Islam und für den Dschihad“ bedeutet. Sie wird im Allgemeinen jedoch weiterhin Boko Haram genannt, was meist übersetzt wird mit „Westliche Bildung ist verboten“. Entstanden ist sie aus der gleichnamigen sektenähnlichen Gruppierung, die seit 2002 im Nordosten Nigerias offen als eine fundamentalistisch-islamistische Gemeinschaft operierte. Ziel von Boko Haram ist es, einen islamischen Gottesstaat nach dem „Recht“ der Scharia zu errichten; 2014 rief die Miliz in den von ihr beherrschten Gebieten im Norden Nigerias ein islamisches Kalifat aus, ähnlich wie der IS kurz zuvor im Nordirak. - [Salafismus, Salafist*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/salafismus-salafisten): wird in Deutschland vor allem vom Verfassungsschutz verwendet. Die so benannten Gläubigen sind eine sehr kleine Minderheit unter den sunnitischen Muslim*innen und bezeichnen sich selbst zum Teil mit dem auch in der Islamwissenschaft verwendeten Terminus Salafit*innen, mittlerweile ist das arabische Salafis gängiger, weniger üblich ist die weibliche Form Salafiyât. Die Strömung bezieht sich auf die „Altvorderen“ (Salaf) und eine dogmatische Interpretation des Koran, die sie als den „wahren“ Islam propagiert. Salafit*innen oder Salafis sind jedoch keine homogene Gruppe und nicht grundsätzlich gewaltbereit oder terroristisch, sondern oft unpolitisch. Expert*innen schlagen vor, nur die gewaltbereite Gruppe unter ihnen als Salafist*innen zu bezeichnen, in Abgrenzung zu unpolitischen Salafit*innen1 oder Salafis. Militante Salafist*innen sind dementsprechend gewaltbereite Islamist*innen. - [Radikaler Islam / radikale Muslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/radikaler-islam-radikale-muslime): sind problematische Zuschreibungen, weil sie pauschalisieren, so wie „radikales Christentum“ oder „radikales Judentum“. Gerade im Zusammenhang mit Sicherheits- und Terrorismusdebatten werden die Begriffe oft undifferenziert verwendet. Passender könnte sein: religiös begründeter oder motivierter Extremismus. - [Dschihadismus, Dschihadist*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dschihadismus-dschihadist): wird in der Regel im Zusammenhang mit militanten, gewaltbereiten Islamist*innen verwendet, deren Ideologie zufolge der Dschihad den bewaffneten Kampf meint, der jedem*jeder Muslim*in vorgeschrieben sei, solange muslimische Gebiete unter Besetzung sind oder „Ungläubige“ gegen Muslim*innen kämpfen. - [Blutrache](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/blutrache): bezeichnet ausschließlich schwere Gewalttaten oder Morde zur Vergeltung der Tötung von Familienmitgliedern. Mitunter wird Blutrache zur Beschreibung anderer Straftaten verwendet, die von Eingewanderten oder deren Nachkommen begangen werden. Dabei handelt es sich aber in vielen Fällen schlicht um Rache oder Racheakte. - [Parallelgesellschaft](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/parallelgesellschaft): ist ein Schlagwort, das Anfang der 2000er Jahre in der Debatte um Muslim*innen in Deutschland populär wurde. Der Begriff ist inhaltlich diffus und wird verbunden mit vermeintlich gescheiterter Integration. Er zeichnet ein Bild homogener Minderheiten, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsbevölkerung abschotten.1 Ihnen wird „Integrationsunwilligkeit“ unterstellt, ohne zu berücksichtigen, dass für Integration die gesamte Gesellschaft verantwortlich ist. Zudem ist für einen hohen Anteil von Einwander*innen in manchen Stadtteilen oft eher der Wohnungsmarkt ursächlich als ein Hang zu innerethnischen Nachbarschaften. - [Mord im Namen einer vermeintlichen Ehre](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mord-im-namen-einer-vermeintlichen-ehre-_-mord-im-namen-eines-althergebrachten-begriffs-von-ehre): sind reflektierte Alternativen für Ehrenmord, wenn man sich in der Berichterstattung vom Motiv der Täter*innen distanzieren will. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet für solche Morde den politischen Begriff Femizide1 . Handelt es sich eindeutig um einen Mord im Namen einer vermeintlichen Ehre, kann man der Idee der Istanbuler Initiative „Kadın Cinayetlerini Durduracagız“2 folgen: Die Frauenrechtlerinnen plädieren für den Begriff Frauenmord als Synonym, da er die Betroffenen und die Tat in den Fokus rückt. Allerdings zählen zu den Opfern manchmal auch Männer, die am vermeintlichen „Ehrbruch“ beteiligt waren oder nicht heterosexuell sind. Ein weiter gefasster Begriff ist Gewalt im Namen einer vermeintlichen Ehre, der darauf hinweist, dass auch andere Straftaten aus vermeintlichen Ehrmotiven begangen werden (z. B. Freiheitsberaubung, körperliche Gewalt). - [Islamkritik](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamkritik): beschreibt die theologische, ethische oder politische Kritik am Islam und kann eine Form der Religionskritik sein. In öffentlichen Debatten werden jedoch oft auch antimuslimische oder islamfeindliche Äußerungen als Islamkritik bezeichnet, die weniger auf Fakten als auf Ressentiments beruhen und sich pauschal gegen Muslim*innen richten. - [Islamfeindlichkeit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamfeindlichkeit): bezeichnet eine generell ablehnende Haltung gegenüber dem Islam und seinen Glaubensrichtungen, sowie gegenüber Menschen muslimischen Glaubens und ihren religiösen Praktiken. Im Gegensatz zu Islamophobie benennt Islamfeindlichkeit eine aktive Ablehnung, keine diffuse Angst (Phobie, griechisch: Angst). Synonym kann auch der Begriff antimuslimischer Rassismus verwendet werden, weil er verdeutlicht, dass es dabei weniger um Religionsfragen geht, sondern vielmehr um Ausgrenzung. - [Ehrenmord](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ehrenmord): definieren Expert*innen für das Bundeskriminalamt so: „Tötungsdelikte, die im Kontext patriarchalisch geprägter Familienverbände oder Gesellschaften vorrangig von Männern an Frauen verübt werden, um die aus Tätersicht verletzte Ehre der Familie oder des Mannes wiederherzustellen“1. Teils wird die Bezeichnung jedoch allgemein verwendet, zum Beispiel wenn ein türkeistämmiger Mann seine Frau umbringt. In vielen Fällen wird die gleiche Tat, begangen in einem standarddeutschen Umfeld, Familientragödie oder Beziehungstat genannt. Auch diese Begriffe sind problematisch, weil sie suggerieren, die Gewalt geschehe aus (verletzter) Liebe. Die Weltgesundheitsorganiation (WHO) verwendet für solche Taten den BegriffFemizid2, der betont, dass diese Morde aus spezifisch misogynen Motiven begangen werden. Alternative: Frauenmord (siehe Mord im Namen einer vermeintlichen Ehre). - [Bleibeperspektive](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bleibeperspektive): Der Begriff soll die Kategorisierung von Asylsuchenden in solche mit guter/günstiger Bleibeperspektive und jene mit schlechter/geringer Bleibeperspektive zulassen. Letztere sind Menschen aus Ländern mit einer relativ hohen Anzahl von Asylsuchenden bei zugleich niedriger Schutzquote. Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive erhalten einen schnelleren Zugang zu Sprach- und Integrationskursen. Die Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Schutzsuchende läuft einem Grundgedanken des Asylrechts, der individuellen Prüfung der Fluchtgründe, zuwider. - [Kulturelle Aneignung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kulturelle-aneignung): (engl. Cultural Appropriation) beschreibt die Kritik an weißen Menschen, die kulturelle Errungenschaften von rassistisch diskriminierten Gruppen kopieren oder sich zu eigen machen, ohne selbst dafür diskriminiert zu werden. So sind etwa Dreadlocks ein Symbol der antikolonialen Religion der Rastafari-Bewegung, wenn Weiße sie aber aus modischen Gründen tragen, gilt das als kulturelle Aneignung. - [Black Lives Matter](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/black-lives-matter): Name einer Stiftung und Slogan einer globalen Schwarzen Widerstandsbewegung, die für das Leben und Überleben von Schwarzen Menschen kämpft1. Die Bewegung begann ursprünglich 2013 in den USA und setzt sich v. a. gegen rassistische (Polizei-)Gewalt an Schwarzen Menschen ein2. In der breiten Öffentlichkeit Deutschlands ist Black Lives Matter im Jahr 2020 nach dem Mord an George Floyd und den darauffolgenden Massenprotesten angekommen. - [Black History Month](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/black-history-month): Der Black History Month ist im Februar und besteht aus einer Reihe von Aktionen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen, um Schwarze Geschichte zu würdigen und Schwarzes Leben zu feiern1. Dabei geht es um Wissen, Gedenken und Empowerment. Ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA begonnen, wird der Black History Month seit den 1990er Jahren auch in Deutschland veranstaltet 2. - [Blackfishing](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/blackfishing): ist, wenn nicht-Schwarze Menschen sich optisch verändern, um als Schwarze wahrgenommen zu werden. Manche Frauen schminken sich etwa dunkle Haut, überzeichnen Lippen und Nase oder tragen ihre Haare wie Schwarze Menschen. Blackfishing ist eine Zusammensetzung aus dem Begriff „catfishing“, der beschreibt, dass eine Person auf Social Media eine andere Identität vortäuscht, und Blackfacing. - [Indigene](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/indigene): sind laut Definition der Vereinten Nationen die Nachfahren der Menschen, die ein Gebiet bereits bewohnten, bevor sie von Gruppen aus anderen Teilen der Welt unterworfen, untergeordnet oder kolonialisiert wurden oder ihr Gebiet Teil eines Staates wurde. Bis heute sind sie nicht maßgeblich an den nationalen Regierungen der Länder beteiligt, in denen sie leben. Weltweit gibt es schätzungsweise etwa 370 Millionen Indigene in mehr als 70 Staaten. Indigene ist als übergeordnetete Selbstbezeichnung akzeptiert, allerdings argumentiert Yezenia León Mezu, dass der Begriff im Deutschen noch eine stärkere Anbindung an den kolonialistischen Begriff “Eingeborene” hat als das englische “Indigenous”1. In einem Bericht kann auch die bestimmte Gruppe beim Namen genannt werden, z. B. Cherokee, Maya, Tuareg, Massai usw. Unangebracht sind kolonialistische Fremdbezeichnungen wie „Ureinwohner“, „Eingeborene“, „Naturvolk“, „Indianer“ etc. - [Deutsche ohne Migrationshintergrund](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutsche-ohne-migrationshintergrund): ist der korrekte Gegensatz zu Menschen mit Migrationshintergrund. Ist nur von Deutschen die Rede, sind Deutsche mit Migrationshintergrund schließlich selten mitgemeint. - [Bindestrich-Deutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bindestrich-deutsche): wird manchmal als Selbstbezeichnung von Menschen mit internationaler Geschichte benutzt. Der Begriff spielt auf Bezeichnungen wie Deutsch-Türk*in an, benennt einerseits ein Zugehörigkeitsgefühl zu mehr als einer Kultur und spiegelt andererseits die Unterstellung wider, dass eingewanderte Menschen keine „echten“ Deutschen seien. - [Besorgte Bürger*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/besorgte-buerger): ist 2014 im Zuge der ersten Pegida-Demonstrationen in Dresden als Euphemismus für Menschen mit islamfeindlichen Einstellungen aufgekommen. Es entstand eine Debatte, ob „besorgte Bürger“ zu selten gehört würden. Deren „Sorgen“ prägten, flankiert von Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“1, allerdings schon seit Jahren, den Diskurs. Die Ängste der Betroffenen davor, dass Rassismus in Deutschland allmählich salonfähig wird und reale Folgen für sie hat, waren in Politik und Medien weniger präsent. Entsprechend kann von den unterschiedlichen Sorgen aller Bürger*innen berichtet werden oder von den Einstellungen islamfeindlicher Bürger*innen bzw. von antimuslimischem Rassismus. - [Einwanderungsgesellschaft](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/einwanderungsgesellschaft): beschreibt Deutschland als Einwanderungsland: Menschen wandern ein und werden Teil der heimischen Bevölkerung. Da aber längst nicht alle, die kommen, ihr Leben lang bleiben (wollen) und außerdem viele Deutsche ins Ausland ziehen, kann auch von einer Migrationsgesellschaft gesprochen werden. - [Deutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutsche): steht für deutsche Staatsangehörige. Als Adjektiv oder Substantiv sollte der Begriff nicht dazu dienen, eine ethnische Zugehörigkeit und damit nur die standarddeutsche Bevölkerung zu beschreiben. Denn: Jede*r fünfte Deutsche hat einen Migrationshintergrund. Und ihr Anteil wächst: Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder von Ausländer*innen (in der Regel automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit). - [Beschneidung, islamische](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/islamische-beschneidung): von Jungen (arab. Khitan), wird von vielen Muslim*innen als religiöse Pflicht angesehen und ist weitgehend etablierte Praxis. Sie wird im Laufe der Kindheit vor der Pubertät durchgeführt. Mit der Beschneidung werden Jungen rituell in der islamischen Gemeinschaft sozialisiert. In Deutschland ist die Beschneidung seit 2012 gesetzlich geregelt; laut § 1631d des BGB ist sie erlaubt, wenn sie „nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt“ wird. - [Beschneidung, jüdische](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/juedische-beschneidung): von neugeborenen Jungen ist in der Thora vorgeschrieben und hat eine große Bedeutung im Judentum. Der hebräische Name dafür ist Brit Mila(h) („Bund der Beschneidung“). Das Ritual dient der Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft. In Deutschland ist die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen erst seit 2012 gesetzlich geregelt; laut §1631d des BGB ist sie erlaubt, wenn sie „nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt“ wird1. - [Bekenntnisfreiheit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bekenntnisfreiheit): wird durch das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates garantiert. Sie besagt, dass alle Angehörigen einer nationalen Minderheit selbst wählen dürfen, ob sie sich dieser Minderheit zugehörig fühlen oder nicht. Dieses Bekenntnis ist frei, ein Nachweis der Gruppenzugehörigkeit darf also nicht verlangt werden. Sinti*zze und Rom*nja sind in Deutschland seit 1998 als nationale Minderheit anerkannt. - [Minderheitenrat](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/minderheitenrat): setzt sich für die Förderung und den Schutz der vier nationalen Minderheiten in Deutschland ein und vertritt ihre Interessen gegenüber der Bundesregierung. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma gehört ihm an. Der Minderheitenrat soll den Informationsfluss zwischen den vier Minderheiten abstimmen und fördern, aber auch gemeinsame Stellungnahmen zu aktuellen Schwerpunkthemen verfassen. - [Banden](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/banden): wird in der Kriminalitätsberichterstattung häufig als Schlagwort verwendet, um mit dem Zusatz „aus Südosteuropa“ einen Hinweis auf Rom*nja zu implizieren. Der Begriff sollte aber nur verwendet werden, wenn er juristisch angebracht ist. So definiert der Bundesgerichtshof eine Bande als „Zusammenschluss von mindestens drei Personen, die sich mit dem Willen verbunden haben, künftig für eine gewisse Dauer mehrere selbständige, im Einzelnen noch ungewisse Diebes- oder Raubtaten zu begehen“. - [Clan-Kriminalität](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/clan-kriminalitaet): ist ein stigmatisierender Begriff, weil damit ganze Familien, auch Kinder, Großeltern und andere Verwandte zu Kriminellen erklärt werden. Häufig knüpft er an kulturrassistische Vorstellungen an, etwa, dass alle Clan-Mitglieder in archaischen Familienstrukturen leben. Alternativ kann man von organisierter Kriminalität oder von einer kriminellen Bande sprechen, sofern die fachlichen Kriterien dafür tatsächlich erfüllt sind. - [Clan](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/clan): gehört zu den Begriffen, die ebenso wie die Schlagworte „Großfamilie“ oder „Sippe“ auch ohne einen Hinweis auf die Herkunft implizieren, dass es in einem Bericht um Eingewanderte und ihre Nachkommen oder Rom*nja geht. Weniger kulturalistisch und konkreter ist der Begriff kriminelle Bande, wenn es sich tatsächlich um eine solche handelt. - [Balkan](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/balkan): Bezeichnung für eine geographisch nicht eindeutig abgegrenzte Region im Südosten Europas, benannt nach dem Balkangebirge. Der Begriff wird oft synonym für Südosteuropa verwendet.Oft wird der Begriff in Zusammenhang mit Rom*nja gebracht, die in mehreren Ländern in Südosteuropa eine große ethnische Minderheit sind. In der Berichterstattung wird der Begriff zudem häufig im Kontext von Fluchtrouten und Asyl verwendet. - [Rom*nja](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/roma-2): ist sowohl Selbstbezeichnung als auch allgemeiner Sammelbegriff für eine heterogene Gruppe von Menschen, die vor gut 1000 Jahren aus Indien und dem heutigen Pakistan nach Europa gekommen sind. 1 Sie bilden die größte ethnische Minderheit in Europa. Expert*innen sprechen häufig von Roma-Gruppen oder Angehörigen der Roma-Minderheiten, da es zahlreiche verschiedene Untergruppen gibt, die sich in Sprachen, Religionen und Gewohnheiten voneinander unterscheiden, bspw. Kalderasch / Kalderaš / Kalderara, Kalé / Kale / Cale oder Lovara / Lowara. Im weiblichen Singular spricht man von Romni (Plural: Romnja), im männlichen von Rom (Plural: Roma). - [Sinti*zze](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sinti-2): ist die Bezeichnung für Nachfahren der Roma-Gruppen, die bereits im 14. und 15. Jh. in den deutschsprachigen Raum eingewandert sind. Sinti*zze sind die in West- und Mitteleuropa beheimateten Angehörigen der Minderheit. Die Bezeichnung wird jedoch nur in Deutschland, Österreich und Teilen Norditaliens verwendet. Außerhalb des deutschen Sprachraums wird Rom*nja als Name für die gesamte Minderheit genutzt. Der weibliche Singular ist Sintizza (Plural: Sintizze), der männliche Singular ist Sinto (Plural: Sinti). Eine Untergruppe der Sinti*zze sind die Manouche, die vorwiegend in Frankreich leben. - [Autochthone Deutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/autochthone-deutsche-2): autochthon kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß eingeboren, alteingesessen. Autochthone Deutsche könnte dazu dienen, Deutsche ohne Migrationshintergrund aktiv zu benennen, hat allerdings als kaum bekanntes Fremdwort wenig Aussicht, sich durchzusetzen. - [Standard-Deutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/standard-deutsche): beschreibt Deutsche ohne Migrationshintergrund und macht aufmerksam auf eine Normvorstellung, von der Deutsche mit Migrationshintergrund vermeintlich abweichen. Der Begriff wurde durch den Migrationspädagogen Paul Mecheril in die Debatte eingebracht1, der auch den Begriff Copyright-Deutsche prägte. - [Einheimische](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/einheimische): erzeugt ein schiefes Bild, weil viele Eingewanderte und ihre Nachkommen hier längst heimisch sind. Es weckt die Assoziation von fremdländischen Migrant*innen. - [Biodeutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/biodeutsche): wurde vor einigen Jahren von Menschen mit Einwanderungsgeschichte als Gegenentwurf mit scherzhaft-provokantem Unterton in die Debatte gebracht und wird inzwischen aus Mangel an Alternativen mitunter ernsthaft verwendet. Viele so Bezeichnete lehnen den Begriff ab, weil in ihm die Vorstellung von Genetik mitschwingt. Die Deutung als Kürzel für Biografisch-Deutsche ist inzwischen verloren gegangen. - [Illegale Migrant*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/illegale-migranten): wurde eine Zeit lang (in der männlichen Form) von der Bundesregierung oder in EU-Rechtsakten für Menschen verwendet, die ohne Genehmigung einreisen oder sich ohne gültige Papiere in einem Land aufhalten. Gängiger ist es, von illegaler oder irregulärer Migration zu sprechen; eine bekannte Parole von Menschenrechtsorganisationen lautet „Kein Mensch ist illegal“, d. h. nur Handlungen können ungesetzlich sein. Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hat deshalb bereits 2013 beschlossen, den Terminus nicht mehr zu verwenden. In Frankreich ist die Selbstbezeichnung Sans Papiers üblich, papierlose Migrant*innen. Weitere Alternativen: illegalisierte Migrant*innen, irreguläre Migrant*innen oder undokumentierte Migration. - [Aussiedler*innen / Spätaussiedler*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/aussiedler-spaetaussiedler): sind rechtlich „deutsche Volkszugehörige“ und mit etwa 2,7 Millionen Menschen eine der größten eingewanderten Gruppen in der Bundesrepublik. Laut Definition des Innenministeriums handelt es sich bei ihnen um „Personen deutscher Herkunft, die in Ost- und Südosteuropa sowie in der Sowjetunion unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges gelitten haben (und die) noch Jahrzehnte nach Kriegsende aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit massiv verfolgt“ wurden. In der Bundesrepublik können sie die „Statusdeutscheneigenschaft“ bekommen, werden damit deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt und sind keine Ausländer*innen. Trotzdem sind sie teils spezifischen bürokratischen Hürden oder Diskriminierungen ausgesetzt. - [Neubürger*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neubuerger): klingt nach soeben eingewanderten Menschen. Als Synonym für Eingebürgerte ist der Begriff eher verwirrend, da er keine Verwurzelung in Deutschland vermuten lässt. - [Ausmerzen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ausmerzen): ist ursprünglich ein Begriff aus der Landwirtschaft zur Sortierung von Zuchtschafen1. Das Wort und die Handlung wurden allerdings von den Nationalsozialist*innen vereinnahmt und in die menschenfeindliche Ideologie übertragen: unliebsame Personen, die nicht dem Bild des Nationalsozialismus entsprachen, wurden vernichtet2. Der Begriff sollte deshalb heute nicht mehr gebraucht werden. Mögliche Alternativen: entfernen, abbauen, abschaffen, tilgen, Fehler(haftes) korrigieren. - [Ausländische*r Mitbürger*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/auslaendischer-mitbuerger): wird seit den 1970er Jahren als meistens wohlmeinende, jedoch widersprüchliche Bezeichnung für Menschen verwendet, die seit vielen Jahren hier leben und voraussichtlich bleiben werden. Soll die nicht-deutsche Staatsbürgerschaft betont werden, ist ausländische*r Bürger*in passender, da bei „Mit-Bürger*in“ ein unnötiges „Othering“ stattfindet, d.h. ein*e Mitbürger*in ist damit scheinbar anders als ein*e Bürger*in. - [Ausländerkriminalität](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/auslaenderkriminalitaet): sollte nicht als eine Bezeichnung für alle Straftaten verwendet werden, die von Ausländer*innen begangen werden, sondern als Oberbegriff für Verstöße, die nur von Ausländer*innen begangen werden können, wie z. B. Visavergehen oder Verstöße gegen Asylgesetze. Alle anderen Straftaten können konkret benannt werden – es ist bei Delikten, die Ausländer*innen seltener begehen (z. B. Steuerflucht) auch nicht von „Deutschen-Kriminalität“ die Rede. - [Ausländerhass, Fremdenfeindlichkeit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/auslaenderhass-fremdenfeindlichkeit): sind als Synonyme für Rassismus und rassistische Tatmotive ungenau, da es selten um tatsächliche Fremde wie etwa Tourist*innen geht. Von der vermeintlichen „Ausländerfeindlichkeit“ sind oft deutsche Staatsangehörige betroffen. Wer Angriffe auf BIPoC als „Fremdenfeindlichkeit“ oder „Ausländerhass“ bezeichnet, übernimmt die Sichtweise der rassistischen Täter*innen. Präziser ist es, die Straftaten und Motive als rassistisch, rassistisch motiviert, rechtsextrem, rechtsterroristisch oder neonazistisch zu bezeichnen (siehe Hassverbrechen, Hasskriminalität). - [Ausländer*innen mit deutschem Pass](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/auslaender-mit-deutschem-pass): taucht – kaum in gegenderter Form, aber als „Ausländer mit deutschem Pass“ – erstaunlicherweise immer wieder auf, ist sachlich falsch und als diskriminierender Widerspruch zu sehen. Vermutlich sind damit Deutsche mit internationaler Geschichte, also mit eigener Einwanderungserfahrung oder Migrationshintergrund gemeint. - [Passdeutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/passdeutsche): stammt aus dem Vokabular von Rechtsextremen und wurde zum Beispiel in Texten der NPD verwendet: Dort gibt es Deutsche und „Passdeutsche“ (also nicht richtige Deutsche). Letztere sollen damit als „undeutsch“ abgewertet werden. - [Menschen aus eingewanderten Familien](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/menschen-aus-eingewanderten-familien): beschreibt keine statistische Größe, sondern das, worum es geht: um Menschen und ihre Familien, die eingewandert sind. - [Menschen mit internationaler Geschichte](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/menschen-mit-internationaler-geschichte): ist eine weitere Alternativformulierung, die im Workshop „Was heißt hier Migrationshintergrund?“ beim Diversity-Day 2014 von Heidelberger*innen zusammen mit den NdM entwickelt wurde. Der Begriff berücksichtigt, dass nicht alle Menschen mit ihren Familien eingewandert sind. Er ist umgekehrt auch verwendbar für Standard-Deutsche, also Menschen ohne internationale Geschichte. - [Aufnahmegesellschaft](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/aufnahmegesellschaft-2): wird häufig als Synonym für Deutsche ohne Migrationshintergrund verwendet, wirkt dabei jedoch ausgrenzend, da Eingewanderte und ihre Nachkommen auch zu den Aufnehmenden gehören. Ein klärender Zusatz, wie multikulturelle oder plurale Aufnahmegesellschaft wäre sinnvoll, damit deutlich wird: Es sind die rund 83 Millionen1 Bürger*innen in Deutschland gemeint. - [Asylmissbrauch](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylmissbrauch): ist ein politisches Schlagwort, das seit den 1980er Jahren vor allem dann verwendet wird, wenn es um eine Einschränkung des Asylrechts geht, ähnlich wie die Begriffe „Asyltourismus“ oder „Sozialtourismus“. Gleichzeitig handelt es sich um einen Kampfbegriff von Rechtsradikalen oder Rechtsextremen, die das Recht auf Asyl an sich infrage stellen wollen. Bereits 2001 wird im Zuwanderungsbericht des Bundesinnenministeriums gefordert, den Begriff nur im Zusammenhang mit Einzelfällen zu verwenden. Ein Recht einzufordern bzw. zu beantragen, ist kein Missbrauch, selbst wenn das Begehren erfolglos bleibt. Missbräuchlich ist erst der Betrugsversuch. - [Asylkritiker*in / Asylgegner*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylkritikerasylgegner): wären im eigentlichen Wortsinn eher Kritiker*innen der Asylgesetzgebung, wie z.B. der Residenzpflicht für Geflüchtete. Tatsächlich sind „Asylkritiker*in“ oder „-gegner*in“ oft Euphemismen für diejenigen, die sich rechtsextrem, rechtsradikal oder rassistisch gegen Geflüchtete äußern. Die Begriffe werden häufig als Selbstbezeichnungen von Rechtsextremen, Rechtsradikalen oder Rechtspopulist*innen benutzt. Da das Recht auf Asyl im Grundgesetz niedergeschrieben ist, kann dessen vollkommene Ablehnung als verfassungsfeindlich eingestuft werden. In der Berichterstattung können Menschen mit rechtsextremen Positionen als Rechtsextreme bezeichnet werden. Die Nachrichtenagentur dpa verwendet die Begriffe Asylkritiker/Asylgegner seit Juli 2015 nicht mehr, weil sie beschönigend sind. - [Bürgerlich (konservativ)](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/buergerlich-konservativ): wird zum Teil als beschönigende Beschreibung illiberaler Haltungen verwendet. Bürgerlicher Konservativismus in Deutschland ist freiheitlich-demokratisch geprägt und nicht radikal – anders als viele politische Positionen rechter Kreise, die sich selbst als bürgerlich bezeichnen. - [Asylbetrüger*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylbetrueger): Während „Scheinasylant“ und „Asylschmarotzer“ heutzutage vor allem Begrifflichkeiten der rechtsextremen Szene sind, findet sich die Bezeichnung „Asylbetrüger“ teilweise auch in journalistischen Medien. So wurden bspw. Geflüchtete bezeichnet, die sich angeblich als Syrer*innen ausgeben würden, um ihre Chance auf Asyl zu erhöhen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière behauptete im Oktober 2015, 30 Prozent aller Flüchtlinge, die sich als Syrer*innen ausgeben würden, seien gar keine.1 Für diese Zahl fehlte allerdings jeglicher Beleg. - [Asylantenschwemme, Asylantenflut oder Asylantenstrom](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylantenschwemme-asylantenflut): sind Metaphern, die vor allem in den 1980er und 1990er Jahren verbreitet waren. Sie suggerieren, dass es notwendig sei, die Aufnahme von Geflüchteten zu verhindern – diese werden deshalb Naturkatastrophen gleichgesetzt. Wie die Parole „Das Boot ist voll“ werden die oben genannten Begriffe als populistische Floskeln und emotional aufgeladene Angstmacherei kritisiert. Inzwischen werden oft die Varianten Flüchtlingsstrom oder „Flüchtlingswelle“ gebraucht, die dieselben Assoziationen wecken. Ein neutrales Schlagwort wäre z. B. Fluchtmigration. - [Asylant*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylanten): ist negativ konnotiert. Der Begriff wird (eher in der männlichen Form) häufig dann verwendet, wenn Geflüchtete als Bedrohung oder Belastung betrachtet werden und nicht als Schutzsuchende. Weitere Alternativen: Asylsuchende, exilierte Menschen, je nach Status auch Asylberechtigte, geschützte Personen uvm. - [Geschützte Personen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/geschuetzte-personen): bezeichnet alle Menschen, die unter Asylschutz, Flüchtlingsschutz, Subsidiärem Schutz und Abschiebungsverbot stehen. - [Asylsuchende](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylsuchende): wird in der Öffentlichkeit oft synonym zum Begriff Flüchtlinge gebraucht. Im Sprachgebrauch des UNHCR ist ein*e Asylsuchende*r aber eine Person, die einen Antrag auf Anerkennung als politisch Verfolgte*r gestellt hat, den Status als Flüchtling oder Asylberechtigte*r aber noch nicht erhalten hat. - [Asozial](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asozial): existierte schon vor der NS-Zeit als abwertende Zuschreibung für Menschen am Rande der Gesellschaft. Während der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnete der Begriff Menschen, die sich nicht in die nationalsozialistische Gemeinschaft einfügten und bildete somit die Grundlage für das NS-Regime, Menschen unterschiedlichster Gruppen aus willkürlichen Gründen zu deportieren.1 Erst 2020 wurden die Betroffenen als Opfer anerkannt und haben seitdem Anspruch auf Entschädigung.2 Heute wird der Begriff manchmal fälschlicherweise übernommen, ohne den nationalsozialistisch belasteten Hintergrund zu kennen. Er wird häufig als Ausdruck für unsoziales, unfreundliches oder boshaftes Verhalten auf individueller Ebene verwendet. Das Konzept wird weiter eingesetzt, um Menschen abzuwerten und sozial auszugrenzen, v. a. auf Basis klassistischer Kategorien wie Armut oder Arbeitslosigkeit.3 - [Asiatische Deutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asiatische-deutsche): wird als politische Selbstbezeichnung von vielen asiatisch wahrgenommenen Menschen verwendet. Der Begriff bezieht sich explizit nicht auf bestimmte Länder, Kulturen oder geografische Grenzen. Es ist ein Sammelbegriff, mit dem sich eine Vielzahl Asiatischer Deutscher gemeinsam positioniert und solidarisiert, um gegen Rassismus und für gesellschaftliche Teilhabe einzutreten. Der verstärkte Antiasiatische Rassismus in Zeiten der Corona-Pandemie zeigt dabei lediglich eine Facette existierender Rassismen gegenAsiatische Deutsche Menschen auf. Als politische Selbstbezeichnung wird der Begriff Asiatische Deutsche und das Adjektiv Asiatisch-Deutsch großgeschrieben. - [Russlanddeutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/russlanddeutsche): sind als Aussiedler*innen / Spätaussiedler*innen von 1950 bis heute nach Deutschland eingewanderte Menschen aus den Nachfolgestaaten der UdSSR. Ihre Vorfahren sind deutsche Siedler*innen, deshalb können sie eine Statusdeutscheneigenschaft bekommen und werden damit deutschen Staatsangehörigen formal gleichgestellt. Dennoch sind sie häufig von antislawischem Rassismus betroffen. Mit 2,49 Millionen1 Menschen mit eigener Wanderungserfahrung sind sie eine der größten Gruppen von Eingewanderten in Deutschland. Bezeichnungen wie Deutsch-Russen, Russisch- bzw. Kasachischstämmige sind für Russlanddeutsche inkorrekt und werden oft als diskriminierend wahrgenommen. Noch im Etablierungsprozess ist die Selbstbezeichnung PostOst für Menschen, die selbst oder deren Vorfahren aus Staaten kommen, die in Deutschland pauschal als sog. „Ostblock“ bezeichnet wurden und werden. - [Deutsch-Türk*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutsch-tuerke): usw. ist eine Möglichkeit die Internationalität von Menschen zu beschreiben. Dabei ist es allerdings sinnvoll, ihren Lebensmittelpunkt zu betonen, alsoTürkei-Deutsche statt Deutsch-Türkin, Spanisch-Deutsche, Polnisch-Deutsche usw. Denn bei Wortzusammensetzungen im Deutschen steht die Hauptbedeutung immer am Ende (z. B. Hausschuh). Übrigens empfinden sich auch Eingewanderte ohne deutschen Pass oft als Teil der deutschen Gesellschaft, also z.B. als Türkei-Deutsche, zudem sind Bezeichnungen dieser Art im Plural genderneutral. - [Aschkenasim / Ashkenazim](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/aschkenasimashkenazimaschkenasen): sind ursprünglich nord-, mittel- und osteuropäische Juden*Jüdinnen mit gemeinsamer religiöser Tradition und Kultur. Der Begriff wurde im 9. Jh. von eingewanderten Juden*Jüdinnen für das deutschsprachige Gebiet geprägt und breitete sich von dort aus. Heute bilden Aschkenasim die größte Gruppe im Judentum. - [Armutszuwander*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/armutszuwanderer): wird in der männlichen Form oft als abfällige Bezeichnung für Menschen aus Südosteuropa verwendet, teils auch als Synonym für Rom*nja, die im Zuge der EU-Freizügigkeit nach Deutschland kommen. Die große Mehrheit der Menschen, die aus den EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien eingewandert sind, geht jedoch einer Arbeit nach oder studiert. Es handelt sich daher überwiegend um eine – für Deutschland profitable – Arbeitseinwanderung bzw. Arbeitszuwanderung. Bei „Armutsmigration“ wird vor allem eine vermeintliche Einwanderung in die Sozialsysteme betont, die gesetzlich aber ausgeschlossen ist. - [Antizionismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antizionismus): richtet sich gegen die Ideologie des Zionismus und kann daher implizit als Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel verstanden werden. In diesem Fall kann man auch von antizionistischem Antisemitismus sprechen/schreiben. Gleichzeitig sind nicht alle, die die unterschiedlichen Ideen zionistischer Strömungen kritisieren, automatisch gegen die Existenz Israels. So gibt es im innerisraelischen Diskurs jüdischen Antizionismus, der nicht antisemitisch ist. - [Philoziganismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/philoziganismus): beschreibt eine positive Neigung zu Sinti*zze und Rom*nja, die teils wie bei Antiziganismus von einer homogenen Gruppe ausgeht und den Angehörigen der Roma-Minderheiten romantisierende Stereotype zuschreibt. - [Ideologien der Ungleichwertigkeit](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ideologien-der-ungleichwertigkeit): sind Weltanschauungen, in denen die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen grundlegend abgelehnt werden. Ideologien der Ungleichwertigkeit sind u.a. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Sozialdarwinismus, Chauvinismus sowie Homo- und Transfeindlichkeit. Sie können sich in Hasskriminalität äußern. - [Antislawismus / Antislawischer Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antislawischer-rassismus): bezeichnet die strukturelle Diskriminierung von Menschen, die vermeintlich oder selbstgewählt zur sozial-konstruierten Gruppe der Slaw*innen gehören, z. B. Russlanddeutsche, jüdische Kontingentgeflüchtete oder polnische Migrant*innen. Diese Diskriminierungsform kann sich auch pauschal gegen die Bevölkerung aus Zentral-, Ost- und Südosteuropa richten oder gegen Menschen, denen die nationale oder ethnische Zugehörigkeit zu einer dieser Regionen zugeschrieben wird. Im Nationalsozialismus dienten der Antislawismus und die rassistische Zuordnung zu einer „slawischen Rasse“ der Abwertung und Entmenschlichung sowie als Begründung für Zwangsarbeit und deutsche Kriegs- und Siedlungspolitik. Antislawismus geht auch mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze, Antisemitismus, antiasiatischer Rassismus, antimuslimischer Rassismus, Sexismus oder Klassismus einher. - [Antisemitismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antisemitismus): ist eine weit verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Allgemein werden damit sämtliche Formen von Hass, feindlichen Einstellungen, Äußerungen, Handlungen und Vorurteilen beschrieben, die sich gegen Juden*Jüdinnen und alle richten, die als jüdisch wahrgenommen werden. Der Begriff wurde erstmalig im 19. Jh. öffentlich verwendet und löste mit rassistischen Motiven den religiös begründeten Antijudaismus ab; die damaligen Rassentheorien waren eine Grundlage der Nazi-Ideologie. Öffentliche antisemitische Hetze ist heute in Deutschland strafbar. Dazu gehört auch die Leugnung des Holocaust . - [Israelkritik](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/israelkritik): Mitunter werden Äußerungen in öffentlichen Debatten als Israelkritik bezeichnet, die weniger auf Fakten als auf antisemitischen Ressentiments beruhen und die sich pauschal gegen den israelischen Staat und dessen Bürger*innen richten. Generell sollten Aspekte oder Akteur*innen, die im Zusammenhang mit israelischer Politik kritisiert werden, in der Berichterstattung konkret benannt werden. Wenn z.B. wegen der Verfolgung des jüdischen Volks höhere moralische Maßstäbe an die Politik Israels angelegt werden als an andere Länder, handelt es sich um israelbezogenen Antisemitismus, nicht um differenzierte Kritik. - [Israelbezogener Antisemitismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/israelbezogener-antisemitismus): bezeichnet antisemitische Handlungen oder Äußerungen gegenüber oder in Bezug auf Israel, dessen Politik oder Bürger*innen; wenn z.B. dem Staat Israel unterstellt wird, als heimlicher Drahtzieher der Weltpolitik zu agieren oder, wie im sekundären Antisemitismus, die israelische Politik gegenüber Palästina mit der des Nationalsozialismus gleichgesetzt wird. Diese Form antisemitischer Gesinnung findet sich sowohl bei linken und rechten Gruppierungen wieder, bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. - [Sekundärer Antisemitismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/sekundaerer-antisemitismus): äußert sich bspw. in Forderungen nach einem Schlussstrich oder in dem Vorwurf, Juden*Jüdinnen hätten eine Mitschuld an der Verfolgung durch die Nazis oder zögen einen Vorteil aus dem Holocaust. Das Phänomen konnte unmittelbar nach 1945 erstmalig beobachtet werden. Oft ergibt sich diese Form des Antisemitismus aus einem Schuld- und Schamgefühl wegen der Shoa. - [Antiromaismus & Antisintiismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antiromaismus-antisintiismus): beschreibt Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze , ohne das Schimpfwort Z*** zu reproduzieren, und wird deshalb von einigen Betroffenen bevorzugt. Der Begriff ist allerdings in der Kritik, weil er aussagt, dass Menschen diskriminiert werden, weil sie Rom*nja sind. Ursächlich dafür sind aber rassistische Einstellungen der Mehrheitsbevölkerung. - [Nationalsozialistischer Genozid](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/nationalsozialistischer-genozid): Sintizze und Rom*nja waren während des Nationalsozialismus Verfolgung und Völkermord ausgesetzt. Auf Romanes gibt es dafür die Begriffe Porajmos oder Samudaripen (deutsch „das große Töten“). Der Tag der Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Genozids an den Rom*nja ist der 2. August. Mindestens 500.000 europäische Sinti*zze und Rom*nja wurden durch Nationalsozialist*innen oder mit ihnen verbündeten Regierungen und Bewegungen systematisch ermordet, was erst 1982 von der Bundesrepublik offiziell als Völkermord anerkannt wurde. Dieser wurde in der Geschichtsschreibung nach wie vor noch nicht vollständig aufgearbeitet. - [Gadje-Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gadje-rassismus): Gadje-Rassismus ist als Synonym von Antiziganismus im deutschsprachigen Raum verbreitet und betont, dass Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze von Gadje (Bezeichnung für Nicht-Rom*nja auf Romanes) ausgeht. - [Gadje / Gadjé / Gadsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gadjegadsche): (Singular Gadjo / Gadscho) ist auf Romanes die Bezeichnung für Nicht-Rom*nja. Die Minderheit nutzt den Begriff, um sich von den Nicht-Rom*nja abzugrenzen. Der genaue Wortursprung ist umstritten. - [Deutsche Rom*nja](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/deutsche-roma-2): sind diejenigen Rom*nja, die nach Aufhebung der Leibeigenschaft in Ost- und Südosteuropa ab Mitte des 19. Jahrhunderts nach Deutschland eingewandert sind. Weitere Roma-Gruppen sind in den 1960er Jahren als Gastarbeiter*innen und in den 1990er Jahren, nach dem Zerfall Jugoslawiens, als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. - [Antiziganismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antiziganismus): ist der spezifische Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze sowie Menschen, die als solche wahrgenommen werden. Jahrhundertealte und tief verankerte Stereotype führen bis heute zu Diffamierung, Ausgrenzung, Entrechtung und Gewalt. Angehörige der Roma-Minderheiten sind auf individueller und institutioneller bzw. struktureller Ebene davon betroffen. Antiziganistische Klischees werden zum Teil romantisiert, dabei beruhen auch vermeintlich positive Vorurteile auf einer rassistischen Pauschalisierung, siehe dazu Philoziganismus. Der Begriff Antiziganismus ist etabliert, aber zum Teil umstritten, da er die rassistische Fremdbezeichnung Z*** reproduziert. Alternative Bezeichnungen sind Antiromaismus & Antisintiismus, Gadje-Rassismus oder Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze. - [Antimuslimischer Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antimuslimischer-rassismus): bezeichnet die Diskriminierung von Menschen, die aufgrund ihrer tatsächlichen oder auch bloß zugeschriebenen Religionszugehörigkeit als Muslim*innen wahrgenommen werden. Im Vergleich zu den Begriffen Islamophobie oder Islamfeindlichkeit verweist die Bezeichnung antimuslimischer Rassismus auf das tatsächliche Problem: eine rassistische Vorstellung von Muslim*innen als homogene Gruppe, der bestimmte (zumeist negative) Eigenschaften zugewiesen werden und die als fremd eingeordnet wird. - [Antijudaismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/antijudaismus): ist kein Synonym für Antisemitismus, selbst, wenn die Motive sich teils überschneiden können. Antijudaismus steht vielmehr für die religiös begründete Ablehnung des jüdischen Glaubens und seiner Anhänger*innen und wird deshalb auch christlicher, historischer oder religiöser Antijudaismus genannt. - [Blackfacing](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/blackfacing): ist eine rassistische und koloniale Bühnenpraxis, bei der meist weiße Darsteller*innen Karikaturen Schwarzer Menschen spielen. Das Konzept geht zurück auf US-amerikanische „Minstrel Shows“ des 18. und 19. Jh. Dabei wurden Sprache, Tanz und Musik Schwarzer Menschen von Weißen mit angemaltem Gesicht und übertrieben dicken roten Lippen karikiert.1 In Deutschland gibt es erst seit wenigen Jahren eine öffentliche Debatte über Fälle von Blackfacing. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) empfiehlt, dass Sternsinger beim Dreikönigssingen keine schwarze Schminke mehr benutzen sollten.2 In der Faschings- und Karnevalszeit ist Blackfacing jedoch nach wie vor üblich. Asiatische Menschen sehen sich durch Yellowfacing ähnlicher Diskriminierung ausgesetzt. - [M-Wort](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/m-wort): ist seit dem 17. Jh. eine Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen und wurde zunächst mit dem Bild einer Person verbunden, die weiße Menschen bedient und aus Marokko oder Mauretanien stammt. Später tauchte das M-Wort als Bezeichnung für Schwarze Menschen auch in der Rassenlehre auf. Der Begriff hält eine rassistisch-romantisierte koloniale Erinnerungskultur am Leben, mit der Fantasie des Schwarzen Dieners als Eigentum von weißen Menschen. Er existiert heute noch in Namen von Apotheken oder Gaststätten, als Bild in Stadtwappen, auf Lebensmitteln, in Straßennamen, als Karnevalsverkleidung, im christlichen Krippenspiel und bei Sternsingern (vgl. Blackfacing). Das M-Wort sollte, wie das N-Wort nicht ausgeschrieben oder ausgesprochen werden. Mögliche Beschreibungen sind Schwarzer Mensch in dienender Haltung, Darstellung eines Schwarzen Dieners, rassistisch überzeichnete Figur einer Schwarzen Person. - [N-Wort](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/n-wort): ist ein kolonial-rassistischer Begriff für Schwarze Menschen. Im Sprachgebrauch findet er sich noch als N.-Kuss, vor allem aber als Alltagsbeleidigung. In (Kinder-)Literatur kommt er beispielsweise als N-Sklave oder N-König vor, wie in (älteren) Auflagen von Astrid Lindgrens Büchern. Die Abkürzung N-Wort dient dazu, den rassistischen Begriff nicht zu reproduzieren. Der Begriff sollte nicht ausgesprochen oder ausgeschrieben werden, da er nie neutral gemeint war, sondern in Rassentheorien sowie der Versklavung Schwarzer Menschen verwurzelt ist und Schwarze entwürdigt. Auch in Zitaten sollte darauf verzichtet werden oder eine Triggerwarnung vorangestellt werden: „Wir zeigen ein Archiv-Stück, in dem rassistische Begriffe vorkommen. Sie können verletzend oder retraumatisierend sein“. Das N-Wort nicht auszuformulieren zeigt, dass die Bedürfnisse Betroffener im Publikum ernst genommen werden. - [Schwarze Menschen, Schwarze*r](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schwarze-menschen-schwarzer): ist eine Selbstbezeichnung von Menschen mit beispielsweise afrikanischen, karibischen oder afro-US-amerikanischen Vorfahren. Schwarz wird in diesem Zusammenhang immer groß geschrieben, um deutlich zu machen, dass damit keine Hautfarbe beschrieben wird. Schwarz ist vielmehr eine politische Selbstbezeichnung, die gemeinsame Erfahrungen sowie die gesellschaftspolitische Position und die Lebensrealität von Menschen beschreibt, die von Anti-Schwarzem Rassismus betroffen sind. - [Kolonialismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kolonialismus): (lat. für Niederlassung, Ansiedelung) beschreibt, dass europäische Kolonialmächte seit dem 15. Jh. Territorien anderer Kontinente eingenommen und eine Kolonialherrschaft errichtet haben. Viele Regionen und ihre Bewohner*innen wurden in Besitz genommen, ausgebeutet und verdrängt. Die kolonialisierte Bevölkerung in Afrika, Asien oder den Amerikas wurde unterdrückt, versklavt oder getötet. Legitimiert wurde dies mit pseudo-wissenschaftlichen Rassentheorien und dem Glauben an die eigene kulturelle Überlegenheit. Eine einheitliche Definition von Kolonialismus ist ungenau, weil die Kolonialmächte unterschiedlich herrschten. Konkreter lassen sich beispielsweise der deutsche oder französische Kolonialismus fassen. Der Begriff Kolonialismus beschreibt außerdem historisch das Zeitalter des Kolonialismus, das mit Christoph Kolumbus 1492 begann und bis ins 20. Jh. reichte. Ab den 1950er Jahren setzte die sogenannte Dekolonialisierung ein, in der die kolonialisierten Nationen ihre Unabhängigkeit erkämpften. Kritiker*innen sprechen jedoch von einem bis heute wirksamen Neokolonialismus. - [AnkER-Zentrum](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/anker-zentrum): abgekürzt für Ankunft, Entscheidung und Rückführung. Geflüchtete müssen in diesen Lagern so lange wohnen, bis ihre Asylverfahren endgültig abgeschlossen sind. Danach sollen sie auf zugewiesene Wohnorte verteilt oder direkt abgeschoben werden können. Es wird kritisiert, dass Asylverfahren oft viele Monate lang dauern und die Menschen sich in dieser Zeit nicht frei bewegen können. Auch sei in diesen Einrichtungen keine unabhängige Verfahrens- und Rechtsberatung gewährleistet. - [Vertriebene](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/vertriebene): sind deutsche Staatsangehörige oder sog. deutsche „Volkszugehörige“ (jur. Bezeichnung, Bundesvertriebenengesetz) und ihre Nachkommen, die ihren Wohnsitz im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg verloren haben. Auch Aussiedler*innen gelten gesetzlich als Vertriebene. Beide Gruppen haben, ebenso wie Spätaussiedler*innen, einen rechtlichen Anspruch darauf, aus Ländern des ehemaligen Ostblocks in Deutschland aufgenommen zu werden. In der Bundesrepublik bekommen sie in der Regel automatisch die sog. Statusdeutscheneigenschaft und sind somit keine Ausländer*innen. - [Asyl](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asyl): Deutschland ist eines der wenigen Länder, in dem das Recht auf Asyl in der Verfassung festgeschrieben ist: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“, heißt es in § 16a Grundgesetz. Doch dieses Recht wurde 1993, nach einer Welle rassistischer Gewalttaten, mit dem sogenannten „Asylkompromiss“ stark eingeschränkt und ist weitgehend vom EU-Recht abgelöst. Lediglich ein bis zwei Prozent der Asylbewerber*innen erhalten in Deutschland Asyl nach dem Grundgesetz („Asylberechtigte“), weil sie durch den Herkunftsstaat oder staatsähnliche Akteure verfolgt werden.1 - [Ally](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ally): (engl. Alliierte*r) ist im politischen und aktivistischen Sinn eine Person, die sich für die Interessen von diskriminierten Gruppen einsetzt, zu denen sie selbst nicht gehört. Gleichgesinnte weiße Verbündete können Allys sein – allerdings nur, wenn diejenigen, die unterstützt werden, sie als solche betrachten. Ein*e Ally ist von White Savior zu unterscheiden. - [Wir](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/wir): kann missverständlich wirken, wenn beispielsweise von „wir Deutschen“ die Rede ist, aber nur Deutsche ohne Migrationshintergrund gemeint sind. Als Alternative kann Mehrheitsbevölkerung passender sein – allerdings nicht überall, in Frankfurt am Main z. B. sind Menschen mit Migrationshintergrund bereits in der Mehrheit. - [Weiße Privilegien](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/weisse-privilegien): Weiße Privilegien sind gesellschaftliche Vorteile, die damit einhergehen, weiß zu sein, allen voran das Privileg, nicht rassistisch diskriminiert zu werden. - [Allochthone](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/allochthone): (griech.) wird in den Sozialwissenschaften als Bezeichnung von Menschen oder Gruppen mit gebietsfremder Herkunft verwendet. In den Niederlanden wird der Begriff zur Beschreibung von Menschen verwendet, die selbst oder deren Eltern eingewandert sind. Allochthone ist das Gegenteil von Autochthone. - [Zuwander*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/zuwanderer): sind zunächst alle Menschen, die nach Deutschland ziehen. Statistisch zählen dazu auch diejenigen, die nach kurzer Zeit wieder fortziehen (Abwander*innen). Die Absicht zu bleiben ist bei Zuwander*innen nicht gegeben. Der Begriff wurde lange Zeit vor allem in der Politik genutzt, um Deutschland nicht als Einwanderungsgesellschaft zu benennen, sondern nur von (zeitlich begrenzter) Zuwanderung zu sprechen. - [Neue Deutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/neue-deutsche): taucht immer häufiger auf und wird unterschiedlich verwendet: Manche gebrauchen den Begriff synonym für Menschen mit Migrationshintergrund. Als Selbstbezeichnung von Menschen aus eingewanderten Familien soll er den Anspruch auf Zugehörigkeit deutlich machen. Der Begriff kann aber auch für eine Haltung stehen statt für eine herkunftsbezogene Kategorisierung: Zu den Neuen Deutschen zählen dann alle Menschen (mit und ohne Migrationshintergrund), die positiv zur Pluralisierung der Gesellschaft stehen. - [Migrant*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/migranten): werden vom Statistischen Bundesamt als Menschen definiert, die nicht auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik, sondern im Ausland geboren sind. Rund die Hälfte davon sind Deutsche, die andere Hälfte hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Im Diskurs wird dieser Begriff häufig irrtümlich als Synonym für Menschen mit Migrationshintergrund verwendet. Rechtsradikale und Rechtsextreme nutzen den Begriff „Migranten“ anstatt von Geflüchteten zu sprechen. Damit soll suggeriert werden, dass Schutzsuchende nicht nach Deutschland fliehen, sondern aufgrund einer angeblich freien Entscheidung nach Deutschland kommen, also migrieren. - [Menschen mit Migrationshintergrund](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/menschen-mit-migrationshintergrund-mh): sind nach statistischer Definition • in Deutschland lebende Ausländer*innen, • eingebürgerte Deutsche, • in Deutschland geborene Kinder mit deutschem Pass, bei denen sich der Migrationshintergrund von mindestens einem Elternteil ableitet, • Spätaussiedler*innen und ihre Nachkommen. Zunächst wurde „Personen mit Migrationshintergrund“ in der Verwaltungs- und Wissenschaftssprache verwendet. Doch als durch Einbürgerungen und das neue Staatsangehörigkeitsrecht von 2000 der Begriff Ausländer*innen nicht mehr zutraf, um Eingewanderte und ihre Nachkommen zu beschreiben, ging die Formulierung auch in die Umgangssprache ein (siehe auch Einbürgerung und Doppelte Staatsbürgerschaft). Heute wird der Begriff oft als stigmatisierend empfunden, weil damit mittlerweile vor allem (muslimische) „Problemgruppen“ assoziiert werden. Das Statistische Bundesamt hat 2022 Eingewanderte und ihre Nachkommen als neue Kategorie und Bezeichnung eingeführt1. Weitere Alternativen: Menschen aus eingewanderten Familien oder Menschen mit internationaler Geschichte. - [Herkunftsdeutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/herkunftsdeutsche-2): ist umstritten. Wer allerdings „Deutsche mit türkischer Herkunft“ sagt, müsste konsequenterweise auch Deutsche mit deutscher Herkunft, sprich Herkunftsdeutsche sagen. - [Einwander*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/einwanderer): sind Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um dauerhaft zu bleiben. In diesem Kontext ist jedoch oft fälschlich die Rede von Zuwander*innen, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Ähnlichem. - [Ausländer*in](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/auslaender): bezeichnet Einwohner*innen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Als Synonym für Einwander*innen ist er dagegen falsch, da die meisten Eingewanderten und ihre Nachkommen keine Ausländer*innen mehr sind, sondern Deutsche. Grundsätzlich verortet „Ausländer*innen“ Menschen im Ausland und klingt nicht nach jemandem, der*die den Lebensmittelpunkt in Deutschland hat. - [Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/allgemeines-gleichbehandlungsgesetz-agg): Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schreibt in Deutschland das Recht darauf, nicht diskriminiert zu werden, fest1. Es wurde 2006 verabschiedet und bildet seitdem die juristische Grundlage, um sich gegen Diskriminierung zu verteidigen. - [Zero Discrimination Day](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/zero-discrimination-day): Der weltweite Zero Discrimination Day (Tag gegen Diskriminierung) findet seit 2014 jährlich am 1. März statt und soll zeigen, wie wichtig der Kampf gegen Diskriminierung jeglicher Form ist. Er wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und wird vor allem von UNAIDS ausgerichtet, das sich weltweit gegen HIV und AIDS engagiert1. - [Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rassismus): ist, wenn strukturell benachteiligte Gruppen oder einzelne Menschen aufgrund tatsächlicher oder vermeintlicher körperlicher oder kultureller Merkmale (z. B. Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion) pauschal abgewertet und ausgegrenzt werden. Beim klassischen Rassismus wird eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit wegen vermeintlicher biologischer Unterschiede behauptet. Beim Kulturrassismus wird die Ungleichheit und Ungleichwertigkeit mit angeblichen Unterschieden zwischen den „Kulturen“ zu begründen versucht.1 Rassismus wird i. d. R. unterteilt in individuellen, institutionellen und strukturellen Rassismus2. Betroffene erleben Rassismus auf all diesen Ebenen oft so häufig, dass man von Alltagsrassismus spricht3. - [Mehrfachdiskriminierung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/mehrfachdiskriminierung): Wenn eine Person oder Gruppe auf Basis mehrerer verschiedener Eigenschaften diskriminiert wird, die sie entweder hat oder die ihr zugeschrieben werden. - [Marginalisierung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/marginalisierung): Marginalisierung bedeutet wörtlich “an den Rand drängen” und beschreibt Personen und gesellschaftliche Gruppen, die aufgrund bestimmter Merkmale unterdrückt und benachteiligt werden – z. B. auf ökonomischer, sozialer oder geographischer Ebene1. Mit dem Begriff soll ausgedrückt werden, dass diese Menschen diskriminiert werden, aber auch, dass es nicht automatisch um Minderheiten geht. So sind z. B. Frauen marginalisiert, obwohl sie sogar etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung darstellen. - [Intersektionalität](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/intersektionalitaet): bezeichnet die Verschränkung von unterschiedlichen Diskriminierungsformen. So erlebt eine Schwarze Frau beispielsweise andere Diskriminierungen als eine weiße Frau, da sich Anti-Schwarzer Rassismus und misogyner Sexismus zu einem eigenen Phänomen verbinden. Der Begriff wurde von der Juristin und Schwarzen Feministin Kimberlé Crenshaw geprägt1. Synonym ist auch oft die Rede von Mehrfachdiskriminierung oder mehrdimensionaler Diskriminierung. Bekannte Diskriminierungsformen sind: Verschiedene Formen von Rassismus, Sexismus, Homosexuellenfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Ableismus, Klassismus. Weniger bekannt sind: Ageismus, Saneismus, Lookismus. - [Alevit*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/aleviten): sind eine eigenständige Religionsgemeinschaft, die ihren Glauben als Yol (mystischer Weg) bezeichnet. Das Alevitentum hat sich aus vorislamischen, schiitischen und mystischen Elementen in Anatolien entwickelt, sodass unterschiedliche Verständnisse darüber existieren. Zahlreiche Eingewanderte aus der Türkei sind bspw. Alevit*innen, darunter auch viele Kurd*innen. - [Schiit*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schiiten): sind eine der Hauptgruppen unter den vielen Strömungen im Islam. Die Spaltung in verschiedene Strömungen erfolgte historisch aufgrund der Auseinandersetzungen um die Frage der rechtmäßigen Führung der Gemeinschaft der Muslim*innen nach dem Tod des Propheten Mohammed. Schiit*innen folgen nur dem vierten der Kalifen, Ali ibn Abi Talib. Dieser ist auch für die Alevit*innen der einzig rechtmäßige Nachfolger Mohammeds. - [Muslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/muslime): sind Angehörige der islamischen Religionsgemeinschaft. Grundsätzlich gilt es zu hinterfragen, ob die Zuschreibung einer Religion in der Berichterstattung relevant und zutreffend ist. Beispiel: Warum wurde die Religionszugehörigkeit bei der „ersten muslimischen CDU-Bundestagsabgeordneten“ Cemile Giousouf 2013 so stark thematisiert? Häufig wird Muslim*in auch als Synonym für Eingewanderte und ihre Nachkommen verwendet, was sachlich falsch ist: Nur ein Viertel aller Menschen aus eingewanderten Familien in Deutschland sind Muslim*innen und es gibt deutsche Muslim*innen ohne Migrationshintergrund1. - [Kulturmuslim*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/kulturmuslime): beschreibt Muslim*innen, die den Islam zwar nicht praktizieren, sich aber einer islamischen Kultur zugehörig fühlen. Der Begriff taucht in der Berichterstattung meist als Selbstbezeichnung auf. - [Afrohaare](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/afrohaare): Oberbegriff für Haare Schwarzer Menschen. Ihre Struktur variiert von kleinen, spiralförmigen Locken („kinky“, „coily“) bis zu größer geformten Locken („curly“). Afrohaare werden in verschiedenen Frisuren getragen (z. B. als Flechtfrisur, Dreadlocks oder toupiert als Afro) und können ein politisches Statement sein, siehe Black Hair Politics. - [Texturism](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/texturism): ist die Hierarchisierung unterschiedlicher Typen von Afrohaaren. Haare, die eher dem weißen Schönheitsideal entsprechen, wie zum Beispiel größere Afrolocken, werden als „good hair“ aufgewertet und gegenüber engen kleinen Locken („bad hair“, „nappy hair“) bevorzugt. Schwarze Personen mit enger gelocktem Haar sind oft stärker von Anti-Schwarzem Rassismus betroffen. Meistens ist Texturism mit Colorism verbunden. - [Featurism](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/featurism): zeigt sich, wenn optische Merkmale, wie zum Beispiel eine breitere Nasenform, abgewertet werden, weil sie nicht einer weißen „Norm“ entsprechen. Ähnlich wie bei Texturism wirken in Featurism die kolonialen Schönheitsideale nach und sorgen auch in Schwarzen Communitys für Ausgrenzung. - [Dreadlocks](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dreadlocks): auch kurz Locks genannt, ist eine Frisur, bei der Haarsträhnen gedreht und so bearbeitet werden, dass sie dauerhaft verfilzen. Gefilzte Haare waren in verschiedenen Kulturen weltweit üblich, werden heute aber vor allem mit Rastafaris in Verbindung gebracht. Sie tragen Dreadlocks aus religiösen Gründen und um sich bewusst gegen koloniale Schönheitsnormen abzugrenzen. Die Abkürzung „Dreads“ ist problematisch, weil der Begriff (engl. dread) übersetzt „Furcht“ bedeutet und der Verunglimpfung der Rastafari-Bewegung diente. Heute noch werden Schwarze Menschen mit Locks diskriminiert. Dreadlocks weißer Menschen werden als kulturelle Aneignung kritisiert. - [Black Hair Politics](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/black-hair-politics): ist ein Fachbegriff für die politische Bedeutung von Afrohaaren. Schwarze Menschen erfahren seit der Kolonialzeit aufgrund ihrer Afrohaare rassistische Diskriminierung – in Deutschland zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt. In den USA war das Tragen von Dreadlocks im Militär oder auf manchen Schulen verboten. Erst seit 2019 gibt es Gesetze gegen diese Verbote. Schwarze Menschen tragen ihre natürlichen Haare teilweise als politisches Statement und nehmen die damit einhergehende Diskriminierung in auf. - [Weiß](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/weisse-deutsche): Geht es um Zugehörigkeit, Teilhabe und Rassismus, ist immer öfter von Weißen die Rede. Häufig herrscht das Missverständnis, es ginge dabei um eine Hautfarbe. Tatsächlich meint weiß eine gesellschaftspolitische Norm und Machtposition und wird deshalb in wissenschaftlichen Text oft klein und kursiv geschrieben. Der Begriff wird als Gegensatz zu BIPoC und Schwarzen Menschen verwendet. Dabei müssen sich z.B. weiße Deutsche nicht selbst als weiß oder privilegiert fühlen. - [Rasse](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/rasse): ist seit dem Nationalsozialismus („Rassengesetze“) ein Unwort in Deutschland, das im Sprachgebrauch nicht mehr üblich ist. Dennoch existiert es noch in zahlreichen Gesetzestexten wie dem Grundgesetz („Niemand darf wegen … seiner Rasse … benachteiligt oder bevorzugt werden.“). Lange wurde in der Politik debattiert, den Begriff aus dem Grundgesetz zu streichen. Diese Bemühungen wurden jedoch 2024 eingestellt, u. a. wegen Einwände des Zentralrats der Juden und wegen mangelnder juristischer Alternativen1. In der Berichterstattung taucht er mitunter auf, wenn Rassismus-Debatten aus den USA wiedergegeben werden. Doch Begriffe wie „Rassenunruhen“ (race oder ethnic riots) oder „Rassenbeziehungen“ (race relations) sollten nicht wortwörtlich übersetzt werden, weil der Begriff race in den USA anders als „Rasse“ in Deutschland einen Bedeutungswandel durchlaufen hat. Alternativen wären auch Rassismus-Unruhen oder Unruhen wegen Rassismus-Vorwurf u. Ä. - [Afrika](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/afrika): ist nach Asien der zweitgrößte Kontinent der Erde und entspricht mit einer Fläche von 30,2 Mio qm 22% der gesamten Landfläche der Erde. Es leben dort 1,3 Mrd. Menschen in 55 Nationen mit tausenden Sprachen und Kulturen. Trotzdem wird der Erdteil oft einem Land gleichgesetzt („Rita kommt aus Deutschland, Kofi aus Afrika.“). Korrekter ist es, die gemeinten Länder (z. B. Ghana, Sudan, Algerien) oder Regionen (z. B. Nordafrika, Westafrika, südliches Afrika) zu nennen. - [Dritte Welt](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dritte-welt): ist ein veralteter Begriff für Länder und Regionen, die aus einer europääschen Sicht als unterentwickelt gelten. Zur Zweiten Welt gehörten demnach sogenannte Schwellenländer, die Erste Welt sind hochentwickelte Industrieländer. Diese Hierarchie wird kritisiert, auch weil sie verschleiert, welche Länder verantwortlich für diese Ungleichheit sind. Geeigneter sind die Begriffe Globaler Süden und Globaler Norden. Sie sind nicht geografisch zu verstehen (auch Australien liegt im Süden), sondern beschreiben eine benachteiligte oder privilegierte Position in einer globalisierten Welt. - [Armuts- oder Wirtschaftsflüchtlinge](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/wirtschaftsfluechtling): sind abwertende Bezeichnungen, die aussagen sollen, dass Asylsuchende vor allem aus wirtschaftlicher Not fliehen und damit das Grundrecht auf Asyl ausnutzen würden. Besonders oft werden Menschen aus den Maghreb-Staaten sowie Rom*nja als vermeintliche Armutsflüchtlinge bezeichnet, die jedoch oft fliehen, weil sie starker Diskriminierung ausgesetzt sind. Wenn Menschen tatsächlich aus wirtschaftlichen Gründen einreisen, kann auch von Arbeitseinwanderung gesprochen werden. - [Anti-Schwarzer Rassismus](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/anti-schwarzer-rassismus): richtet sich spezifisch gegen Schwarze Menschen und entstand systematisch mit der Versklavung sowie der Ausbeutung des afrikanischen Kontinents und seiner Bewohner*innen. Um die brutale Kolonialisierung zu legitimieren, erklärten Europäer*innen, darunter auch Wissenschaftler*innen, Schwarze zu minderwertigen Menschen. Das geschah besonders anhand physischer Eigenschaften, zum Beispiel der Körperform oder von Afrohaaren. Anti-Schwarzer Rassismus führt aufgrund dieser Sichtbarkeit des Schwarzseins, insbesondere bei dark-skinned Personen, zu regelmäßigen psychischen und physischen Gewalterfahrungen im privaten und öffentlichen Raum. - [Schwarze Diaspora](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schwarze-diaspora): (altgriech. „Zerstreuen“). Diaspora benennt ursprünglich vertriebene jüdische Gruppen. Abgeleitet davon steht Schwarze Diaspora für Schwarze Menschen, die nicht in den Herkunftsregionen ihrer Vorfahren leben. Außerdem gibt es nationale Diaspora-Gruppen, zum Beispiel bezeichnen sich Menschen mit ghanaischer Migrationsbiografie in Deutschland als ghanaische Diaspora. Der Begriff wird von vielen Gruppen Ausgewanderter oder von Glaubensgemeinschaften verwendet; so gibt es die polnische Diaspora, die alevitische Diaspora etc. - [Schwarz](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/schwarz): ist eine Eigenbezeichnung, die viele afrodiasporische Menschen und Initiativen verwenden. Sie kommt aus dem englischsprachigen Rassismusdiskurs („Black“). Auch hier geht es nicht um Hautfarbe, sondern um den Gegensatz zu weiß (vgl. BIPoC). Als politische Selbstbezeichnung wird Schwarz groß geschrieben – auch von immer mehr Medien. Seit Juli 2020 hat bspw. die New York Times die Großschreibung von „Black“ in ihren redaktionellen Stilvorschriften festgelegt. Die spezifische Rassismuserfahrung, die Schwarze Menschen machen, wird als Anti-Schwarzer Rassismus bezeichnet. - [BIPoC](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bipoc): BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) ist eine Selbstbezeichnung von und für Menschen mit Rassismuserfahrungen. People of Color (Singular Person of Color) steht für Menschen, die nicht als weiß, deutsch und westlich wahrgenommen werden und sich selbst nicht so definieren. Black benennt Schwarze Menschen mit Rassismuserfahrungen explizit und schließt sie mit ein. Indigenous beschreibt eine ebenfalls heterogene Gruppe von Menschen, die sich v. a. durch die Merkmale Selbstzuschreibung, Ortsgebundenheit und Traditionsverbundenheit sowie koloniale Gewalterfahrungen verbinden. Bei den Begriffen Schwarz, weiß und PoC geht es um die Benennung von Rassismus und den Machtverhältnissen in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft, nicht um Hautfarben. Der Begriff BIPoC hat sich als Selbstbezeichnung im rassismuskritischen Diskurs inzwischen etabliert, wird jedoch auch kritisiert, weil darin sehr heterogene Gruppen ohne Differenzierung vermengt werden. - [Afrodeutsche](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/afrodeutsche): ist eine Selbstbezeichnung von Schwarzen Menschen in Deutschland, die sich Ende der 80er-Jahre entwickelt hat. Afrodeutsche haben nicht zwingend eine afrikanische Einwanderungsgeschichte. Unabhängig vom Geburtstort der Eltern oder Großeltern sind die Teil der Schwarzen Diaspora. Um deutlich zu machen, dass Afrika kein Land, sondern ein Kontinent ist, bezeichnen sich manche auch als Afroeuropäer*in. - [Prinzip der Nicht-Zurückweisung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/prinzip-der-nicht-zurueckweisung): bezeichnet nach internationalem Recht das Prinzip, nach dem Geflüchtete nicht in einen unsicheren Staat ausgewiesen werden dürfen. - [Geflüchtete](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/gefluechtete): wird als Alternativbegriff für Flüchtlinge verwendet, weil damit die als kleinmachend und teils abwertend empfundene Endung „-ling“ umgangen wird und die Menschen als aktive Subjekte beschrieben werden. Da es sich um keinen juristischen Begriff handelt, ist er bei der Berichterstattung in vielen Fällen einsetzbar: geflüchtete Menschen können auch jene sein, die keinen offiziellen Flüchtlingsstatus haben. Allerdings richtet sich genau dagegen auch eine Kritik am Begriff: Flüchtling ist ein durch die Genfer Flüchtlingskonvention juristisch geschützter Begriff. Weitere Alternativen: Schutzsuchende, Exilierte, Asylsuchende (ggf. Geschützte Personen). - [Duldung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/duldung): betrifft Menschen ohne einen Aufenthaltstitel, von deren Abschiebung jedoch vorübergehend abgesehen wird, weil ihnen eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben droht oder eine Abschiebung nicht möglich ist (zum Beispiel, weil in dem Herkunftsland Krieg herrscht oder sie keine Papiere haben). Durch die Duldung wird der Aufenthalt zwar nicht rechtmäßig, aber es entfällt die Strafbarkeit wegen „illegalen Aufenthalts“. - [Bleiberecht](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/bleiberecht): bezeichnet die Aufenthaltserlaubnis für Ausländer*innen, die sich schon länger ohne Aufenthaltstitel in Deutschland aufhalten, weil sie zum Beispiel als abgelehnte Asylsuchende geduldet wurden. In Deutschland wird der Begriff auch als politische Forderung und synonym zum international gebräuchlicheren Begriff Legalisierung verwendet. Voraussetzungen für die sog. gesetzliche Bleiberechts- und Altfallregelung sind unter anderem objektive Abschiebehindernisse, ein mehrjähriger Aufenthalt in Deutschland, eine Arbeitsstelle sowie Integrationsnachweise. - [Asyl und Flüchtlingsschutz](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asyl-und-fluechtlingsschutz): sind keine Synonyme, sondern unterschiedliche rechtliche Schutzformen. Einen Anspruch auf Asyl haben nur politisch verfolgte Geflüchtete in Deutschland, gemäß Art. 16a im Grundgesetz. Der Flüchtlingsschutz dagegen wird nach der Genfer Flüchtlingskonvention gewährt. Außerdem gibt es auch Abschiebungsverbote auf Grundlage der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen, der Europäischen Menschenrechtskonvention und anderer internationaler Abkommen. - [Abschiebung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/abschiebung): bezeichnet die unter Zwang erfolgende Ausreise von Ausländer*innen aus Deutschland. In vielen Fällen findet sie unter Anwendung von polizeilicher Gewalt sowie in Begleitung von Polizeibeamt*innen statt. Behörden verwenden dafür den Begriff „Rückführung“, der von Hilfsorganisationen für Geflüchtete als euphemistisch kritisiert wird. - [Flüchtlinge](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/fluechtlinge): sind laut Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 Personen, die aus begründeter Furcht vor der Verfolgung ihrer Person wegen ihrer „Rasse“, Religion, Nationalität, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung Schutz in einem anderen Land suchen. In amtlichen Statistiken gelten die Bezeichnungen Flüchtlinge und Asylberechtigte nur für Menschen, die schon Schutzstatus besitzen: Asylberechtigte werden nach dem Asylrecht im Grundgesetz anerkannt, Flüchtlingen wird Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention gewährt. Sprachlich ist der Begriff „Flüchtling“ umstritten. So sind Worte mit dem Ableitungssuffix „-ling“ im Deutschen verkleinernd und teils negativ konnotiert (bspw. Eindringling, Schönling, Schädling etc.). Dazu kommt, dass der Begriff kein Geschlecht hat und die Menschen außerdem auf einen kleinen Teil ihrer Biografie, also nur auf ihre Flucht, reduziert werden. Alternative Begriffe: Geflüchtete, Schutzsuchende oder ggf. Geschützte Personen. - [Dublin-Verfahren](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/dublin-verfahren): Im Dublin-Verfahren wird der für die Prüfung eines Asylantrags zuständige europäische Staat festgestellt. Grundlage dafür ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen den EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz (Dublin-Staaten). Die wichtigste Regel darin besagt, dass Schutzsuchende in dem europäischen Staat Asyl beantragen müssen, in den sie nachweislich zuerst eingereist sind. Nur unbegleitete Minderjährige haben das Recht, zu ihrer Familie zu gehen oder dort aufgenommen zu werden, wo sie sich aufhalten. Kritik an diesem Verfahren gibt es, weil dadurch vor allem die ärmeren süd- und osteuropäischen Staaten für die Asylverfahren verantwortlich gemacht werden. - [Ausweisung](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/ausweisung): ist ein Verwaltungsakt und betrifft Geflüchtete, deren Antrag auf Asyl rechtskräftig abgelehnt wurde oder Ausländer*innen, die Straftaten begangen haben oder die als Gefahr für die Sicherheit in Deutschland eingestuft werden. Menschen, die nach Erhalt des Ausweisungsbescheids nicht freiwillig gehen, droht die Abschiebung. - [Asylbewerber*innen](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/asylbewerber): sind juristisch gesehen Personen, die einen Antrag auf Anerkennung als politisch Verfolgte gestellt haben, deren Verfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aber noch nicht abgeschlossen sind. Bis zum Antrag gilt man für die Behörden als „Asylbegehrender“ oder Asylsuchende*r. Allerdings ist der Begriff „Asylbewerber“ irreführend, weil ein Grundrecht auf Asyl besteht; Menschen bewerben sich nicht um Grundrechte, sie haben sie bereits. Alternative Begriffe: Geflüchtete oder Schutzsuchende. - [Abschiebungsverbot](https://www.neuemedienmacher.de/glossar/abschiebungsverbot): Wird kein Asyl und keine Eigenschaft als Flüchtling zuerkannt, kann für Asylsuchende ein sogenanntes zielstaatsbezogenes Abschiebungsverbot erteilt werden, wenn Gefahr für Leib, Leben und Freiheit nach einer Abschiebung besteht. So geschützte Personen erhalten den nationalen subsidiären Schutz, mit einer Aufenthaltserlaubnis in der Regel für ein Jahr, haben aber weniger Rechte als anerkannte Flüchtlinge sowie subsidiär Schutzberechtigte nach europäischem Recht. ## Homepage The homepage of NdM, a nationwide network of journalists, dedicated to advancing diversity and inclusion in the German media landscape. - [Home](https://www.neuemedienmacher.de/): Eine Gesellschaft braucht Stimmen, die sie wirklich abbilden. Wir prägen Debatten, verändern Strukturen und sorgen dafür, dass unterschiedliche Perspektiven Teil des öffentlichen Diskurses werden – gegen Diskriminierung, Hass und Ausgrenzung, in Medien wie im Netz. ## News & Statements News articles, press statements, and announcements from NdM. - [Schutz-Workshops ](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/termin/schutz-workshops-fuer-medienschaffende): Bedrohungen, Angriffe, Einschüchterung sind für viele Journalist*innen Alltag. Wir bieten kostenlose Workshops für Medienschaffende in Halle und Rostock an. - [Voices of Faith - Workshopreihe](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/ausschreibung/glaube-vielfaeltig-lebendig-und-nah): Dreh Deine eigene Reportage über Glauben in Berlin und lern dabei alles von der Kamera bis zum Schnitt. Für 18–35-Jährige, auch ohne Vorkenntnisse - [Desinformation spricht viele Sprachen](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/desinformation-spricht-viele-sprachen): In dieser Ausgabe: Forderungen zur Bekämpfung von Desinformation, neue NdM-Termine und Empfehlungen zum Black History Month u. v. m. - [Sieben Forderungen gegen Desinformation: NdM fordern mehrsprachige Offensive](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/sieben-forderungen-gegen-desinformation-ndm-fordern-mehrsprachige-offensive-2): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen fordern u. a. eine unabhängige nationale Koordinierungsstelle, den Ausbau mehrsprachiger öffentlich-rechtlicher Angebote sowie diversere Redaktionen. - [Wir sagen Nein zu Enshittification](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/wir-sagen-nein-zu-enshittification-und-ja-zu-mehr-unabhängigkeit): In dieser Ausgabe: eine Checkliste für Redaktionen: bessere Symbolbilder, wenn’s um Religion geht, eine neue Runde Investigativ-Fellowship und neue Studien zu Medien und Journalismus. - [Checkliste: Faire Bildberichterstattung zu Religion](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/artikel/checkliste-faire-bildberichterstattung-zu-religion): Die Checkliste fasst zentrale Kriterien zusammen und unterstützt Redaktionen dabei, religiöse Vielfalt fair, kontextualisiert und respektvoll darzustellen. - [Investigativjournalismus-Fellowship 2026](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/ausschreibung/investigativjournalismus-fellowship-2026-2): Du willst investigativ recherchieren, Missstände aufdecken und die Gesellschaft bewegen? Dann ist dieses Fellowship Deine Chance! - [Welcher Außerirdische ist kriminell?](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/welcher-außerirdische-ist-kriminell): Heute geben wir Euch ein Geschenk zum Jahresabschluss: den Mitglieder-Newsletter kostenfrei. Wir wollen Euch einen Vorgeschmack darauf geben, wie es wäre, bei uns Mitglied zu sein. - [Frankfurter Rundschau](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/frankfurter-rundschau): Angriff auf Journalisten: Nach BGH-Rüge startet der Prozess neu - mit Zitat von Elena Kountidou - [7 Jahre verschlepptes Strafverfahren nach Neonazi-Angriff auf Journalisten in Fretterode](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/7-jahre-verschlepptes-strafverfahren-nach-neonazi-angriff-auf-journalisten-in-fretterode): Der Rechtsstaat untergräbt den Schutz von Journalist*innen und der Pressefreiheit. - [journalist](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/journalist): Das Ende der Vielfalt? mit Zitaten von Elena Kountidou - [Fachgruppe Community Management ](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/termin/fachgruppe-community-management): Um Community-Management zu stärken, haben wir Neue deutsche Medienmacher*innen als Teil von toneshift die Fachgruppe Community Management gegründet und laden Euch herzlich zum Auftakt ein! - [Let's talk about Klassismus](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/lets-talk-about-klassismus): In dieser Ausgabe: Gespräch mit Journalistin Isabelle Rogge über Klassismus, verantwortungsvollen KI‑Einsatz im Journalismus und die Darstellung von Glauben im Fotojournalismus u. v. m. - [Wir bleiben im Stadtbild](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/wir-bleiben-im-stadtbild): In dieser Ausgabe: neue Updates zu unseren Projekten, ein Gespräch über Sexualität in den Medien mit Maria Popov, neue Impulse zur Herkunftsnennung bei Strafdelikten u. v. m. - [Deutschlandfunk](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/deutschlandfunk): “Projekt ‘Beyond the Frame’: Religion in Medien abseits von Klischees” – Vorstellung des NdM Projekts Beyond the Frame - [NxM Medienkonferenz 2025](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/termin/nxm-medienkonferenz-2025): Unsere NxM Medienkonferenz geht in die dritte Runde. Am Samstag, 11. Oktober 2025 im bUm in Berlin (Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin). Der Eintritt ist frei. - [Das Anti-Anti-NGO-Narrativ](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/das-anti-anti-ngo-narrativ): In dieser Ausgabe geht es um Jobs: kuratierte Ausschreibungen, ein Interview mit Oskar Vitlif und um unsere NGO-Jobs und welchen Diffamierungen wir derzeit ausgesetzt sind. - [Zwischen Sex-Bots, Hate und Burnout](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/zwischen-sex-bots-hate-und-burnout): In dieser Ausgabe: Sichtbarkeit für Community‑Redakteur*innen mit unseren Forderungen für besseren Community‑Journalismus, ein Gespräch mit Hussam Al Zaher, Lesetipps und Events. - [Chrismon](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/chrismon): Wie Medien rechte Positionen stärken - Interview mit Ella Schindler - [Quo vadis, Willkommenskultur?](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/quo-vadis-willkommenskultur): In dieser Ausgabe: Stellungnahme zur Diskursverschiebung von „Wir schaffen das“ zu „Wir schieben im großen Stil ab", Eindrücke von der No Hate Speech Week und Panels. - [Von „Sommer der Migration“ zu „Remigration“](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/von-sommer-der-migration-zu-remigrationwie-sich-der-diskurs-verschoben-hat): 10 Jahre nach dem Sommer der Migration prägen rassistische Narrative den Mediendiskurs. Die NdM machen konkrete Vorschläge für eine menschenrechtsbasierte Berichterstattung. - [Sieben Forderungen für zukunftsfähigen Community-Journalismus auf Social Media](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/sieben-forderungen-für-zukunftsfähigen-community-journalismus-auf-social-media): Die NdM fordern: Community-Journalismus ist Teil der publizistischen Verantwortung und braucht Anerkennung, Ausbildung, Schutz und eine klare Strategie. - [Unfollow Klischees](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/unfollow-klischees): In dieser Ausgabe: Projektstart von „Beyond the Frame". Dazu #saveCOSMOradio, re:publica und ein Interview mit Raúl Krauthausen. - [heise online](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/heise-online): „Bits & Böses": Wer moderiert den Hass im Netz? Podcast mit Jutta Brennauer - [BR24 MEDIEN](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/br24-medien): COSMO und Mehrsprachigkeit: Warum sie in den Medien wichtig ist - Interview mit Elena Kountidou - [Deutschlandfunk Kultur](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/deutschlandfunk-kultur): Radio Cosmo. Interkultureller Sender droht zu verstummen. Interview mit Elena Kountidou - [Nicht alle sprechen „Tagesschau“](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/nicht-alle-sprechen-tagesschau): In dieser Ausgabe: Workshops zu SLAPP-Abwehr und Öffentlichkeitsarbeit, Forderung nach Mehrsprachigkeit im ÖRR, drei Fragen an Sophia Maier und Polizeikritik in der Primetime. - [Gesellschaft im Wandel, Rundfunk im Stillstand](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/gesellschaft-im-wandel-rundfunk-im-stillstand): Die NdM fordern eine Neuausrichtung des ÖRR: Mehr mehrsprachige Nachrichten und Kinderformate, bessere Auffindbarkeit in der Mediathek und dauerhafte Finanzierung. - [Was nicht „klar“ ist: Was macht der ÖRR da?](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/newsletter/was-nicht-klar-ist-was-macht-der-örr-da): In dieser Ausgabe: Unsere Position zur ARD-Reportagereihe KLAR, Updates aus unseren Projekten & Personalien, ein Porträt von Ella Schindler u. v. m. - [Wir sind Teil von „toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation“](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/wir-sind-teil-von-toneshift-netzwerk-gegen-hass-im-netz-und-desinformation): Sechs etablierte Organisationen bündeln ihre Erfahrungen und Expertise, um eine bundeszentrale Infrastruktur gegen Hass im Netz und Desinformation aufzubauen. - [Menschen machen Medien (ver.di)](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/menschen-machen-medien-ver-di): „Rassismus in den Kommentarspalten” - [ALEX Berlin](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/alex-berlin): „Lauter Hass, leiser Rückzug - digitale Gewalt gegen Frauen", Talkformat mit Jutta Brennauer - [NDR Kultur](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/ndr-kultur): „Talahon": Ein rassistischer Begriff? Artikel mit Jutta Brennauer - [Zur Kleinen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/zur-kleinen-anfrage-der-cdu-csu-fraktion-im-deutschen-bundestag): In einer Anfrage der Union geht es um die Finanzierung und Unabhängigkeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen – darunter die NdM. - [Deutschlandfunk @mediasres](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/deutschlandfunk-mediasres): Nach Anschlägen. Wie können Medien besser berichten? Interview mit Elena Kountidou - [Rechtsextremismus bleibt die größte Gefahr für unsere Demokratie](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/rechtsextremismus-bleibt-die-größte-gefahr-für-unsere-demokratie): Zum fünften Jahrestag von Hanau erinnern wir an die Gefahr von Rechtsextremismus und geben fünf Hinweise für sorgfältige Berichterstattung über politisch motivierte Gewalt. - [Verantwortung der Medien](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/verantwortung-der-medien): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen fordern: Wenn sich die Politik radikalisiert, muss guter Journalismus dagegenhalten. Es braucht menschenrechtsbasierte Haltungen in Redaktionen. - [Übermedien-Podcast Holger ruft an](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/übermedien-podcast-holger-ruft-an): Warum berichten Medien nur dann über Migration, wenn etwas Schlimmes passiert? mit Ella Schindler - [Investigativjournamlismus-Fellowship 2025](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/ausschreibung/investigativ-fellowship-2025): Du willst investigativ recherchieren, Missstände aufdecken und die Gesellschaft bewegen? Dann ist dieses Fellowship Deine Chance! - [bonjourno Podcast - Wahlen 2025: Wie konstruktiv berichten?](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressespiegel/bonjourno-podcast-wahlen-2025-wie-konstruktiv-berichten): Interview mit Elena Kountidou - [10 Neujahrsvorsätze für eine gerechtere Berichterstattung](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/10-neujahrsvorsätze-für-eine-gerechtere-berichterstattung): Wie können wir in Zeiten von Spaltung, Populismus und globalen Krisen noch gerecht berichten? Wir haben 10 Empfehlungen für eine gerechte Berichterstattung über Migration formuliert. - [NxM Medienkonferenz 2024](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/termin/nxm-2024): Medienwelt, lass uns reden! - [Wahlberichterstattung braucht ein Umdenken: Statt Politiker*innen müssen Wähler*innen im Fokus stehen.](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/wahlberichterstattung-braucht-ein-umdenken-statt-politiker-innen-müssen-wähler-innen-im-fokus-stehen): Wie politischer Journalismus die Demokratie schützen kann. Learnings aus dem transatlantischen Dialog. - [Bündnis „Gerade jetzt. Für alle.“](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/bündnis-gerade-jetzt-für-alle): Gemeinsam mit über 160 Organisationen im Bündnis „Gerade jetzt. Für alle“ machen wir uns große Sorgen, denn die Arbeit vieler engagierter Demokratinnen und Demokraten steht auf dem Spiel. - [Journalismus in Deutschland: Bedrohungslage für Medienschaffende verschärft sich](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/journalismus-in-deutschland-bedrohungslage-für-medienschaffende-verschärft-sich): Schutzkodex: Medienhäuser und Politik müssen jetzt Schutzlücken für gefährdete Reporter*innen füllen. - [Gewaltvolle Asyldebatten können reale Gewalt nach sich ziehen](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/gewaltvolle-asyldebatten-können-reale-gewalt-nach-sich-ziehen): Rechtspopulistische Stimmungsmache gegen Geflüchtete prägt den medialen Diskurs. Zum Weltflüchtlingstag rufen die NdM zu einer Vermenschlichung der Asyldebatten auf. - [Haushaltskürzungen: Zivilgesellschaft droht Kahlschlag](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/haushaltskürzungen-zivilgesellschaft-droht-kahlschlag): Zivilgesellschaftliche Projekte sind in ihrer Existenz bedroht. Ein Bündnis aus mehr als 50 gemeinnützigen Organisationen warnt vor den Folgen der Haushaltskürzungen für die Demokratie. - [Falschinformationen schaden unserer Einwanderungsgesellschaft](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/falschinformationen-schaden-unserer-einwanderungsgesellschaft): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen haben weit verbreitete falsche Narrative über Migration zusammengefasst und mit Fakten widerlegt. - [NdM sind Teil der Kampagne „Lass dich nicht manipulieren“](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/ndm-sind-teil-der-kampagne-lass-dich-nicht-manipulieren): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen unterstützen die Kampagne „Lass dich nicht manipulieren” von Google und Jigsaw zur Eindämmung von Desinformationen im Rahmen der EU-Wahlen. - [Was in der Islam-Berichterstattung schief läuft](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/was-in-der-islam-berichterstattung-schief-läuft): Wir haben uns den Bericht „Muslimfeindlichkeit – Eine Deutsche Bilanz“ durchgelesen und sechs Vorschläge formuliert, was sich an der Islam-Berichterstattung in Deutschland ändern muss. - [Neue bundesweite Studie: Jede zweite Person zieht sich wegen Hass im Netz zurück](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/neue-bundesweite-studie-jede-zweite-person-zieht-sich-wegen-hass-im-netz-zurück): Die Studie „Lauter Hass - leiser Rückzug“ wird von Das NETTZ, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, HateAid und den Neuen deutschen Medienmacher*innen herausgegeben. - [Das Problem heißt Rechtsextremismus und nicht Migration](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/das-problem-heißt-rechtsextremismus-und-nicht-migration): Die neuesten Investigativ-Recherchen über die AfD zeigen, welche Gefahr Rechtsextremismus darstellt. Die NdM geben fünf Hinweise für einen kritischen Journalismus über Rechtsextremismus. - [Offener Brief: Eine unterfinanzierte Zivilgesellschaft gefährdet die Demokratie](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/offener-brief-eine-unterfinanzierte-zivilgesellschaft-gefährdet-die-demokratie): Die Ausgabensperre der Bundesregierung verhindert die Auszahlung zugesagter Förderungen. Für Organisationen der Zivilgesellschaft hat das dramatische Folgen. - [Gegen sich radikalisierende Debatten helfen vielfältige Perspektiven](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/gegen-sich-radikalisierende-debatten-helfen-vielfältige-perspektiven): Anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens warnen die Neuen deutschen Medienmacher*innen vor radikaler Politik. Dazu formulieren sie fünf Geburtstagswünsche an die deutsche Medienlandschaft. - [Alle sprechen über Desinformationen – Aber was ist das eigentlich?](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/alle-sprechen-ueber-desinformationen): In dieser Ausgabe: Erkennungsmerkmale und Verbreitungsmethoden von Desinformationen, Debunking, Faktenchecks, Prebunking - [Wie kann Nahost-Berichterstattung für die Migrationsgesellschaft gelingen? ](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/artikel/wie-kann-nahost-berichterstattung-für-die-migrationsgesellschaft-gelingen): Wir zeigen Ansätze für eine Nahost-Berichterstattung, die verschiedene Positionen unserer pluralistischen Gesellschaft mitbedenkt. - [NxM Medienkonferenz 2023](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/termin/nxm-medienkonferenz-2023): Medienwelt, lass uns reden! - [Rechtsextreme sind keine guten Interviewpartner*innen. Betroffene von rechter Gewalt schon.](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/rechtsextreme-sind-keine-guten-interviewpartner-innen): Wie können Journalist*innen über die AfD berichten? Am besten diskriminierungskritisch! - [Gutes Programm geht auch mit Akzent](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/gutes-programm-geht-auch-mit-akzent): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen fordern mehr hörbare Vielfalt in den Medien. - [Schutzgarantien für Medienschaffende sind nötig](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/schutzgarantien-für-medienschaffende-sind-nötig): Die Ampel-Koalition plant ein Gesetz gegen digitale Gewalt. Die NdM und Reporter ohne Grenzen begrüßen den Vorschlag, fordern jedoch Nachbesserungen. - [Machtmissbrauch, politische Einflussnahme, Diskriminierung und Sexismus: Guter Journalismus geht anders.](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/machtmissbrauch-politische-einflussnahme-diskriminierung-und-sexismus-guter-journalismus-geht-anders): Die Enthüllungen zum Springer-Verlag verlangen nach Konsequenzen und politischer Abgrenzung. - [Das No Hate Speech Movement setzt neuen Fokus auf Medienkompetenz](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/no-hate-speech-movement-setzt-neuen-fokus-auf-medienkompetenz): Das No Hate Speech Movement der NdM setzt sich ab 2023 gegen die Verbreitung von Desinformationen und Propaganda in sozialen Netzwerken ein. - [Neustart des ÖRR? Nicht ohne Vielfalt.](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/neustart-des-oerr-nicht-ohne-vielfalt): In der Diskussion um die Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fehlen Stimmen: Der ÖRR muss sich die Frage stellen, wie er zukünftig die gesamte Gesellschaft abbilden kann. - [Wir bringen unser Mentoring nach NRW](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/wir-bringen-unser-mentoring-nach-nrw): Das Mentoring-Programm der Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) fördert ab April auch Nachwuchsjournalismus in Nordrhein-Westfalen. - [Solidarität mit Journalist*innen im Iran](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/solidarität-mit-journalist-innen-im-iran): Offener Brief an die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock - [Journalist*in und neu in Deutschland? „Startklar“ hilft ](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/journalist-in-und-neu-in-deutschland-startklar-hilft-to-do): Wir unterstützen Journalist*innen, die neu in Deutschland sind. - [Rassistische Debatten über die Silvesternacht](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/rassistische-debatten-über-die-silvesternacht): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen warnen vor stigmatisierender Berichterstattung im Kontext der Silvesternacht - [Zum Fall Matondo Castlo](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/stellungnahme/zum-fall-matondo-castlo): Die Neuen deutschen Medienmacher*innen verurteilen die Entlassung des einzigen Schwarzen Moderators im öffentlich-rechtlichen Kinderkanal (KiKa) ## Pages and Resources General informational pages covering NdM's projects, initiatives, resources, job opportunities, memberships, and organisational information. - [Über das Glossar](https://www.neuemedienmacher.de/über-das-glossar) - [Wissen & Tools](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools): Unsere Materialien werden täglich genutzt und kostenlos bereitgestellt. Vom Glossar, Newsletter, Leitfäden bis hin zu unseren Fact-Sheets, wir informieren die breite Öffentlichkeit und Fachpublikum zu wichtigen Themen. - [Für gute Berichterstattung](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung): Wir machen Vielfalt sichtbar und unterstützen Medienschaffende dabei, neue Perspektiven einzunehmen und marginalisierte Stimmen in die öffentliche Debatte zu bringen. Damit Journalismus die Gesellschaft präzise, sensibel und vielfältig abbildet, haben wir hier Formulierungshilfen und Checklisten zusammengestellt. - [Empfehlungen für sensible Sprache](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-und-formulierungshilfen-für-sensible-sprache): Sprache prägt, wie wir die Welt wahrnehmen. Mit den richtigen Formulierungen können wir die Realität einer vielfältigen Gesellschaft präzise und respektvoll abbilden, ohne Stereotype zu reproduzieren. Unsere Checklisten und Formulierungshilfen helfen bei einer sensiblen Berichterstattung über die Einwanderungsgesellschaft, queere Menschen oder Menschen mit Behinderung. - [Formulierungshilfen: LSBTIQ*](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-und-formulierungshilfen-für-sensible-sprache/formulierungshilfen-lsbtiq): Unsere Formulierungshilfen helfen bei einer sensiblen Berichterstattung über queere Menschen. - [Formulierungshilfen: Menschen mit Behinderung](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-und-formulierungshilfen-für-sensible-sprache/formulierungshilfen-menschen-mit-behinderung): Unsere Formulierungshilfen helfen bei einer sensiblen Berichterstattung über Menschen mit Behinderung. - [Checkliste für genderbewusstes Schreiben](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-und-formulierungshilfen-für-sensible-sprache/checkliste-fuer-genderbewusstes-schreiben): Lange Zeit war es üblich, alles in der männlichen Form zu schreiben. Dann kamen der Schrägstrich und das dazwischen gestellte große I. Jetzt haben wir Gendersternchen, Gender-Gap und Gender-Doppelpunkt. Das klingt für manche verwirrend, ist aber in der Praxis ganz einfach. Mit etwas Kreativität und diesen Tipps fällt genderbewusstes Schreiben leicht. - [Formulierungshilfen: Einwanderungsgesellschaft](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-und-formulierungshilfen-für-sensible-sprache/formulierungshilfen-einwanderungsgesellschaft): Begriffe prägen die Wahrnehmung. Journalist*innen sollten bewusst und differenziert formulieren, um homogene Darstellungen zu vermeiden und die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft zu zeigen. - [Empfehlungen für mehr Stimmen und Perspektiven](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-für-mehr-stimmen-und-perspektiven): Vielfältige Stimmen machen Journalismus glaubwürdiger. Unsere Tipps und Checklisten helfen dabei, Berichterstattung zu öffnen: für mehr Perspektiven, weniger Klischees und einen respektvollen Umgang mit unser pluralen Gesellschaft. - [Tipps zur Migrationsberichterstattung](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-für-mehr-stimmen-und-perspektiven/tipps-zur-migrationsberichterstattung): Unser Leitfaden zeigt auf, wie Journalist*innen Migration und die Einwanderungsgesellschaft gerecht abbilden können. - [Tipps zum Thema Gewalt gegen Frauen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-für-mehr-stimmen-und-perspektiven/tipps-zum-thema-gewalt-gegen-frauen): Wie über Gewalt gegen Frauen berichtet wird, hat Folgen – für Betroffene, für die gesellschaftliche Wahrnehmung des Problems und für das Vertrauen in den Journalismus. - [Checkliste: Klischees erkennen, Perspektiven prüfen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-für-mehr-stimmen-und-perspektiven/checkliste-klischees-erkennen-perspektiven-pruefen): Wer weniger einseitig berichten und vielfältige Positionen, Blickwinkel und Themen berücksichtigen will, kann sich bei der journalistischen Arbeit regelmäßig die folgenden Fragen stellen - [Checkliste: Wen lasse ich zu Wort kommen?](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-für-mehr-stimmen-und-perspektiven/checkliste-wen-lasse-ich-zu-wort-kommen): Vielfältige Stimmen finden sich nicht von selbst. Diese drei Fragen helfen dabei, sie systematisch in den Redaktionsalltag zu integrieren. - [50:50 The Equality Project](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-für-mehr-stimmen-und-perspektiven/5050-the-equality-project): Wie gerechtere Repräsentation gelingen kann. - [Checklisten und Datenbanken für gute Bilder](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/fuer-gute-berichterstattung/checklisten-und-datenbanken-für-gute-bilder): Bilder prägen, wie wir die Welt sehen, und können Stereotype festigen, wenn sie unreflektiert eingesetzt werden. Unsere Checklisten und Hinweise helfen, Bildberichterstattung vielfältig, fair und diskriminierungsarm zu gestalten. - [Gegen Hass im Netz](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-hass-im-netz): Hass im Netz trifft viele, doch gute Standards schützen alle. Wir helfen dabei, neue Wege im Umgang mit digitalen Angriffen zu finden, auf mutige, konstruktive und solidarische Weise – für eine Kultur des Miteinanders, in der demokratische Werte auch online sichtbar verteidigt werden. Mit unseren Tipps, Infos und Leitfäden schützt Du Dich selbst, Deine Redaktion und Deine Community. - [Definition, Zahlen & Fakten](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-hass-im-netz/definition-zahlen-fakten): Hass im Netz ist kein Randphänomen, er verdrängt Stimmen, schüchtert ein und vergiftet den öffentlichen Diskurs. Aber was ist damit gemeint? Wo beginnt Hassrede, wo digitale Gewalt? Wer die Begriffe kennt, versteht die Strategien dahinter und kann wirksamer dagegen vorgehen. Eine Einordnung. - [Tipps für Betroffene](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-hass-im-netz/tipps-fuer-betroffene): Bedrohungen, Einschüchterungsversuche oder Belästigung treffen oft Menschen, die öffentlich besonders sichtbar sind, z. B. in Medien, Politik, Wissenschaft, Kultur oder Zivilgesellschaft. Solche Situationen können verunsichern und werfen oft viele praktische Fragen auf: Wie ernst ist die Drohung? Was solltest Du jetzt tun? Und an wen kannst Du Dich wenden? Die folgenden Hinweise geben eine erste Orientierung für den Umgang mit Bedrohungen und zeigen Schritte, mit denen Du Deine Sicherheit erhöhen und Unterstützung organisieren kannst. - [Tipps für Redaktionen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-hass-im-netz/tipps-fuer-redaktionen): Hass im Netz trifft Redaktionen und der Umgang damit ist Chef*innensache. Wer Mitarbeitende schützen, demokratische Debatten verteidigen und handlungsfähig bleiben will, braucht mehr als guten Willen: klare Strukturen, verbindliche Abläufe und eine Haltung, die von oben getragen wird. Diese Empfehlungen zeigen, wie das gelingt. - [Tipps für Community-Arbeit](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-hass-im-netz/tipps-fuer-community-arbeit): Nicht jeder Hasskommentar verdient dieselbe Antwort und nicht jede Antwort hilft. Wer in der Community-Arbeit wirksam bleibt, braucht Strategie und klare Prioritäten. Unsere Tipps helfen dabei, besonnen zu reagieren, konstruktive Stimmen zu stärken und die eigene Energie sinnvoll einzusetzen. - [Gegen Desinformation](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation): Desinformationen bedrohen den demokratischen Diskurs. Wir erklären Begriffe, analysieren verbreitete migrationsfeindliche Narrative und zeigen, wie Medienschaffende faktenbasiert dagegen halten. Denn wer Desinformationen erkennt und benennt, kann sie widerlegen. - [Begriffserklärungen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/begriffserklärungen): Um Falschinformationen besser zu verstehen, muss man ihre Absicht kennen: Ob wir von Fehlinformation oder Desinformation sprechen, hängt von der Täuschungsabsicht ab. Weil Präzision wichtig ist, hier eine Begriffsklärung. - [Desinformationen über Migration](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration): Desinformationen über Migration sind weit verbreitet. Wer dagegenhält, muss sie kennen, benennen und widerlegen können. In zehn kurzen Explainern zeigen wir, wie diese Narrative funktionieren und was sich dem gegenüberstellen lässt. - [Migrant*innen sind kein „Sicherheitsrisiko”](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/migrant-innen-sind-kein-sicherheitsrisiko): Feindbild Migration - [Deutschland „schafft sich nicht ab” ](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/deutschland-schafft-sich-nicht-ab): Feindbild Migrantion - [Geflüchtete verursachen keine Wohnungsnot](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/gefluechtete-verursachen-keine-wohnungsnot): Feindbild Migrantion - [Geflüchtete betreiben keinen „Sozialtourismus”](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/gefluechtete-betreiben-keinen-sozialtourismus): Feindbild Migrantion - [Einwanderung ist eine Lösung für Fachkräftemangel](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/einwanderung-ist-eine-loesung-fuer-fachkraeftemangel): Feindbild Migrantion - [Etablierte Medien bilden nicht „staatlich genehmigte” Meinungen ab](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/etablierte-medien-bilden-nicht-staatlich-genehmigte-meinungen-ab): Feindbild Medien - [Faktenchecker*innen „dienen” nicht der Bundesregierung](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/faktenchecker-innen-dienen-nicht-der-bundesregierung): Feindbild Medien - [Wahlen und Demokratie sind keine „Show”](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/wahlen-und-demokratie-sind-keine-show): Feindbild Regierungsparteien - [Parteien bürgern Migrant*innen nicht ein, um eigene Wählerschaft „zu erhöhen”](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/parteien-buergern-migrant-innen-nicht-ein-um-eigene-waehlerschaft-zu-erhoehen): Feindbild Regierungsparteien - [Die EU hat die EU-Grenzen nicht „geöffnet”](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformationen-ueber-migration/die-eu-hat-die-eu-grenzen-nicht-geoeffnet): Feindbild Regierungsparteien - [Desinformationen und Journalismus](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/gegen-desinformation/desinformation-und-journalismus): Narrative gegen die Einwanderungsgesellschaft sind nicht neu und kein reines Internet-Phänomen. Politische und mediale Diskurse sind seit Langem von einem negativen Blick auf Migration geprägt. Unsere Demokratie lässt sich nur mit faktenbasiertem Journalismus erhalten, indem Medienschaffende Desinformationen erkennen, benennen und aktiv widerlegen. - [Für Diversität in Medienhäusern](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern): Seit unserer Gründung arbeiten wir mit unseren Mitstreiter*innen daran, die Zukunftsfähigkeit der Medien zu sichern und sind überzeugt: Ohne Vielfalt in den Redaktionen geht das nicht. Wer die Lebensrealität großer Teile der Gesellschaft nicht abbildet, verliert Vertrauen, Relevanz und Publikum. Unsere Studien und Empfehlungen zeigen, wie Diversität gelingen kann. - [Argumente für mehr Vielfalt](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/argumente-für-mehr-vielfalt): Vielfalt in den Medien wird immer noch als Nischenthema behandelt, losgelöst von Strategie und Zukunftsfragen. Angesichts sinkender Reichweiten, wachsender Konkurrenz und des Umbruchs durch KI ist das fatal. Dabei liegt gerade in der Krise ein tiefgreifender Transformationsprozess, den Medienhäuser dringend brauchen. Personelle Vielfalt bedeutet Perspektivenvielfalt und die ist längst ein strategischer Erfolgsfaktor. - [Irrtümer und Denkfehler zu diversem Medienpersonal](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/irrtümer-und-denkfehler-zu-diversem-medienpersonal): Zu wenig Bewerbungen. Zu viel Aufwand. Wer sich in Redaktionen für mehr Vielfalt einsetzt, kennt diese Sätze. Die gute Nachricht: Für jeden dieser Irrtümer gibt es Gegenbeispiele und konkrete Alternativen. Wir haben die häufigsten gesammelt und zeigen, was wirklich dahintersteckt. - [Checkliste zur Erhebung von Diversity-Daten](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/checkliste-zur-erhebung-von-diversity-daten): Wer nicht gezählt wird, zählt nicht! Ohne eine systematische Erfassung von Diskriminierung bleibt Ungleichheit in großen Organisationen für Nichtbetroffene meist unsichtbar, was Inklusion und Gleichberechtigung strukturell erschwert. Nur transparente Zahlen zur Diversität in den eigenen Reihen machen echte Veränderungen möglich und erlauben es zu überprüfen, ob Fortschritte gemacht werden. - [Forderung für Quoten](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/forderung-für-quoten): Weiß, cis-männlich, nicht behindert, heterosexuell – so sieht noch immer die Mehrheit in deutschen Redaktionen aus. Mit der gesellschaftlichen Realität hat das wenig zu tun. Freiwillige Selbstverpflichtungen auf konkrete Diversitätsziele haben sich bewährt und sind ein wirksamer Weg, das zu ändern. Ohne gesetzlichen Zwang, aber mit echten Konsequenzen. - [Recherche: Diversität in deutschen Redaktionen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/studie-viel-wille-kein-weg): Deutschland ein Einwanderungsland – aber nicht in den Chefetagen deutscher Medien. Das zeigte unsere Recherche „Viel Wille, kein Weg" aus dem Jahr 2020, in der wir zum ersten Mal erhoben, wie viele Chefredakteur*innen hierzulande einen Migrationshintergrund haben. - [Untersuchung: Mangelnde Vielfalt in Rundfunkräten](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/studie-welche-gesellschaft-soll-das-abbilden): Rundfunkräte schließen große Teile der Gesellschaft aus – das zeigt unsere Untersuchung aus dem Jahr 2022. Zum ersten Mal haben wir erhoben, wie gut verschiedene gesellschaftliche Gruppen in den Gremien der zwölf öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vertreten sind. - [Checkliste für Entscheider*innen ](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/checkliste-für-entscheider-innen): Diversität ist Chef*innensache. Zehn Schritte, wie Entscheider*innen Vielfalt zur Chefsache machen und ihr Medienhaus zukunftsfähig aufstellen. - [Checkliste fürs Recruiting ](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/checkliste-fürs-recruiting): Vielfalt beginnt nicht mit der Einstellung, sondern schon mit der Ausschreibung. Sprache, Anforderungen, Bilder und Verfahren senden Signale, wer willkommen ist und wer nicht. Unsere Checkliste zeigt, wie Redaktionen die besten Talente finden. - [Anleitung für eine inklusive Redaktionskultur ](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/anleitung-fuer-eine-inklusive-redaktionskultur): Eine inklusive Redaktionskultur entsteht nicht von selbst. Sie braucht klare Regeln, sichere Räume und konsequentes Handeln auf allen Ebenen. - [Anleitung für Allys](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-diversität-in-medienhäusern/anleitung-fuer-allys): Diversität braucht Verbündete. Allyship bedeutet, nicht wegzuschauen, die eigenen Privilegien zu nutzen und marginalisierte Kolleg*innen aktiv zu unterstützen. Nicht einmalig, sondern als Haltung. - [Für Empowerment und Schutz von Journalist*innen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen): Journalismus ist für die meisten nicht nur Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Und manchmal ein Risiko. Gemeinsam mit den Freischreibern und n-ost geben wir Überblick über deutsche Medien und ihre Arbeitsweise, praktische Tipps für die Arbeit mit Redaktionen, Orientierung bei Freiberuflichkeit und Hilfe bei Diskriminierung und Bedrohungslagen. - [Medienlandschaft](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen/medienlandschaft): Der deutsche Medienmarkt ist dezentral und vielfältig: Presse, Rundfunk und Online. Wer hier arbeiten will, muss wissen, wie Redaktionen aufgebaut sind, wen man ansprechen sollte und wie man ein Thema überzeugend anbietet. Unser Überblick für den erfolgreichen Einstieg. - [Verträge & Honorare](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen/das-organisatorische): Honorarverhandlung, Verträge, Rechnungen. Der organisatorische Teil des Journalismus ist oft so aufwendig wie die Arbeit selbst. Hier findest Du die wichtigsten Grundlagen, um als Journalist*in wirtschaftlich fair behandelt zu werden. - [Neu in Deutschland](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen/für-journalist-innen-mit-deutsch-als-fremdsprache): Unabhängig davon, wie erfahren oder etabliert Du als Journalist*in bist, in Deutschland beginnt für Dich ein beruflicher Neustart. Wir möchten Dich mit Informationen und Erfahrungswissen dabei unterstützen, im deutschen Journalismus Fuß zu fassen. - [Ressourcen & Links](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen/linktipps-wo-findet-ihr-was): Für den Berufseinstieg in den Journalismus sind Austausch und Vernetzung alles. Hier findest du eine Auswahl an weiterführenden Links zu Gewerkschaften und Berufsverbänden, weiteren Medienorganisationen, Anlaufstellen für Aus‑ und Weiterbildung sowie Stipendien und Fördermöglichkeiten. Nutze diese Möglichkeiten, um Kontakte zu knüpfen, Unterstützung zu finden und neue Chancen zu entdecken. - [Diskriminierung in Redaktionen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen/checkliste-bei-diskriminierung-in-redaktionen): Verlage, Sender und Redaktionen sind keine diskriminierungsfreien Räume. Viele Medienschaffende machen an ihrem Arbeitsplatz diskriminierende Erfahrungen. Deshalb bieten wir schnelle Hilfe und Antworten auf die dringlichsten Fragen zum Thema Diskriminierung im journalistischen Arbeitskontext. - [Hilfe in Bedrohungslagen](https://www.neuemedienmacher.de/wissen-tools/für-empowerment-von-journalist-innen/hilfe-in-bedrohungslagen): Wenn Du als Journalist*in angegriffen oder bedroht wirst, musst Du das nicht alleine durchstehen. Mit persönlicher Beratung, geschützten Austauschräumen und einem starken Netzwerk unterstützen wir Dich, egal ob Du Hass, Bedrohungen oder Desinformationskampagnen ausgesetzt bist. - [Was wir machen](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen): Was wir machen, wirkt – in Medien, in der Zivilgesellschaft und im öffentlichen Diskurs. Von Beratung über Schutz bis zu Netzwerk und Projekten: Wir arbeiten auf vielen Ebenen dafür, dass Journalismus die Realität einer vielfältigen Gesellschaft abbildet. Wir begleiten Medienschaffende und mischen uns in öffentliche Debatten ein, weil nachhaltige Veränderung Praxis und Haltung braucht. - [Projekte](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte): Wir begleiten Redaktionen und zivilgesellschaftliche Akteure im Umgang mit Hass und Desinformation, stärken Medienschaffende mit Einwanderungsgeschichte und bringen marginalisierte Stimmen in die Debatte. Denn Deutschland ist mehrsprachig, vielstimmig und lebendig. - [toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/toneshift): Gegen Hass und Desinformation braucht es starke Allianzen. Wir bringen unsere Expertise in das Netzwerk toneshift ein, für einen digitalen Raum, der Demokratie stärkt. - [BetterPost](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/betterpost): Rassismus ist kein Clickbait. Wir monitoren Berichterstattung auf Social Media, zeigen Zusammenhänge zwischen Posts und Kommentaren und stärken Redaktionen gegen Hass und Desinformation. - [Voices of Faith](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/voices-of-faith): Glaube vielfältig, lebendig und nah. Junge Berliner*innen holen ihn vor die Kamera, auf Augenhöhe, ohne Klischee, mit eigener Stimme. - [Mentoring@NRW](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/mentoring-nrw): NRW ist vielfältig. Sein Journalismus sollte es auch sein. Wir öffnen Türen für junge Menschen, die im Medienbetrieb zu oft vor verschlossenen stehen. - [Investigativjournalismus-Fellowship](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/investigativjournmalismus-fellowship): Wer investigativ recherchiert, braucht Zugang. Wir schaffen ihn – für Journalist*innen, deren Perspektiven den Unterschied machen. - [Schutzkodex](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/schutzkodex): Der Schutzkodex verpflichtet Medienhäuser zum Schutz ihrer Mitarbeitenden vor Hass, Bedrohung und Gewalt und stärkt damit die Pressefreiheit in Deutschland. - [No Hate Speech Movement](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/no-hate-speech-movement): Aufklärung und starke Allianzen gegen Hassrede - [Spotlight-Workshops](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/spotlight-workshops): Migrantische Perspektiven werden in der öffentlichen Debatte häufig vernachlässigt. Trotz erheblichen ehrenamtlichen Engagements finden die Themen von Migrant*innenselbstorganisationen (MSOs) in der medialen Berichterstattung kaum Erwähnung. Stattdessen wurden Migrant*innen oft problematisierend dargestellt, während ihre aktiven gesellschaftlichen Beiträge in der öffentlichen Wahrnehmung untergingen. - [Beyond the Frame](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/beyond-the-frame): Junge Perspektiven auf Vielfalt im Glauben - [Mentoringprogramme](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/mentoringprogramme): Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Förderung von Medienschaffenden mit Einwanderungsgeschichte. Durch Mentoring, Fellowships, Netzwerke und Austausch begleiten wir Nachwuchsjournalist*innen und stärken bestehende Karrieren. - [Handbook Germany : Together](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/handbook-germany-together): Von der Community für die Community: Informationen zum Leben in Deutschland - [Wir sind Gesprächsthema! ](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/wir-sind-gesprächsthema): Trainings für professionelle Öffentlichkeitsarbeit - [Get The Trolls Out](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/get-the-trolls-out): Als einer von sieben Partnern des europäischen Projekts „Get the Trolls Out" monitorten wir den deutschen Mediendiskurs zu Antimuslimismus und Antisemitismus, verglichen Ergebnisse mit sechs weiteren Ländern und entwickelten gemeinsam Gegenerzählungen zu länderübergreifenden Hassdynamiken und Desinformationsnarrativen. - [neue deutsche organisationen](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/neue-deutsche-organisationen): Postmigrantisches Netzwerk für ein inklusives Deutschland. - [Wetterberichtigung](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/wetterberichtigung): Unsere Kampagne Wetterberichtigung war mehr als eine PR-Aktion – es war ein Beweis, dass kreative Interventionen gesellschaftliche Debatten anstoßen können. Und eine Erinnerung daran: Millionen Menschen mit internationaler Herkunft gehören längst zu dieser Gesellschaft dazu. - [Goldene Kartoffel ](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/projekte/goldene-kartoffel): Die Goldene Kartoffel war ein Negativpreis für besonders diskriminierende Berichterstattung. Ausgezeichnet wurden Medien oder Journalist*innen, die ein verzerrtes Bild vom Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland zeichnen, Vorurteile verfestigen, Probleme grob überzeichnen oder gegen journalistische Standards verstoßen. Nach 2022 wurde der Preis nicht mehr vergeben. - [Beratung](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/beratung): Wer die Lebensrealität einer vielfältigen Gesellschaft nicht abbildet, verliert Relevanz und Vertrauen. Wir sichern die Zukunftsfähigkeit der Medien durch Beratung, die aus der Branche selbst kommt. Wir wissen, was funktioniert und wo die Leerstellen liegen. Gemeinsam machen wir Perspektivenvielfalt zum Standard. - [Schutz](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/schutz): Journalist*innen, die angegriffen oder bedroht werden, stehen oft allein da. Wir ändern das. Mit persönlicher Beratung, geschützten Austauschräumen und einem starken Netzwerk stehen wir Medienschaffenden zur Seite, die Hass, Bedrohungen oder Desinformationskampagnen ausgesetzt sind. - [Medienkritik](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/medienkritik): Medien entscheiden, wer gehört wird und welche Themen zählen. Wir beobachten, analysieren und formulieren Empfehlungen und Forderungen. Mit unseren Kanälen und Publikationen erreichen wir Hunderttausende und mischen uns ein, wo es drauf ankommt. So tragen wir dazu bei, journalistische Standards weiterzuentwickeln und die Medienlandschaft nachhaltig zu verändern. - [Netzwerk](https://www.neuemedienmacher.de/was-wir-machen/netzwerk): Als Netzwerk von Medienschaffenden gegründet, glauben wir an die demokratische Kraft des Kollektivs. Wir vernetzen und sind vernetzt, lokal, bundesweit und international. Wir bauen aktiv Strukturen, die Vielfalt im Journalismus real machen: durch Mentoring, lokale Netzwerke, Fachkonferenzen und starke Partnerschaften. - [Wer wir sind](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind): Wir sind ein bundesweites Netzwerk von Medienschaffenden mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Wir setzen uns für eine Medienlandschaft ein, die so vielfältig ist wie die Gesellschaft selbst. Erfahr mehr über unsere Mission, unseren Verein und wie Du Teil davon werden kannst. - [Mission](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/mission): Wir prägen Debatten, verändern Strukturen und sorgen dafür, dass unterschiedliche Perspektiven im öffentlichen Diskurs sichtbar werden. Was uns antreibt und wie wir es angehen. - [Verein](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/verein): Als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin machen wir strukturelle Ausschlüsse im Journalismus sichtbar und arbeiten daran, sie langfristig zu überwinden. Als Netzwerk von Medienschaffenden glauben wir an die Kraft des Kollektivs. Durch Mentoring, Fachkonferenzen und starke Partnerschaften machen wir Vielfalt im Journalismus real. - [Satzung](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/verein/satzung) - [Team](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/unser-team): Hinter den Neuen deutschen Medienmacher*innen stehen Menschen, die Journalismus als gesellschaftliche Verantwortung verstehen. Unser Team vereint vielfältige Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründe, weil wir überzeugt sind: Wer Vielfalt einfordert, muss sie auch leben. - [Mitmachen](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/mitmachen): Guter Journalismus braucht eine starke Community. Als Mitglied setzt Du Dich für vielfältige und diskriminierungssensible Berichterstattung ein. Du hilfst, dass Journalist*innen gut arbeiten können, ohne Hass, ohne Hürden und mit mehr Perspektiven. Mit Deiner Mitgliedschaft gibst Du uns eine verlässliche Basis, um langfristig etwas zu bewegen. Mitglied bei den NdM können alle werden, die unsere Ziele teilen – egal, ob Medienmacher*innen mit oder ohne Einwanderungsgeschichte. - [Mitgliedsantrag](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/mitmachen/mitgliedsantrag) - [Danke für Dein Interesse](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/mitmachen/mitgliedsantrag/abgeschickt): Hallo, schön, dass Du dabei sein möchtest! Wir freuen uns über Dein Interesse an einer Mitgliedschaft bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen. Dein Antrag ist bei uns eingegangen und wird nun sorgfältig geprüft. Wir melden uns zeitnah mit einem Update. Herzliche Grüße Deine Neuen deutschen Medienmacher*innen - [Transparenz](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/transparenz): Transparenz ist für uns selbstverständlich. Wir berichten regelmäßig über unsere Projekte und Publikationen, fassen Entwicklungen im Tätigkeitsbericht zusammen und veröffentlichen unsere Finanzen. Als Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft veröffentlicht wir folgende Angaben: - [Jobs](https://www.neuemedienmacher.de/wer-wir-sind/jobs): Setz Dich mit uns für einen öffentlichen Diskurs ein, der auf Fakten, Kontext und Respekt basiert. Werde Teil unseres diversen Teams. Dich erwarten flache Hierarchien und eine offene, wertschätzende Arbeitsatmosphäre. - [Leichte Sprache](https://www.neuemedienmacher.de/leichte-sprache) - [Newsletter](https://www.neuemedienmacher.de/newsletter): Mit unserem Newsletter halten wir dich monatlich auf dem Laufenden: Er bietet dir exklusive Einblicke in unsere Arbeit, spannende Veranstaltungs- und Lesetipps sowie NdM-Wissen und alles, was uns bewegt. Werde Teil unserer Community und abonniere jetzt unseren Newsletter! - [Presse](https://www.neuemedienmacher.de/presse) - [Kontakt](https://www.neuemedienmacher.de/kontakt) - [Jetzt spenden!](https://www.neuemedienmacher.de/jetzt-spenden): Guter Journalismus braucht eine starke Community. Als unsere Unterstützer*in setzt Du Dich für vielfältige, diskrimnierungssensible Berichterstattung ein. 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